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Verkehrsgeographie der Eisenbahnen des europäischen Rußland

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehrsgeographie der Eisenbahnen des europäischen Rußland

Monograph

Identifikator:
1013744764
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-38565
Document type:
Monograph
Author:
Tuckermann, Walther http://d-nb.info/gnd/117434353
Title:
Verkehrsgeographie der Eisenbahnen des europäischen Rußland
Place of publication:
Essen
Publisher:
G. D. Baedeker, Verlagshandlung
Year of publication:
1916
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 123 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
3. Die Aufgaben der nächsten Zukunft, Nordbahnprojekte des Kriegsjahres 1914/1915
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Verkehrsgeographie der Eisenbahnen des europäischen Rußland
  • Title page
  • Contents
  • 1. Geschichte der russischen Bahnen
  • 2. Der Umfang des russischen Eisenbahnnetzes und seine geographische Gliederung. Staats- und Privatbahnen in der Gegenwart
  • 3. Die Aufgaben der nächsten Zukunft, Nordbahnprojekte des Kriegsjahres 1914/1915
  • 4. Die strategische Bedeutung der russischen Bahnen und die Eisenbahnpolitik in Polen. Zweigleisige Bahnen. Straßenbaupolitik
  • 5. Verkehrsgeographie der russischen Eisenbahnen
  • Index

Full text

48 
dem Strom entlang nach Archangelsk in Angriff nahm, den man angeb 
lich noch im Jahre 1915 fertigstellen wollte. Die Transporte können 
dann von Archangelsk auch über den Weg Kotlas—Wjatka zu den 
westlichen Teilen des Reiches gehen. Mit diesem wesentlichen Umweg 
ist von vorneherein der Vorteil russischer Einheitsspur verbunden. 1 ) 
Ohne die mit elementarer Wucht nach neuen Verkehrswegen durch 
brechende Forderung, um so die Küste des Weißen Meeres von möglichst 
vielen Seiten zugänglich zu machen und auszunutzen, kann man es immer 
hin als fraglich bezeichnen, ob die Dwinabahn gebaut worden wäre. 
Aber auch die Hafenverhältnisse von Archangelsk erwiesen sich, 
obwohl auch Seedampfer die 18 km oberhalb der Mündung des Flusses 
in das Meer gelegene Stadt bequem erreichen können, als ungenügend. 
Der Ministerrat bewilligte deshalb im Februar 1915 einen Kredit für die 
Vorarbeiten zum Bau einer Bahn aus dem Gebiet der Nordbahn Wo- 
logda—Archangelsk bis zu einem Punkte, der als Seehafen für Archangelsk 
gewählt werden soll. Man begründete diesen Bahnbau vor der Öffent 
lichkeit damit, daß er den Zweck habe, dem russischen Handel dauernd 
einen freien Seeweg zu sichern, eine Begründung, die der Wirklichkeit 
nicht entsprechen dürfte, obwohl die Frage nach eisfreien Häfen unter 
Benutzung der ungeheuer starken Eisbrecher nicht mehr so ganz ungelöst 
erscheint. Glaubt man doch annehmen zu können, daß es durch die 
Verlegung des Hafens von Archangelsk nach Lapomusha, dem zu 
künftigen Seehafen, möglich werde, die Schiffahrt während 10 Monate 
im Jahre aufrecht zu halten, was freilich sicher übertrieben ist. Aber 
man will durch den triumphierenden Hinweis auf die Eisfreiheit russischer 
Häfen und den „dauernd“ freien Seeweg die skandinavische Öffentlich 
keit einlullen, für die die Gefahr, daß Rußland nach Narwik streben 
könnte, nicht beseitigt ist * 2 ). Denselben Zweck verfolgt auch ein anderer, 
noch großartigerer Plan. Auch er ist nicht neu. Sprach man doch 
schon 1869 von dem Bau einer Bahn von Petersburg zum Weißen Meer 
und hatte man sogar bereits damals die Weiterführung über die Halbinsel 
x ) Auch die den Archangelsker Fluß- und den Kotlaser Bahnverkehr über 
nehmende Hauptlinie Wjatka—Wologda—Petersburg war im Sommer 1915 durch 
die Gütertransporte .so überlastet, daß man im August bereits an die Neuanlegung 
einer weiteren Strecke dachte. 
2 ) Bezeichnend ist das Vordringen des russischen Einflusses in den norwegi 
schen Finnmarken, der auf dem Landwege eine 10 m breite Strasse in der Richtung 
nach Lyngen zu erreichen sucht. So soll dort die russische Flagge in allen Fisch 
plätzen vorherrschen. Mit der Einwanderung russischer Kaufleute bürgert sich 
die russische Geschäftssprache ein. Norwegische Blätter behaupten sogar schon, 
sicherlich übertrieben, daß der norwegische Handel vom russischen drohe erstickt 
zu werden. — Vielleicht steht den beiden binnenwärts weit nach Norden geführten 
finnischen Bahnen noch die Erfüllung einer größeren Aufgabe bevor. Denn es 
ist nicht anzunehmen, daß ihre jetzigen Endpunkte, Kajana und Nurmes, dauernde 
bleiben. Es ist ja immerhin zu befürchten, daß die teilweise der Küste entlang 
gestreckte Bahn Uleäborg—Torneä zerstört werden kann.
	        

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Verkehrsgeographie Der Eisenbahnen Des Europäischen Rußland. G. D. Baedeker, Verlagshandlung, 1916.
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