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Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Monograph

Identifikator:
1014011027
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-25942
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1936
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 240 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
C. Die Organisation
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Grundlagen
  • B. Die Menschen im Betrieb
  • C. Die Organisation
  • D. Die Wirtschaftlichkeit
  • Index

Full text

Die organisatorische Auswahl. 
121 
Die aktiven Maßnahmen positiver Auslese des Wirtschaftsbetriebes bis zur 
Schaffung eines festen Personenkreises—seien es Mitarbeiter, Lieferanten, Kredit 
geber oder Abnehmer —, aus denen bei Bedarf in geeigneter Weise der bisherige 
Stamm ergänzt werden kann, sind auch der tiefere Grund für die Anteilnahme an 
der Vorbildung, der Stärkung des Namens und Rufes der Firma und der Aus 
dehnung sonstiger Marktbeziehungen. Auch durch die Werbung wird zwar eine 
gewisse natürliche Auswahl aller Mitwirkenden erzielt; sie bringt eine Scheidung 
hinsichtlich der Eignung insofern mit sich, als bei den durch sie angezogenen 
Personen von vornherein eine gewisse Übereinstimmung der Anforderungen mit 
ihren Fähigkeiten und vor allem ihrem Wollen vorausgesetzt werden kann. Das 
gilt sowohl für Verbraucher oder sonstige Nutznießer der Betriebsleistungen als 
auch für die Betriebsmitarbeiter. Es hat sich aber gezeigt, daß die tatsächliche 
oder vorgebliche Übereinstimmung den Erfordernissen des Wirtschaftsbetriebes 
in den wenigsten Fällen genügt. Das ist sogar bei der Feststellung der rein körper 
lichen Voraussetzungen der Arbeiter der Fall, obwohl hier die Vorbedingungen 
noch am günstigsten sind. Es wäre hierzu eine genaue Kenntnis der für bestimmte 
Arbeitsleistungen einzig geeigneten körperlichen Verfassung einmal seitens des 
sich Anbietenden und ferner seitens des untersuchenden Arztes oder der sonst aus 
wählenden Stelle notwendig 1 ; bis heute sind diese Voraussetzungen trotz der Vor 
arbeiten auf den Gebieten der Berufs- und Arbeitsuntersuchungen nicht voll ge 
geben. 
Abgesehen von der volkswirtschaftlichen Notwendigkeit, auch den Minder- 
tauglichen ein Unterkommen zu ermöglichen, wäre jedoch die positive Auslese 
auch für den Betrieb günstig, da sie ihm gestatten würde, eine bessere Abstufung 
der Eignung und der für sie aufzuwendenden Kosten vorzunehmen. Scharf 
gezeichnete Berufs- und Arbeitsbilder — die allerdings in praktisch brauchbarer 
Form überhaupt wohl nur von den Handfertigkeitsbefähigungen entworfen werden 
können — sind aber immer die notwendige Voraussetzung; ferner müßte noch eine 
genügend umfangreiche Arbeitsleistung und Arbeitsbeobachtung der Prüflinge 1 2 
hinzukommen, die aber ebenso auf Schwierigkeiten hinsichtlich Zeit und Kosten 
stößt. Vor allem die persönliche Arbeitswilligkeit ist es, die nicht nur erkannt und 
danach die entsprechende Person ausgewählt, sondern die auch im fortlaufenden 
Betrieb gepflegt und erhalten werden muß: der Ansatzpunkt der sozialen Betriebs 
politik. Hier muß eine Auswahl nach charakterlichen Eigenschaften vorgenom 
men werden, die mit psychologischen und graphologischen (hin und wieder sogar 
in dummer Weise mit astrologischen) Mitteln und Verfahren durchgeführt wird. 
Es leuchtet ein, daß bei diesen Fragen alles auf den Gutachter oder Prüfer an 
kommt; die weitgehende Scheu der Angestelltenschaft vor den Schriftunter 
suchungen ist sicher großenteils berechtigt, da heute nur wenige wirklich verant 
wortungsvolle Graphologen vorhanden sind. Die Graphologie sollte daher nur 
insoweit zur Anwendung kommen, als sie offenbare Betrüger oder sonstige Schäd 
linge namhaft machen kann, also nur zur gröbsten, negativen Auswahl mit heran 
gezogen, aber niemals als positiv-ausschlaggebend angesehen werden. 
Wesentlicher für die Organisation in Wirtschaftsbetrieben als die vorgenann 
ten, der genauen Erfassung weitgehend entzogenen positiven Verfahren ist dem 
nach die negative Auswahl, die fast immer das Wesen einer Konkurrenzauslese 
annimmt, deren Anwendung jedoch auf allen Gebieten geläufig ist, wie eine nähere 
Darstellung der einzelnen Auswahlverfahren zeigen wird. Sie besteht darin, daß 
alles für die Zwecke der Durchführung des Wirtschaftsbetriebes Unbrauchbare 
oder Unerwünschte bewußt ferngehalten und ausgeschaltet wird. Der Organi 
1 RKW-Veröffentlichungen Nr. 87, S. 234. 
2 RKW-Veröffentlichungen Nr. 87, S. 23S.
	        

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Der Wirtschaftsbetrieb Als Betrieb (Arbeit). Verlag von Julius Springer, 1936.
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