Digitalisate EconBiz Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Die Konsumtion

Access restriction


Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Die Konsumtion

Monograph

Identifikator:
1011553732
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-36206
Document type:
Monograph
Author:
Oldenberg, Karl http://d-nb.info/gnd/117116246
Title:
Die Konsumtion
Edition:
Separatabdruck aus Grundriß der Sozialökonomik Abteilung II
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
J. C. B. Mohr
Year of publication:
1914
Scope:
1 Online-Ressource (Seiten 103-164)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
§ 2. Der Begriff
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Konsumtion
  • Title page
  • Contents
  • § 1. Die Literatur
  • § 2. Der Begriff
  • § 3. Wirtschaftlichkeit in der Konsumtion
  • § 4. Wertmaßstäbe der Konsumtion
  • § 5. Allgemeine Statistik der Konsumtion
  • § 6. Haushaltsrechnungen
  • § 7. Moderne Wandlungen der Konsumation
  • § 8. Zukunftsfragen der Konsumtion
  • § 9. Konsumtionspolitik
  • § 10. Speziell Einfluß der Steuer auf die Konsumtion
  • Index

Full text

108 
I. Buch B III: K. Oldenberg, Die Konsumtion. 
eigenwirtschaftliche Tätigkeit nicht Produktion, so würde ja in einem aus eigenwirt 
schaftlichen Bauern bestehenden Volke die Produktion überhaupt fehlen. Ver 
ständlich wird diese Begriffsverschiebung nur, wenn man vom Standpunkt der älteren 
fiskalischen und kommerziellen Nationalökonomie das Augenmerk auf die Produk 
tion steuerbarer Tauschwerte oder verkäuflicher Waren beschränkt und demgemäß 
den viel gemißhandelten Begriff der Produktivität so willkürlich einengt, wie es z. B. 
Adam Smith getan hat. Wir umfassen vielmehr mit dem Begriffe der Produktion 
z. B. eines Mittagessens alle die Aufwendungen, die für die Nutzung seiner Bestand 
teile im menschlichen Organismus erforderlich sind; also außer ihrer Fabrikation 
das Zubereiten in der Küche und das Servieren im Eßzimmer, das Zerkleinern mit 
Messer und Zähnen, den nötigen Verdauungsspaziergang ') und die unter Umständen 
mühsame Ausscheidung und Abfuhr der Verdauungsrückstände; dies alles ist Pro 
duktion, großenteils eigenwirtschaftliche Produktion für den eigenen Bedarf, nicht 
Konsumtion. Konsumtion ist nur der Empfang der Nutzwirkung des Guts durch den 
Körper oder Geist des Konsumenten. Geistige Güter: ästhetische Genüsse und sitt 
liche Werte von dem Begriffe der Konsumtion auszuschließen, liegt kein Grund 
vor; man denke an entgeltliche Konzerte. 
Eine Grenzstörung zwischen Produktion und Konsumtion tritt ein, 
wenn die Produktion selbst zugleich eine Befriedigung gewährt. Das sollte möglichst 
bei aller Produktion der Fall sein. In Wirklichkeit trifft es in verschiedenstem 
Maße zu; in der Eigenwirtschaft mehr als bei der verkehrswirtschaftlichen Arbeit, 
bei der selbständigen und leitenden Arbeit mehr als bei der abhängigen, bei der 
geistigen mehr als bei der mechanischen. Die Pflege von Wissenschaft und Kunst, 
so hoch produktiv sie sein mag, ist ein Typus der Verschmelzung von Produktion 
und Konsumtion. Ein Rentier, der eine Beschäftigung ausübt, um seinen Tätigkeits 
drang zu stillen, kann mehr Konsument als Produzent sein, und die produktive 
Tätigkeit kann ins Spiel übergehen, das zur Konsumtion gehört. 
Auch die Konsumtion selbst, ob sie nun selbstgewählt oder oktroyiert ist, kann 
neben der Beseitigung der Unlust eines unbefriedigten Bedürfnisses positive sub 
jektive Lustgefühle auslösen. Diese Gefühle mag die Natur der Kon 
sumtion beigesellt haben, um die Befriedigung des Bedürfnisses sicherer herbei 
zuführen. Auch solche Lustgefühle sind ein zusätzlicher Bestandteil der Konsum 
tion, neben der objektiven Nutzwirkung. Aber in gewissem Maße ist subjektives 
Wohlgefallen doch auch Bedingung dieses objektiven Konsumtionseffekts. So legt 
die neuere Verdauungsphysiologie auf die gefällige Aufmachung der Speisen und 
Getränke und auf Appetitreizmittel überhaupt Gewicht. Die seelischen und ge 
fühlsmäßigen Obertöne in der Konsumtion dürfen auch aus diesem Grunde nicht 
überhört werden. 
Der Umfang der Konsumtion ist sowohl durch die Menge der 
verfügbaren Güter wie durch den Bedarf begrenzt. Der Bedarf, oder vielmehr das 
Bedürfnis, wechselt individuell und mit dem Lebensalter; es wächst mit der Ge 
wöhnung und nimmt ab beim Altern. Niemandes Genußfähigkeit ist unbegrenzt, 
und mit Bedauern muß der genußfreudige Konsument erfahren, daß die einzelnen 
Genüsse einander im Wege stehen und die Ausnutzung der für die einzelne Genußart 
an sich vorhandenen begrenzten Genußfähigkeit noch weiter einschränken. 
Eine noch engere Grenze zieht aber in der Regel die jeweilig verfügbare Menge 
der Befriedigungsmittel. Von dieser Seite her ist die Konsum tion in der verkehrslosen 
Eigenwirtschaft durch die Produktion und den Gütervorrat, in der Verkehrswirt 
schaft auch durch die Kaufkraft der Bevölkerung nach oben begrenzt. Die jährliche 
Kaufkraft in einem Lande ist eigentlich dem jährlichen Produktionswerte gleich; 
ein Volk, das für 30 Milliarden Mark Güter produziert, kann auch für 30 Milliarden 
Mark kaufen; aber die Kaufkraft differiert doch von dem Produktionswert insofern, 
0 Bei gewissen modernen Nahrungsmitteln wird auch ein Teil der Verdauung in das ver 
kehrswirtschaftliche Produktionsstadium einbezogen.
	        

Download

Download

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Monograph

METS MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF EPUB DFG-Viewer Back to EconBiz
TOC

Chapter

PDF RIS

This page

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Monograph

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Chapter

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

This page

To quote this image the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Die Konsumtion. J. C. B. Mohr, 1914.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

What is the fourth digit in the number series 987654321?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.