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Lebenserinnerungen

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Bibliographic data

fullscreen: Lebenserinnerungen

Monograph

Identifikator:
1011918013
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-21195
Document type:
Monograph
Author:
Eucken, Rudolf http://d-nb.info/gnd/118682555
Title:
Lebenserinnerungen
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von K. F. Koehler
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (V, 127 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erster Teil
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Lebenserinnerungen
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil
  • Zweiter Teil. Die Weiterentwicklung meines Lebens und Strebens
  • Schluß
  • Index

Full text

gefördert. Dann wirkte eine später viel besprochene Persönlichkeit 
bei uns: der katholische geschichtslehrer Iansfen. Lr hatte im be 
sonderen Religion und geschichte für die katholischen Zchüler zu 
lehren; Schwierigkeiten dieser Stellung haben wir damals nicht 
empfunden. Sowohl feine wissenschaftliche Tüchtigkeit als sein 
liebenswürdiger Humor wurden allgemein geschätzt. Ich war ihin 
schon als Niederdeutscher rasch nähergetreten, und ich habe öfter mit 
ihm die Probleme der Zeit durchgesprochen. Lr war zunächst ein 
gegner der Unfehlbarkeit und sprach mit großer Hochschätzung 
von Döllinger. Später aber hat er sich dem Unfehlbarkeitsdogma 
unterworfen und dies auch mir gegenüber für eine Pflicht des 
Katholiken erklärt; er verstehe nicht die Wege der Vorsehung, aber 
es fei eine heilige Pflicht, sich dem anzuschließen, was die Kirche als 
Wahrheit erkläre. Ich stand überhaupt mit den katholischen Tor 
schern und Lehrern in dem besten Verhältnis, und es war mir ein 
persönlicher Schmerz, daß der vortreffliche Professor Wedewer, 
der Leiter der höheren katholischen Schule, so früh scheiden mußte. 
Üuch später habe ich gerade bei gemäßigten Katholiken eine be 
sonders freundliche gesinnung nicht bloß für mich selbst, sondern 
auch für mein geistiges Streben gefunden. Weine eigene Stellung 
zu den Problemen war frei von aller konfessionellen Lnge. 
Ich habe das große, ]a das Unentbehrliche am Katholizismus 
stets vollauf anerkannt, ohne fe meiner freieren philosophischen und 
protestantischen grundüberzeugung etwas zu vergeben. Linstweilen 
müssen wir uns gegenseitig vertragen. 
Lluch außerhalb des Lehrerkollegiums hatten wir manche freund 
schaftliche Beziehungen und geistige Törderungen. Ich gedenke z.B. des 
geistvollen Lucae, der mich in die Anfänge der Anatomie einweihte 
und in liebenswürdiger Weife auch auf meine philosophischen 
Tragen einging. Terner haben wir freundschaftlich mit der Tamilie 
des berühmten Naturforschers Schleiden verkehrt und manchen ge 
meinsamen Qusstug gemacht, Schleiden war ein bedeutender und 
anregender Wann, der vorzüglich schildern konnte und uns nicht 
nur von Dorpat, sondern auch von Jena vieles erzählt hat; er hatte 
vollen Sinn für die Jugend und für die lebendige gegenwart. 
3eine führende Stellung in der modernen Botanik ist ein Stück 
des wissenschaftlichen Kuhmes Jenas. 
Im Jahre 1870 beschäftigten wir uns sehr mit einer größeren 
Keife nach der ostfriesischen Heimat zu den dortigen Verwandten 
und Treunden. Wir konnten mit rechter Befriedigung die ver 
gangenen Jahre überdenken, und es war uns eine Treude, von 
all diesen Erlebnissen den Treun des kreisen zu berichten; unsere 
gemeinsame Lebensfahrt war ein Wagstück, aber dies Wag 
stück durften wir als gelungen betrachten, alle Sorgen waren
	        

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Wie Muß Sich Das Stickstoff-Monopol Gestalten? Verlagsbuchhandlung Paul Parey, Verlag für Landwirtschaft, Gartenbau und Forstwesen, 1915.
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