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Geld-, Bank- und Börsenwesen

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Bibliographic data

fullscreen: Geld-, Bank- und Börsenwesen

Monograph

Identifikator:
1012150852
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-27269
Document type:
Monograph
Author:
Obst, Georg http://d-nb.info/gnd/11759296X
Title:
Geld-, Bank- und Börsenwesen
Edition:
25., verbesserte Auflage
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
C.E. Poeschel Verlag
Year of publication:
1927
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 521 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Dritter Teil. Börse und Börsengeschäfte
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Geld-, Bank- und Börsenwesen
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. Geld und Geldsurrogate
  • Zweiter Teil. Banken und Bankgeschäfte
  • Dritter Teil. Börse und Börsengeschäfte
  • Index

Full text

448 
Die Termingeschäfte sind nicht eine Erfindung der Fondsbörse, sondern 
sie haben sich aus dem Warenhandel herausgebildet. Weil der Termin 
handel sich dort in hohem Maße bewährt hat, ist er auch auf den Effekten- 
verkehr übergegangen. Eine vielumstrittene Frage, deren Beantwortung 
häufig nicht von rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten aus erfolgt, ist: 
Erfüllt der Terminhandel ein wirtschaftliches Bedürfnis, oder 
ist er entbehrlich, wirkt er vielleicht gar schädlich, ist er weiter nichts als 
ein gemeingefährliches Spiel, eine Jobberei? 
Die Notwendigkeit des Terminhandels ergibt sich aus wirtschaft 
lichen und aus technisch-organisatorischen smarkttech- 
nischen) Gründen. Wenn der Landwirt sein Getreide oder seine Rüben 
bereits vor der Ernte verkauft, falls er dadurch einen sicheren, besseren 
Preis erzielen kann, und wenn Mühlen oder Zuckerfabriken bereits 
Monate vorher Käufe abschließen, um sich die Preise zu sichern — ihre 
Produkte, Mehl und Zucker, sind auch bereits weiter verkauft —, so wird 
dadurch das Risiko des einzelnen gemindert. Sich gegen Konjunkturen 
zu schützen, ist nicht nur ein Recht, sondern eine Pflicht. 
Der ehemalige Bankdirektor und Parlamentarier Johannes Kaempf 
schreibt hierzu sin der Deutschen Wirtschafts-Zeitung): „Von wem auch der 
Markt des mobilen Kapitals aufgesucht werden mag, und zu welchen Zwecken 
dies auch geschehe, alle, die es tun, haben das Verlangen, die Zwecke, denen ihr 
Angebot oder ihre Nachfrage dienen soll, möglichst bald sicherzustellen. Es 
sei daran erinnert, daß es für ein industrielles Werk gar nicht möglich ist, eine 
neue Fabrik zu errichten oder sonstige industrielle Anlagen herzustellen, daß 
es für eine Eisenbahngesellschaft unmöglich ist, eine neue Linie zu bauen, daß 
es für eine Gemeinde nicht möglich ist, ein Elektrizitätswerk herzustellen, daß 
es für eine Landschaft unmöglich ist, ihre höher verzinslichen Pfandbriefe in 
niedriger verzinsliche zu konvertieren, daß es für die Staaten nicht möglich ist, 
ihre Anleihen zu emittieren, wenn sie sich nicht von vornherein gegen die Kon 
junkturen, die aus den wechselnden wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen 
sich ergeben, sicherstellen können." 
Niemals hätte Deutschlands Industrie den Aufschwung nehmen können, 
hätte ihr nicht die Börse mit ihrem gut organisierten Terminhandel, der 
dann eintritt, wenn die Form des Kassahandels nicht mehr genügt, hilf 
reich zur Seite gestanden. Mittels des Terminhandels können von einem 
Papier an ein und derselben Börse große Posten angekauft wie verkauft 
werden, ohne daß hierdurch, wie es bei solchen Summen beim Kassageschäst 
der Fall wäre, eine wesentliche Kursänderung stattfindet. Auch Kapitalien,
	        

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Geld-, Bank- Und Börsenwesen. C.E. Poeschel Verlag, 1927.
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