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Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Monograph

Identifikator:
1014011027
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-25942
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1936
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 240 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
C. Die Organisation
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Grundlagen
  • B. Die Menschen im Betrieb
  • C. Die Organisation
  • D. Die Wirtschaftlichkeit
  • Index

Full text

112 
Die Organisation. 
Wissenschaftszweige, die Physiologie, die Charakterkunde und die Psychologie, 
bemühen sich um die Klarlegung des menschlichen Wesens und werden auch un 
mittelbar — in der Psychoanalyse, der Psychotechnik, der Psychotherapeutik, der 
Hygiene u. a. — in den Dienst der betrieblichen Organisation gestellt. 
Mensch und Betrieb beeinflussen sich wechselseitig; handwerkliche und gei 
stige, praktische und theoretische, technische und kaufmännische Fähigkeiten 
werden je nach den Eigenschaften des Menschen oder der Betriebsart verwendet; 
ungelernte, angelernte und gelernte Hand- und Kopfarbeiter, leitende, verfügende, 
konstruierende, kalkulierende, verwaltende Kopf- oder Geistesarbeiter spielen je 
nach der Art und Form des Betriebes oder dem Geschäftszweig eine verschieden 
wichtige Rolle. Das Erkennen und die sinnvolle Eingliederung der menschlichen 
Eigenheiten, die einerseits ausgenutzt, andererseits unterdrückt werden müssen, 
bildet eine der schwierigsten organisatorischen Fragen. Die verschiedenartigsten 
Triebe müssen unterdrückt oder gefördert, die eigenartigsten Gefühle gepflegt 
oder ausgeschaltet werden. 
So steht am Anfang der Klärung jeder betrieblichen Organisation die Lehre 
vom Menschen, die Menschenkunde. An- und Zuordnung von menschlicher Arbeit 
bedeutet immer eine Beeinflussung der Organisation, die nicht nur greifbar- 
körperlich, sondern fast mehr noch geistig-seelisch fühlbar wird. Damit muß am 
Beginn die Kenntnis des Charakters und der Psyche im allgemeinen und die der 
jeweils Betroffenen in ihrer besonderen Umgebung stehen. 
Wenngleich die allgemeine Psychologie und Charakterkunde in den letzten 
Jahren Fortschritte machen konnte, ist doch ihre Anwendung auf den Wirt 
schaftsbetrieb und besonders auf die Organisation in ihm noch selten. Die bis 
herigen wirtschaftspsychologischen Untersuchungen beschränken sich fast immer 
auf die Untersuchung der beruflichen Eignung; der Natur der Sache nach werden 
die Gebiete der körperlichen und geistig-seelischen Eignung — vor allem in den 
technischen Betrieben — wegen ihrer verhältnismäßigen Einfachheit und Sinn 
fälligkeit stark bevorzugt. Fast das gesamte psychotechnische Schrifttum seit 
Münsterberg könnte hier zum Beweis angeführt werden. Wichtiger jedoch als 
die Frage nach der Eignung und die abgeschliffene Phrase vom rechten Mann am 
rechten Fleck 1 ist die Erzielung erstrebter psychischer Wirkungen (wie Münster 
berg sich ausdrückt). Die Schwierigkeit besteht darin, den Menschen reibungs 
los den sachlich-ideologisch-personellen Gegebenheiten des Betriebes einzuglie 
dern. Dabei ergeben sich sofort zwei Gegensätze: entweder paßt sich der Mensch 
den gegebenen Bedingungen an, ordnet sich ihnen ein unter Verzicht auf eigen- 
persönliche Wünsche und Gefühle, oder aber die betriebliche Umwelt wird dem 
physisch-psychischen Zustand des Menschen angeglichen. 
Ähnlich nennt Giese diese beiden Richtungen in der etwas engeren wirtschaftspsycholo 
gischen Betrachtungsweise,.Subjekts“- und,,Objektspsychotechnik“und stellt fest, daß bis 
her die erstere vorgeherrscht habe, daß aber notwendig die Weiterführung in Richtung der 
letzteren liegen müsse 2 . 
Wenden wir uns dem Menschen selbst zu, so erkennen wir, daß die Abstu 
fung menschlicher Charaktere nicht nur bunt und vielgestaltig, sondern auch 
stetig wechselnd ist. Jede Beleuchtung zeigt eine andere Farbe, jeder Einfluß 
schafft andere Wirkungen, jede Zeit trifft andere Menschen. Neben die Viel 
wertigkeit tritt die Doppelwertigkeit (Ambivalenz, nach Klages) als bedeutende 
Erschwerung der Erkenntnis der Charaktere im Hinblick auf die organisatori 
schen Gegebenheiten. 
3. Die Funktionsbildung. Hauptschwierigkeit und Hauptbestreben aller be 
trieblichen Organisation — und zugleich eine wichtige Frage der Aus- und Fort- 
Giese: Methoden . . ., S. 4/ö. 
1 Giese: Methoden..., S. 3.
	        

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Der Wirtschaftsbetrieb Als Betrieb (Arbeit). Verlag von Julius Springer, 1936.
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