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Der Deutsche Post-Zeitungsgebührentarif

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Bibliographic data

fullscreen: Der Deutsche Post-Zeitungsgebührentarif

Monograph

Identifikator:
1011594110
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-26769
Document type:
Monograph
Author:
Portaszewicz, Karl http://d-nb.info/gnd/125641958
Title:
Der Deutsche Post-Zeitungsgebührentarif
Place of publication:
Königsberg i. Pr.
Publisher:
[Quatz]
Year of publication:
1914
Scope:
1 Online-Ressource (XI, 109 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
III. Untersuchung über die Zweckmäßigkeit des gemischten Zeitungsgebührentarifs
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Reparations-Sabotage durch die Weltwirtschaft
  • Title page
  • Contents
  • 1. Die Unmöglichkeit des Ausgleichs von Zahlungsbilanzsalden und der Denkfehler der Ausgleichsnotwendigkeit
  • 2. Die Sabotage der Reparationszahlungen durch den Mechanismus der Weltwirtschaft
  • 3. Schlußfolgerungen für die Organisation des Geld- und Kapitalmarkts

Full text

34 1 Die Sabotage der Reparationszahlung durch den Mechanismus der Weltwirtschaft, 
betrogen, denn aus der Geldentwertung entstehen Störungen in der Wirtschaft der 
Entente-Länder, welche die arbeitende Bevölkerung als Arbeitslosigkeit, Senkung des 
Reallohns usw. auszubaden hat, während die Welt in ihrem instinktiven Drang nach 
Reparierung der Kriegsmißwirtschaft ohne Tribute viel blühender in den zehn Jahren 
seit Kriegsschluß emporgewachsen wäre. Hier ist die Stelle, wo noch einmal an 
die von Schultzel) hervorgehobene Folge zu großen ausländischen Kapital- 
besitzes für das Rentnerland erinnert. werden. darf. Wie König Midas im Golde er- 
stickte, so werden die französischen, englischen usw. Arbeiterscharen, die es nicht 
zu Kapitalbesitz und damit einem Anteil an den deutschen Tributzahlungen bringen, 
dadurch ungeheuer geschädigt, daß die führenden wirtschaftlichen Schichten ihres 
Landes „ihrer ausländischen Rente leben‘“ und nicht ihre Fähigkeiten und Kapi- 
talien im Inland einsetzen, um als Unternehmer den Lebensspielraum der nicht- 
führenden Schichten zu vergrößern. 
Daran schließt sich eine andere Folge der Reparationen für die nicht-besitzen- 
den Schichten in England, Frankreich, Belgien usw, Das ist die Erscheinung, daß 
lie Einwohner dieser Länder nach dem Verteilungsschlüssel ihrer sonst not- 
wendigen Steuerzahlung an dem formellen Genuß der deutschen Tribute teilnehmen, 
Der Verteilungsschlüssel ist so eingerichtet, daß schwache Schultern wenig, starke 
lagegen mehr Steuern zu zahlen hätten, wenn nicht die Deutschen einen großen Teil 
der Staatsbedürfnisse dieser Länder zwangsweise decken müßten. Der Vertei- 
lungsschlüssel wirkt nunmehr umgekehrt: schwache Schultern brauchen 
nur kleine Steuerbeträge nicht zu bezahlen, sparen also nur kleine Summen, die 
ihnen außerdem durch inflationsartige Preiserhöhungen ohne weiteres wieder aus 
der Hand genommen werden, während starke Schultern große Beträge an Steuern 
nicht zu bezahlen brauchen und mithin große Summen wirklich ersparen. Die Re- 
parationen wirken mithin auchunter diesem Gesichtspunkt völlig 
unsozial in den Empfangsländern, 
Bevor wir die Grundlinien einer weltwirtschaftlich fundierten Reparations- 
politik zu skizzieren versuchen, darf darauf hingewiesen werden, daß wir mit unserer 
vom Herkömmlichen abweichenden Meinung nicht völlig isoliert dastehen. An- 
klänge an unsere Meinung, zum Teil ähnliche Formulierungen finden sich bei 
Susat?) und bei Sulzbach®?). Was ihnen zur vollen Erfassung des Tatbestandes 
fehlt, ist vor allem die Erkenntnis, daß Kapital „sozialisiertes und unverzehrbares 
Eigentum‘ ist. Hätten sie diese Tatsache und deren ungeheure Konsequenzen mit 
berücksichtigt, so würden sie vermutlich zu ähnlichen Ergebnissen gekommen sein, 
wie sie hier dargestellt wurden. Eine Auseinandersetzung mit ihnen im Einzelnen 
erübrigt daher, Ebenso ist der nationalökonomische Kollege Röpke-Jena%) zu 
nennen, der unter vielem anderen Erfreulichen folgendes ausführt: „Um die 
Ketzerei auf die Spitze zu treiben, fügen wir hinzu, daß auch der reguläre Fall 
ler Kapitalbildung innerhalb einer Volkswirtschaft — ohne Rücksicht auf eine 
geographische Trennung von Kapitalgebern und Kapitalnehmern — sich nicht im 
Geringsten von dem Fall der Auslandskredite unterscheidet.‘ Er sieht im übrigen 
1) a. a. 0. S. 45; s. unsere Ausführung auf S. 83, 
2) Susat, Zahlungsbilanz, Handelsbilanz und Auslandskredit, Kölnische Zeitung v, 30. 
8. 25, ferner Susat, Über die Beziehung zwischen Außenhandel und Volkswohlstand, Vorträge 
des weltwirtschaftlichen Instituts Kiel, Gustav Fischer, Jena 1927. 
%) Dr. Walter Sulzbach, Frankfurt-Main, Zum Transferproblem: Die Bedeutung der 
Währungsverbände und Zollverbände, Der Deutsche Volkswirt 1927 Nr. 38 S. 1193, 
*) Röpke, Investitionskonjunktur und Konsumkonjunktur, Industrie- und Handelszeitung 
vr. 9. 3. 28: ferner erschienen in Heft 6 der Zeitschrift Maschinenbau.
	        

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Reparations-Sabotage Durch Die Weltwirtschaft. Gloeckner, 1928.
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