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Geld-, Bank- und Börsenwesen

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Bibliographic data

fullscreen: Geld-, Bank- und Börsenwesen

Monograph

Identifikator:
1012150852
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-27269
Document type:
Monograph
Author:
Obst, Georg http://d-nb.info/gnd/11759296X
Title:
Geld-, Bank- und Börsenwesen
Edition:
25., verbesserte Auflage
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
C.E. Poeschel Verlag
Year of publication:
1927
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 521 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Banken und Bankgeschäfte
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Geld-, Bank- und Börsenwesen
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. Geld und Geldsurrogate
  • Zweiter Teil. Banken und Bankgeschäfte
  • Dritter Teil. Börse und Börsengeschäfte
  • Index

Full text

In Venedig soll schon im Jahre 1156 — nach anderen Quellen 
1171 — eine Girobank entstanden sein, der Llonte miovo. Diese montea 
(Berge) waren Steucrgesellschaften, die zum Teil bankartige Geschäfte 
betrieben. Man unterschied weltliche Berge (Montes profani) und zum 
Schutz gegen Wucher errichtete gemeinnützige Berge (Montes pietatis). 
Einige italienische Banken entstanden dadurch, daß reichen"Bürgern, bei 
denen der Staat eine Zwangsanleihe aufgenonimen hatte, außer 
Zinsen als Entschädigung das Privileg zur Gründung einer Bank, deren 
Kapital die Schuld des Staates bilden sollte, erteilt wurde. Im Jahre 
1407 vermutlich entstand aus der Vereinigung mehrerer Gesellschaften 
von Staatsgläubigern die berühmte banca di St. Georgio in Genua. 
Über die im Jahre 1593 in Mailand errichtete s a u f b esch1.Mm - 
brosius besitzen wir einige Aufzeichnungen, die eine Charakteristik des 
damaligen kaufmännischen Verkehrs geben. 11. a. sind auch einige Quit 
tungen noch vorhanden, die etwas umständlich abgefaßt waren: 
„Den Herren Gouverneuren usw. möge es gefallen, auszubezahlen dem 
M . . . . 500 Kaiserliche Lire, welche ich ihm leihe gratis und mit Liede, 
unter der Bedingung, daß er sie mir nach 3 Monaten zurückgebe, bei jedem 
Verlangen von meiner Seite. Machen Sie mich im Buche zum Schuldner 
über das Handelsgeld." 
Von den sonstigen Regeln der Bank seien noch zwei erwähnt. Die eine gib! 
Aufschluß über die Wertschätzung der damaligen Bankbeamten, und die andere 
legt den Bankangestellten dritten Personen gegenüber Stillschweigen auf: 
1. „Die Rechner, der Kassierer und die Gehilfen, welche bei der Bank im 
Dienste stehen, sind als von dem Range ihres Adels nicht herunter 
gekommen zu betrachten, trotz den Gehalten, welche sie beziehen, denn ihre 
Leistung betrifft hauptsächlich den Dienst sür die Majestät und das ge 
meine Wohl." 
2. „Man gebe niemand Aufschluß über andere, außer dem Anfragenden über 
sich selbst, desgleichen dessen bevollmächtigten Erben usw., bei Strafe des 
Amtsverlustes und noch größerer Strafe." 
Schlechte Erfahrungen, die nian mit den Privat-Girobanken in Venedig 
gemacht hatte, — die Mehrzahl war nach kürzerem oder längerem Be 
stehen zusammengebrochen ! ) — führten im Jahre 1587 zur Errichtung 
einer S t a a t s - G i r o b a n k, des bekannten Banco di R i a 11 o. 
Ihre Geschäftsführer wurden vom Senat ernannt und vom Staat be 
soldet. Die Bank war össentliche Hinterlegungsstelle, und sämtliche 
') Siehe darüber mein „Bankgeschäft" a. a. O. 
I 
\L 
99
	        

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Geld-, Bank- Und Börsenwesen. C.E. Poeschel Verlag, 1927.
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