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Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Monograph

Identifikator:
1014011027
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-25942
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1936
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 240 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
C. Die Organisation
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Grundlagen
  • B. Die Menschen im Betrieb
  • C. Die Organisation
  • D. Die Wirtschaftlichkeit
  • Index

Full text

Wesen und Aufgabe der Organisation. 
109 
Überwachung, die Leitung organisiert ? Ist Organisation ein Geschehen oder ein 
Zustand, eine Tätigkeit oder ein Gebilde ? Beides trifft zu: Organisation bedeutet 
zunächst eine Folge von Handlungen unter bestimmten Gesichtspunkten; ihr 
sachlicher Niederschlag, ihr fester Gefügezustand, ihr Gefrierprodukt, wird wieder 
mit Organisation bezeichnet. 
Eine nähere Überlegung zeigt, daß die Organisation ein System der An- und 
Zuordnung von Kräften und Gegenkräften (Widerständen) unter bestimmten Ge 
sichtspunkten ist (wie es Bogdanow in allgemeinster Anwendung angenommen 
hat). Das erste entscheidende organisatorische Merkmal ist die Verbindung dieser 
Kräfte und Widerstände in der Weise, daß sie sich in einem höherwertigen Ziel 
zusammenfinden, einem Ziel, das immer größer ist als die Summe der zu seiner 
Erreichung verfügbaren Möglichkeiten; also das, was Wundt die „schöpferische 
Synthese“ genannt hat. Es ist die alte biologische Erklärung für den Organismus, 
die auch Bogdanow anführt 1 als „ein Ganzes, das mehr ist als die Summe seiner 
Teile“, eine Erkenntnis, die der gesamten Ganzheitslehre zugrunde liegt. Immer 
galt hier der Satz, „daß das Ganze mehr als die Summe der Teile sei, daß mithin 
funktionell die Summe der Teile niemals das Ganze erbringen könne“ 2 . 
Wesentlich für die Kennzeichnung organisatorischer Zusammenhänge ist dem 
nach zunächst, daß eine Endaufgabe zu lösen versucht wird, die großer ist als die 
einfache arithmetische Summe der Aufgaben, die zu ihrer Bewältigung von Ver 
einzelten geleistet werden könnte. 
Die Organisation muß darum weiter angesehen werden als die bewußte Len 
kung von Kräften im Hinblick auf ein übergeordnetes Ziel, wobei die Möglichkeiten 
der Lenkung in der Beeinflussung der Kräfte nach Menge, Geschwindigkeit, Rich 
tung, Lage, Zeit und Widerstand liegen. Dieser Kraftaufwand äußerst sich als 
Arbeit. Im landläufigen Sinne wird Arbeit im Wirtschaftsbetrieb als die unmittel 
bare oder mittelbare werteschaffende Tätigkeit am Stoff bezeichnet. Aber im Be 
griff der Arbeit liegt mehr: der Ausdruck für ein inneres Erleben (Mühe, Qual), 
für eine Leistung (psychologisch und physiologisch), für ein Tätigsein (schulisch) 
und endlich für Energie (physikalisch, auch technologisch angewandt) 3 . 
Für die Organisation müssen alle diese Ausstrahlungen der Arbeit beachtet 
werden. Man kommt dem Wesen der Organisation im Wirtschaftsbetrieb nahe, 
wenn sie bezeichnet wird als An- und Zuordnung von Arbeit im Sinne einer 
größeren Summe. Dabei kann dieses Ziel der größeren Summe ein ideales und ein 
materiell bedingtes sein. Immer jedoch stellt es sich dar als eine Einheit und macht 
als solche die an ihr handelnden arbeitenden Einzelwesen zu einer „Ganzheit ge 
meinsamen Zweckes“ (Spann) 4 . 
Gestaltung der Arbeit im Sinne eines größeren Ganzen ist die Erklärung, die 
wir der Organisation zugrunde legen wollen. Daß die Arbeit einem höheren Ziel, 
einer größeren Summe dient, macht ihre entscheidende Stellung im organisatori 
schen System aus; ebenso aber auch, daß sie allein nicht zum Ziele führt, daß ihr 
durch Vorbereitung und Beeinflussung — Gestaltung — die Wege gebahnt und 
geebnet werden müssen. Aber nur solche Aufgaben, die über das Vermögen 
einzelner hinausgehen, werden bewußt einer Lösung durch Organisation zuge 
führt. 
Daraus erklärt sich, daß eine weitgehende Unterteilung der Exponenten ange 
strebt werden muß, da dadurch das Ergebnis verbessert wird. Organisatorisch 
wieder bedeutet das die Vornahme einer eingehenden Unterteilung der einzelnen 
Arbeitshandlungen; die unterste Grenze — bei der Organisation im Wirtsehafts- 
1 Bogdanow: Bd. L, S. 61. 2 Giese: Philosophie der Arbeit, S. 101. 
3 Giese: S. 23/24. 
4 Spann, Othmar; Artikel Organisation. Handw. d. Staatsw., 4. Auf].
	        

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Der Wirtschaftsbetrieb Als Betrieb (Arbeit). Verlag von Julius Springer, 1936.
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