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Geld-, Bank- und Börsenwesen

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Bibliographic data

fullscreen: Geld-, Bank- und Börsenwesen

Monograph

Identifikator:
1012149900
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-24397
Document type:
Monograph
Author:
Obst, Georg http://d-nb.info/gnd/11759296X
Title:
Geld-, Bank- und Börsenwesen
Edition:
30., völlig veränd. Neuauflage
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
C.E. Poeschel Verlag
Year of publication:
1937
Scope:
1 Online-Ressource (XVI, 566 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erster Teil. Geld und Geldsurrogate
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Geld-, Bank- und Börsenwesen
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. Geld und Geldsurrogate
  • Zweiter Teil. Banken und Bankgeschäfte
  • Dritter Teil. Börse und Börsengeschäfte
  • Index

Full text

21 
Eine Periode der Geldentwertung heißt Inflation. Ver 
schiedene Ursachen — gewöhnlich das Heranziehen der Notenpresse zur 
Deckung eines Defizits im staatlichen Haushalt — führen zu einer Ver 
mehrung der Geldmenge, die sich in einer Steigerung der Preise auswirkt. 
Die Aussicht auf höhere Preise verursacht ein Zurückhalten der Ware; die 
Knappheitserscheinungen lassen die Ware um so begehrlicher erscheinen; 
höhere Preise werden geboten, und so setzt sich der Kreislauf ewig fort. 
Immer rascher nimmt die Umlaussgeschwindigkeit des Geldes zu; wer die 
Möglichkeit hat, flieht in die Sachwerte. Weitgehende Einkommensverschie 
bungen und eine völlige Vermögensumschichtung sind die Folge. 
Das bedeutsamste Beispiel einer solchen Geldentwertungsperiode ist die 
deutsche Inflation, die, bald nach Ausbruch des Weltkrieges ein 
setzend, bis zum Herbst 1923 währte. Die Ursachen lagen auf der Waren- 
wie auf der Geldseite: Warenknappheit (verminderte Gütererzeugung da 
durch, daß 10 Millionen Männer Kriegsdienst leisteten, daß Gegenstände 
des Kriegsbedarfs der Erzeugung anderer Güter vorangingen, daß Acker 
land nicht aufgefrischt, Maschinen nicht erneuert wurden usw.) und Auf 
blähung des Notenumlaufs zur Deckung der gewaltigen Kriegsausgaben 
wirkten zusammen. Durch dauernde Ausgabe neuer Zahlungsmittel, die 
nicht mehr durch Gold und Handelswechsel, sondern durch Darlehnskassen 
scheine und Reichsschatzwechsel gedeckt waren, entstand künstliche (zusätzliche) 
Kaufkraft. Je mehr die Produktion — erst durch den Krieg, dann durch die 
Folgen des Diktats von Versailles — durch Beschlagnahme und Wegnahme 
der wichtigsten Rohstoffe sich minderte, und je mehr durch Schieber- und 
Wuchergewinne, sowie durch Erhöhung der Löhne und Gehälter der Geld 
bedarf gesteigert wurde, desto größer wurde die Teuerung. 
Wie die Kaufkraft des Geldes im Anlande (Binnenwert), so sank auch 
die Kaufkraft der deutschen Mark im A u s l a n d e (Außenwert, Valuta- 
entwertung). Ursachen hierfür waren die Notwendigkeit erhöhter Einfuhr 
von Lebensmitteln und Rohstoffen, denen keine entsprechende Ausfuhr 
gegenüberstand. Weiter das Zusammenschrumpfen der bisherigen Aktiv 
posten unserer Zahlungsbilanz (Zinseinnahmen aus ausländischen Wert 
papieren, Schiffsfrachten usw.), das Riesenangebot von Marknoten im 
Auslande — verursacht durch die Kapitalflucht und illegale Ankäufe (ins 
besondere von Luxusgegenständen, Zigaretten, Süßigkeiten usw.) —, weiter 
das geringe Vertrauen des Auslandes zur deutschen Arbeitskraft (Streiks,
	        

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Geld-, Bank- Und Börsenwesen. C.E. Poeschel Verlag, 1937.
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