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Geld-, Bank- und Börsenwesen

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Bibliographic data

fullscreen: Geld-, Bank- und Börsenwesen

Monograph

Identifikator:
1012149900
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-24397
Document type:
Monograph
Author:
Obst, Georg http://d-nb.info/gnd/11759296X
Title:
Geld-, Bank- und Börsenwesen
Edition:
30., völlig veränd. Neuauflage
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
C.E. Poeschel Verlag
Year of publication:
1937
Scope:
1 Online-Ressource (XVI, 566 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Dritter Teil. Börse und Börsengeschäfte
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Geld-, Bank- und Börsenwesen
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. Geld und Geldsurrogate
  • Zweiter Teil. Banken und Bankgeschäfte
  • Dritter Teil. Börse und Börsengeschäfte
  • Index

Full text

403 
um Waren und Wechsel zu handeln, trieben auch Handel in Effekten. 
So sind Waren- und Effektenbörsen in Deutschland vielfach nicht getrennt, 
und auch das deutsche Börsengesetz enthält manche gemeinsame Bestim 
mungen für Effekten- und Warenbörsen. 
Zur Abhaltung der Börsenversammlungen wies Friedrich Wilhelm I., 
der ebenso wie Friedrich der Große den Börsenhandel zu fördern bestrebt 
war, den Berliner Kaufleuten ein Haus am Lustgarten, in der Nähe des 
königlichen Schlosses, an. Die Versammlungen — Morgensprachen 
genannt —, die anfangs nur zwei- bis dreimal wöchentlich abgehalten 
wurden, fanden seit 1761 täglich statt. 
In einem Kurszettel aus dem Jahre 1805 finden wir 8 „Wechsel-" 
6 „Geld-" und 11 „Fondskurse" notiert. Unter den Fondskursen befanden sich 
die Aktien der von Friedrich dem Großen errichteten Tabaks-Regie-Gesellschaft, 
der Seehandlung und der Emdener Herings-Kompagnie, ferner Pommersche, 
Kur- und Neumärkische, Westpreußische und Ostprenßische Pfandbriefe. 
Größere Bedeutung erlangten die deutschen Börsen, insbesondere die 
Börsen von Berlin und F r a n k f u r t a. M., erst in den ersten Jahr 
zehnten des 19. Jahrhunderts, als zahlreiche Emissionen von Staats 
anleihen stattfanden. Bis etwa 1866 standen die Börsen von Berlin und 
Frankfurt a. M. gleichberechtigt nebeneinander. Als Berlin dann Haupt 
stadt des maßgebenden deutschen Bundesstaates und 1870 Reichshauptstadt 
wurde, das Bankwesen dort einen gewaltigen Aufschwung nahm und der 
alte Satz sich bewahrheitete, daß alles wirtschaftliche Leben sich nach dem 
politischen Mittelpunkt hinbewege, erlangte die Berliner Börse mehr und 
wehr eine überragende Stellung. Frankfurt, Hamburg und alle anderen 
Provinzbörsen klagten über die wachsende Übermacht der Berliner Börse. 
Mit am meisten litt vielleicht dieBreslauerBörse. Ihre Mitglieder 
zahl war von 678 (1875) auf 186 (1904) zurückgegangen. Der Umsatz des 
Breslauer Effekten-Saldierungsvereins, der 1881 noch 350 Millionen M 
betragen hatte, war 1903 auf 7 Millionen M zusammengeschrumpft. 
Allerorten wurden Eisenbahnen gebaut, wozu große Kapitalien erforder- 
lich waren. Da eine einzelne Person das Kapital unmöglich aufbringen 
konnte, entstanden Kapitalvereinigungen. Zahlreiche Aktien 
gesellschaften wurden in rascher Reihenfolge begründet, und ihre 
Anteilscheine, Aktien, bildeten einen beliebten Gegenstand des Handels 
und der Spekulation. Durch die Eisenbahnen wieder wurden neue Gebiete
	        

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Geld-, Bank- Und Börsenwesen. C.E. Poeschel Verlag, 1937.
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