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Die Konsumtion

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Bibliographic data

fullscreen: Die Konsumtion

Monograph

Identifikator:
1011553732
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-36206
Document type:
Monograph
Author:
Oldenberg, Karl http://d-nb.info/gnd/117116246
Title:
Die Konsumtion
Edition:
Separatabdruck aus Grundriß der Sozialökonomik Abteilung II
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
J. C. B. Mohr
Year of publication:
1914
Scope:
1 Online-Ressource (Seiten 103-164)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
§ 5. Allgemeine Statistik der Konsumtion
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Konsumtion
  • Title page
  • Contents
  • § 1. Die Literatur
  • § 2. Der Begriff
  • § 3. Wirtschaftlichkeit in der Konsumtion
  • § 4. Wertmaßstäbe der Konsumtion
  • § 5. Allgemeine Statistik der Konsumtion
  • § 6. Haushaltsrechnungen
  • § 7. Moderne Wandlungen der Konsumation
  • § 8. Zukunftsfragen der Konsumtion
  • § 9. Konsumtionspolitik
  • § 10. Speziell Einfluß der Steuer auf die Konsumtion
  • Index

Full text

Allgemeine Statistik der Konsumtion. 
127 
§ 5 
regelmäßig 7%—8 kg in Deutschland verbraucht, obgleich der wesentlich niedrigere 
Salzverbrauch in der Stadt und der zunehmende Konsum animalischer Nahrungs 
mittel einen im Reichsdurchschnitt rückgängigen Salzkonsum erwarten ließe. Diese 
Beobachtung ist erfreulich; doch ist in andern Ländern der Konsum mehrmal 
so hoch. 
Der jährliche deutsche Tabak konsum betrug nach der korrigierten amtlichen 
Berechnung in den Kalenderjahren 1862—70 1,4 kg, in den Erntejahren 1871—1911 
1,6 kg ohne große Schwankungen; die Konsumsteigerung verbirgt sich in der Form 
des Uebergangs vom billigen einheimischen zum teuren ausländischen Tabak, vom 
Pfeifen-, Kau- und Schnupftabak zur Zigarre und Zigarette; eine Verfeinerung des 
Geschmacks, der Mancher einen gewissen ästhetischen Kulturwert zusprechen wird. 
Viel weiter rückwärts läßt sich der jährliche Konsum bloßer Einfuhr 
waren verfolgen. Er stieg im deutschen Zollgebiet, wenn man das Jahrfünft 
1836—40 mit dem Zeitraum 1911—12 vergleicht, bei Gewürzen von 50 auf 160 g 
pro Kopf, bei Tee von 4 auf 60 g, bei Kaffee von 1 auf 2 1 2 / 3 kg, bei Kakao von 10 auf 
780 g, bei Südfrüchten von 60 auf 4300 g, bei Reis von 180 auf 2570 g und bei gesal 
zenen Heringen von 1 auf 2,7 kg 1 ). Die große Verbilligung des Seetransports kommt 
in dieser Zunahme zum Ausdruck. Man kann für die Volksernährung im Mehrver 
brauch einiger dieser Waren, wenn man die schnelle Zunahme des konsumierten in 
ländischen Zuckers hinzunimmt, einen gewissen Ersatz sehen für den wahrscheinlich 
bedeutenden Rückgang des Verbrauchs anderer Inlandsprodukte, namentlich der 
nahrhaften groben Gemüse und vermutlich auch des deutschen Obstes pro Kopf. 
Auf die Deutung des Mehrkonsums von einigen dieser Waren kommen wir zurück. 
Der jährliche Verbrauch von Petroleum stieg von 1,87 kg im Jahrfünft 
1871—75 auf 17 kg 1901—05, um dann auf 15—16 kg zu sinken. Während das 
Petroleum zuerst, bei schneller Verbilligung, die älteren Beleuchtungsmittel ver 
drängte, wird es heute durch den schnell zunehmenden Verbrauch von Gas- und 
elektrischem Licht zurückgedrängt. Die Beleuchtung im ganzen hat aber ohne 
Zweifel stark zugenommen. Die Ausdehnung des Nachtlebens hängt damit zusammen. 
Weit unsicherer ist die Erntestatistik. Unter Berücksichtigung der 
Mehreinfuhr wurden im Reiche nach den Berechnungen und Schätzungen des Sta 
tistischen Reichsamts jährlich pro Kopf verbraucht Kilogramm: 
Weizen 
Roggen 
Gerste 
Hafer 
Kartoffeln 
1893/94—1896/97 
88,4 
152,7 
68,8 
105,0 
580 
1897/98—1900/01 
89,0 
147,6 
68,4 
114,8 
564 
1901/02—1904/05 
92,9 
149,5 
74,6 
118,6 
621 
1905/06—1908/09 
92,1 
144,1 
82,0 
120,7 
634 
1909/10—1911/12 
89,5 
143,8 
95,7 
118,9 
543 
Danach hat der Brotgetreidekonsum trotz der Zunahme städtischen Lebens nur 
wenig abgenommen, ist bei Berücksichtigung der in billigen Jahren vermutlich 
mehr verfütterten Mengen wohl annähernd gleich geblieben. Daneben weist die 
starke Verbrauchszunahme von Gerste, Hafer, und zeitweise Kartoffeln, bei gleich 
zeitig schnell ansteigender Mehreinfuhr anderer wichtiger Futtermittel auf die Zu 
nahme der Vieh Produktion hin. Und so unsicher Fleischproduktion und 
Fleischkonsum statistisch zu fassen sind, die Tendenz ihrer schnellen Zunahme in 
den westeuropäischen Industriestaaten steht fest. 
Bei undichter Bevölkerung liefert die extensive Weidewirtschaft einen Ueberfluß 
an Fleisch. Wir finden daher sowohl in der europäischen Vergangenheit wie heute 
(außerhalb der Tropen) in Amerika 2 ) und Australien sehr hohen Fleischkonsum, zum 
Teil über den Fleischappetit hinaus. Als es in Argentinien vor 20 Jahren noch keine 
1 ) Ungerechnet % kg von deutschen Fischern auf See gesalzene Heringe. 
2 ) Auch der nordamerikanische Landmann selbst ist nach Aussage eines guten Kenners 
ein enorm starker Fleischesser. Anderer Meinung ist R u b n e r 1913, S. 63.
	        

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Der Österreichische Exporteur. [Kammer für Handel, Gewerbe und Industrie], 1927.
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