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Ernährungswirtschaftliche Gegenwartsprobleme in Österreich

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Bibliographic data

fullscreen: Ernährungswirtschaftliche Gegenwartsprobleme in Österreich

Monograph

Identifikator:
1011190613
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-21005
Document type:
Monograph
Author:
Loewenfeld-Russ, Hans http://d-nb.info/gnd/118813692
Title:
Ernährungswirtschaftliche Gegenwartsprobleme in Österreich
Place of publication:
Wien
Publisher:
Manzsche Verlags- und Universitätsbuchhandlung
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (42 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Ernährungswirtschaftliche Gegenwartsprobleme in Österreich
  • Title page

Full text

Mittel einer sofortigen Produktionssteigerung und einer namhaften 
Erhöhung der Ablieferungen angepriesen. 
Was würde unter den gegenwärtigen Verhältnissen beim Fallen 
aller Preisschranken für inländische Agrarprodnkte geschehen? Eine 
sofortige sehr wesentliche Erhöhung der Preise und zwar bis zur Aus 
landsparität plus Fracht und Spesen. Bei den ungenügenden Importen 
und der drängenden Nachfrage ist es sogar nicht ausgeschlossen, daß 
sich der Preis zeitweise selbst über die Parität erhöbe. 
Ob dies tatsächlich eine sofortige Produktionssteigernng zur Folge 
hätte, bezweifle ich. Die berüchtigten „Anreizpreise" haben im Kriege 
zumeist ihre prodnktionsstärkende Wirkung verfehlt. Es ist ja die 
Steigerung der Produktion bekanntlich nicht ausschließlich eine Preis 
frage und ich habe heute schon einmal daraus verwiesen, daß die 
Prodnktionsvermehrung von einer ganzen Reihe anderer Faktoren 
abhängig ist und sich überhaupt nicht von heute ans morgen vollzieht. 
Selbstverständlich dürfen die gebundenen, die Höchstpreise keine Verlust 
preise sein. Sie dürfen nicht die Prodnktivnsfrende unterbinden. Ich 
ivill hier nicht untersuchen, ob und inwiefern dieser Forderung bei den 
noch zu Recht bestehenden Übernahmspreisen immer Rechnung zu tragen 
ist. Ich halte bei manchen Artikeln die geltenden Preise für nicht mehr 
angemessen und eine Erhöhung unbedingt für notwendig, beispielsweise 
für Milch. Aber die völlige Freigabe der Preise bei den kontingentierten 
Artikeln erachte ich derzeit nicht für richtig, wenn ich auch gewisse Jnkon- 
venienzen der Tatsache, daß ein Teil der Produktion preisgebunden, ein 
anderer Teil bereits der freien Preisbildung überlassen ist, nicht leugnen kann. 
Sehr fraglich ist es auch, ob tatsächlich die Erhöhung der 
Preise, zum Beispiel des Getreides auf den Preis, zu dem uns das 
ausländische Getreide zu stehen kommt — und das wird ja doch wohl 
darunter verstanden, wenn verlangt wird, daß dem Landwirt der 
Weltmarktpreis gegeben werde — eine wesentliche Erhöhung der 
Ablieferungen bewirken würde. Zunächst muß man sich doch vorstellen, 
was heute der sogenannte Weltmarktpreis bedeutet: Argentinischer Weizen 
(zur Weltfracht) stellt sich beim heutigen Wert der Krone auf zirka 
1.330 Kronen pro Meterzentner cif europäischen Hafen oder 13 Kronen 
das Kilogramm, das ist zirka das 54fache des Friedenspreises. Und 
wenn die Krone von 6 auf 4 und auf 3 ^fällt, soll dann tatsächlich der 
Getreidepreis weiter um 20 Prozent und um 40 Prozent steigen? 
Kann man, solange unsere Valuta den wildesten Schwankungen aus 
gesetzt ist, von einem Weltmarktpreis sprechen? 
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uf
	        

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Ernährungswirtschaftliche Gegenwartsprobleme in Österreich. Manzsche Verlags- und Universitätsbuchhandlung, 1919.
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