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Verkehrsgeographie der Eisenbahnen des europäischen Rußland

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehrsgeographie der Eisenbahnen des europäischen Rußland

Monograph

Identifikator:
1013744764
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-38565
Document type:
Monograph
Author:
Tuckermann, Walther http://d-nb.info/gnd/117434353
Title:
Verkehrsgeographie der Eisenbahnen des europäischen Rußland
Place of publication:
Essen
Publisher:
G. D. Baedeker, Verlagshandlung
Year of publication:
1916
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 123 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
1. Geschichte der russischen Bahnen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Verkehrsgeographie der Eisenbahnen des europäischen Rußland
  • Title page
  • Contents
  • 1. Geschichte der russischen Bahnen
  • 2. Der Umfang des russischen Eisenbahnnetzes und seine geographische Gliederung. Staats- und Privatbahnen in der Gegenwart
  • 3. Die Aufgaben der nächsten Zukunft, Nordbahnprojekte des Kriegsjahres 1914/1915
  • 4. Die strategische Bedeutung der russischen Bahnen und die Eisenbahnpolitik in Polen. Zweigleisige Bahnen. Straßenbaupolitik
  • 5. Verkehrsgeographie der russischen Eisenbahnen
  • Index

Full text

keine Förderung seiner Pläne fand 1 ). Man hätte hiernach erwarten 
können, daß der russische Bahnhau rasche Fortschritte machen würde. 
In der Tat wurde die Bahnfrage auch nach der Vollendung der Zarskoje 
Selo-Linie eifrig weiter erörtert. Freilich dauerte es geraume Zeit, als 
aus der Fülle widersprechender Meinungen heraus endlich der Zar die 
Genehmigung zu der Bahn erteilte, deren Anlage sich jedem Bahn 
politiker aufdrängte, die Verbindung der. beiden Hauptstädte, zumal 
zwischen ihnen keine große Wasserstraße vorhanden war. Am 1. Februar 
1842 gab Zar Nikolaus I. die Genehmigung zum Bau der Bahn 
St. Petersburg—Moskau, die später nach ihm Nikolaibahn genannt 
wurde. Die Linienführung verstand sich eigentlich von selbst: man 
hat zwar häufig die gerade Trasse kritisiert und sie namentlich mit 
autokratischen Gründen zu erklären gesucht, die indes bei näherer 
Betrachtung hinfällig werden. Der Bahnbau ging unendlich langsam 
von statten. Erst am 7. Mai 1847 wurde die nur 24 W lange Strecke 
von der Newa bis Kolpino eröffnet. Am 29. Juni 1850 folgte das im 
Gouvernement Twer gelegene Zwischenstück Wysehnij Wolotschok— 
Twer und am 1. November 1851 die Strecke Kolpino—Wysehnij Wolot 
schok sowie die Schlußlinie Twer—Moskau. 14 Jahre nach Eröffnung 
des Betriebes auf der Zarskoje Selo-Linie war somit der Verkehr zwischen 
den beiden Mittelpunkten des Reiches gebahnt. Kurz nach der Ge 
nehmigung der Nikolaibahn trat man auch den ersten Anschlüssen an 
die ausländischen Bahnsysteme näher. Ungefähr gleichzeitig wurden 
Strecken der auf russisch-polnischem Boden gelegenen Teile der War 
schau-Wiener und der Warschau-Bromberger Linie eröffnet, am 15. No 
vember 1845 die Strecke Warschau—Skemewizi—Rogawa der Wiener 
und am 1. November 1845 die Strecke Skemewizi—Lowitsch der Brom 
berger Bahn. In Skemewizi war die Einmündung der Bromberger Linie in 
die Wiener gedacht. Die Strecke Rogawa—Piotrkow—Tschenstochow 
wurde 1846, die Strecken nach Sombkowizi 1 2 ) und Graniza 1847 und 
1848 eröffnet. In Graniza wurde der Anschluß an die österreichische Bahn 
hergestellt. Dagegen zog sich der Bau der Bromberger Strecke noch sehr 
lang hin. Unterdessen war ja die eisenbahnfreundliche Stimmung in Ruß 
land einer feindlichen oder wenigstens einer gleichgültigen gewichen. 
Schon die lange Baudauer der Nikolaibahn läßt erkennen, daß man einem 
beschleunigten Ausbau des Bahnnetzes nicht mehr das Wort redete. 
1 ) Man liest meistens, daß diese älteste Bahn nur bis Zarskoje Selo reiche. 
Tatsächlich war aber ihr Endziel das 3 km südlicher gelegene Pawlowsk. Die 
Bahn führte allerdings die Bezeichnung Zarskoje Seloeisenbahn. In der ersten 
Zeit wurden, wie das bei den meisten ersten Eisenbahnen in anderen Ländern 
ebenso der Pall war, neben Lokomotiven auch noch Pferde verwandt. Der aus 
schließliche Lokomotivbetrieb fand seit dem 4. April 1838 statt. Vgl. Claus, Zur 
Geschichte des russischen Eisenbahnwesens, AEW 10 S. 54. 
2 ) Die Anschlußstrecke Sombkowizi—Sosnowizi und hiermit nach Ober 
schlesien wurde erst 1859 eröffnet.
	        

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Verkehrsgeographie Der Eisenbahnen Des Europäischen Rußland. G. D. Baedeker, Verlagshandlung, 1916.
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