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Lebenserinnerungen

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Bibliographic data

fullscreen: Lebenserinnerungen

Monograph

Identifikator:
1011918013
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-21195
Document type:
Monograph
Author:
Eucken, Rudolf http://d-nb.info/gnd/118682555
Title:
Lebenserinnerungen
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von K. F. Koehler
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (V, 127 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Die Weiterentwicklung meines Lebens und Strebens
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Lebenserinnerungen
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil
  • Zweiter Teil. Die Weiterentwicklung meines Lebens und Strebens
  • Schluß
  • Index

Full text

geistige und philosophische Lage des damaligen 
Deutschlands. 
ach meiner Rückkehr aus Öer Lchweiz fand ich das deutsche 
tJ ^Leben in eigentümlicher Lage. Ls war ein großer militärischer 
Lieg errungen, und Kraft und geschick eines grasten Htaatsmannes 
schienen Deutschland aller gefahr enthoben zu haben. Uber von 
innen her drohten geistige Verwicklungen, die freilich erst allmählich 
ins Bewusttfein traten. Line starke Linfeitigkeit war nicht zu ver 
kennen: einerseits eine politische gestalkung, welche den Lchwerpunkt 
des Wirkens in die Negierung legte und der Lelbsttätigkeit des 
Volkes nur einen bescheidenen Linflust gestattete, andererseits ein 
rasches Vordringen der wirtschaftlichen Interessen, die mehr und 
mehr zur Hauptsache wurden. Ls wurde nach beiden Dichtungen 
Treffliches geleistet, aber das Leben ging ausfchliestlich in solchen 
Leistungen auf, es fehlte ein gemeinsames Ziel für den ganzen 
Menschen, es fehlte eine innere Lrhöhung, es fehlte eine klare Uus- 
einanderfetzung mit den Problemen und gegenfärzen des modernen 
Lebens; der Hauptzug der Zeit ging nach einer unbedingten Bejahung 
des Lebens, mehr und mehr zog das sichtbare Dasein alles ötreben 
an sich, es war eine Unwahrhaftigkeit darin unverkennbar, dast das 
äustere Bekenntnis der Zeit an einer geistigen Welt und an einer 
Neligion christlicher Tärbung festhielt. Das ergab eine bloste Urbeits- 
kultur, die innerhalb ihrer grenzen manches forderte und verbesserte, 
die aber bei ihren Lrfolgen die öeele des Menschen vergast; es konnte 
als ein Widerspruch erscheinen, dast dieses Volk fortfuhr, sich ein 
Volk der Denker und Dichter zu nennen, da bei ihm keine innere 
Notwendigkeit weder für die Kunst noch für die Neligion noch für 
die Philosophie wirkte. Das war die Zeit, welche Nietzsche mit gutem 
gründe gegeistelt hat; zunächst aber fand er für seinen wuch 
tigen Qngriff taube Ohren, er hat vor feiner schweren Lrkrankung 
von keinem seiner Bücher eine neue Auflage erlebt und war einst 
weilen ein Prediger in der Wüste. Lrst vor und gegen i8yo 
erfolgte ein Umschwung der Ltimmung, mit dem wir uns später 
zu beschäftigen haben. In Summa war bei allem äusteren Wohl 
ergehen eine starke Veräusterlichung und Verflachung nicht zu 
verkennen. 
Line solche Lage brachte auch das philosophische Ltreben in eine 
schwierige Lage. Ls bekämpften sich einerseits die Anhänger des 
alten Idealismus, andererseits die Nealisten und postlivisien. 
Jener Idealismus hielt den grundgedanken einer selbständigen 
geisieswelt fest, aber er wollte die gewaltfamkeit der spekulativen 
öpsteme mildern, ihren überkühnen gedankenflug mästigen, die 
Lucken, Lebenserinnerungen.
	        

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Gesetz Betreffend Kinderarbeit in Gewerblichen Betrieben. Verlag von Gustav Fischer, 1904.
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