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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1011918013
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-21195
Document type:
Monograph
Author:
Eucken, Rudolf http://d-nb.info/gnd/118682555
Title:
Lebenserinnerungen
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von K. F. Koehler
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (V, 127 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Die Weiterentwicklung meines Lebens und Strebens
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

A. II. Abschnitt. Die Geschichte des" Steuerwesens. 
215 
die Stände gegen die Bewilligung verschiedener Begünstigungen 
dem Könige bewilligten, umsomehr, als diese nicht von den Privi 
legierten, sondern von den Leibeigenen gezahlt wurden. Diese 
Subsidien behaupteten bis zum Jahre 1715 ihren außerordentlichen 
Charakter als Geschenk. Zum erstenmal wurden diese Subsidien 
von König Albert im Jahre 1439 erbeten aus Anlaß der von den 
Türken drohenden Gefahr. Diese Subsidien (subsidium, contri- 
butio, dica. cisio) sind dieselbe Steuer, die im Westen schon früher 
Wurzel gefaßt hatte (tallagium, taille). Während die Leibeigenen 
die Cision bezahlten, zahlten die Städte als außerordentliche Steuer 
die sogenannte Taxe. Im Jahre 1527 boten die Stände dem Könige 
ein Zehntel ihres beweglichen Vermögens an. Im XVII. Jahr 
hundert begegnen wir einer neuen Steuer, die im Wesen dasselbe 
war, wie die Cision, das zur Erhaltung des die ungarische Krone 
bewachenden Militärs eingehobene Krongeld; diese Steuer wurde 
aber in perpetuo bewilligt, nicht wie die Cision, von Fall zu Fall. 
Im Jahre 1557 wird als neue Steuer die in natura zu leistende 
öffentliche Arbeitspflicht bei öffentlichen Arbeiten eingeführt. Diese 
persönliche Arbeitspflicht konnte abgelöst werden, manchmal wurde 
diese Ablösung sogar obligatorisch angeordnet. Leopold I. führte 
willkürlich eine neue Steuer ein, die Adelige und Nichtadelige zu 
bezahlen hatten; außerdem führte er Verzehrungssteuern ein vom 
Wein, Bier. Branntwein, Fleisch. Dieses Steuersystem hörte im 
Jahre 1679 wieder auf, und im Zusammenhang damit löste sich 
auch das alte Steuersystem auf. Die traurigen Zeiten gestatteten 
nicht das Steuersystem zu reformieren und die Wiener Hofkammer 
verwaltete dasselbe mit der größten Willkür. 
Die direkte Steuer, deren Bemessungsgrundlage außerordent 
lich kompliziert war, wurde im Jahre 1715, infolge der Einführung 
des stehenden Heeres, als bleibende Einnahmequelle perpetuiert, 
doch mußte dieselbe stets von der Ständeversammlung votiert 
werden. Und während früher von den Landtagen nur der Steuer 
schlüssel bewilligt wurde, wurde nun jedesmal eine bestimmte Steuer 
summe bewilligt. Diese Summe betrug im Anfang (1714) rund 
2 Millionen Gulden, aber im Jahre 1751 schon 3,9 Millionen Gulden. 
Die Steuer lastete nicht auf dem Besitz („ne onus fundo inhaeret ), 
sondern auf dem Individuum und dieses Prinzip wurde erst im 
XIX. Jahrhundert (1836) so weit modifiziert, daß auch der Adelige, 
der auf dem Gute des Leibeigenen wirtschaftet, die Steuer bezahlen 
mußte. Gleichzeitig beginnt um diese Zeit schon der Kampf zur 
Einschränkung der Steuerfreiheit des Adels, dessen erste Phasen 
übrigens noch in eine frühere Zeit zurückreichen. Dieser Kampf
	        

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Citation recommendation

Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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