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Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Monograph

Identifikator:
1014011027
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-25942
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1936
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 240 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
C. Die Organisation
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Grundlagen
  • B. Die Menschen im Betrieb
  • C. Die Organisation
  • D. Die Wirtschaftlichkeit
  • Index

Full text

124 
Die Organisation. 
Packung, Marke, Licktzeichen, Rundfunkvortrag, Vorführung, Kostproben, Vertreterbesuch, 
Katalogzusenden, Probesendung u. a. — unterschiedlich und wechselnd ist, stellt die Auswahl 
hier an den Organisator hohe Anforderungen; um so mehr, als er auf die Bedürfnisse des Be 
triebes Rücksicht nehmen muß. Eine Kontrolle des Erfolges ist zudem sehr schwierig. Men 
genmäßig sind zwar Feststellungen denkbar, jedoch entzieht sich die wertmäßige Erfolgswir 
kung fast jeder Beobachtung; alle Erfolgsuntersuchungen sind daher ungenau. Aus diesem 
Grunde sind auch so viele und so schlechte Werbeverfahren üblich, da ihr Erfolg oder Mcht- 
erfolg nicht oder nicht einwandfrei ermittelt werden kann. Eine einigermaßen genaue Auswahl 
der Verfahren und Mittel nach ihrem Erfolg ist daher ebensowenig möglich. Allerdings gilt 
dies mit der Einschränkung, daß auch hier ■— wie immer und überall — grobe Fehler und Sinn 
losigkeiten sich sofort kennzeichnen: man wird nicht das Persilflugzeug über der Sahara 
Wolkenschrift schreiben lassen. 
Für sämtliche betrieblichen Betätigungen läßt sich die Vorauslese nach weisen; 
hinsichtlich der verwendeten Arbeitsmittel und Arbeitsverfahren ist 
sie allerdings je nach der Häufigkeit der notwendigen Entscheidungen oft nicht 
deutlich sichtbar, da sie vielfach den leitenden Stellen oder deren Hilfsstellen von 
Pall zu Fall überlassen bleibt. Die laufende Unterrichtung aus Fachzeitschriften 
und Archiven, die ständige Verfolgung der Fortschritte der Wissenschaft und des 
Wettbewerbs auf Tagungen und Ausstellungen, die Unterhaltung eigener und die 
Unterstützung fremder Porschungseinrichtungen und Laboratorien und ähnliche 
Maßnahmen dienen jedoch vorwiegend dem Zweck, in jeder Hinsicht und für jeden 
Fall unterrichtet zu sein. Die Schlagworte der technischen und kaufmännischen 
Fehlrationalisierung und übertriebenen Mechanisierung, die sich zum Teil als 
Fehlmaßnahmen der Auswahl erklären lassen, mögen hier genügen, um auf die 
Bedeutung hinzuweisen. 
3. Die Prüfung. Die endgültige Auswahl ist gekennzeichnet durch das Stichwort: 
Prüfung. Trotz aller Vormaßnahmen positiver Art kann der Betrieb ohne dieses Verfahren 
negativer Ausscheidung nicht auskommen. Vorbedingung für jede Prüfung ist natürlich die 
Kenntnis dessen, was als Ergebnis der Prüfung hereinkommen soll, also der Eigenschaften und 
Fähigkeiten, die als Grundlage der einzelnen Tätigkeiten angesehen werden. Daher muß zu 
Anfang jeder Prüfung eine Festlegung der zum Beruf oder zur Lösung einer bestimmten Auf 
gabe erforderlichen Kenntnisse, Eigenschaften und Fähigkeiten erfolgen, die sich sowohl über 
die Personen als auch über die verwendeten Verfahren und Stoffe erstrecken müssen. 
Die menschlichen Befähigungen umfassen solche körperlicher und geistiger Art, wobei 
wiederum die körperlichen zu trennen sind nach sinnenabhängigen (sensorischen) und muskel 
abhängigen (motorischen), während bei den geistigen die charakterlichen und die intellektuel 
len Eigenschaften zu unterscheiden sind. Sowohl beim Personal, wo eine Prüfung auf Kennt 
nisse, Charaktereigenschaften, körperliche und geistige Fähigkeiten die Tauglichkeit festlegt, 
als auch bei den Stoffen und Verfahren sind Prüfungen allgemein notwendig und üblich. Über 
all ist der früher hochgeschätzte „gute Blick“ durch wissenschaftlich ausgearbeitete Prüfver 
fahren verdrängt worden, da er den Anforderungen in keiner Weise gewachsen war. Selbstver 
ständlich ist eine gewisse Menschen-, Material- und Verfahrenskenntnis für die erste grobe 
Auswahl von Wert; die Anforderungen an Feinheit und Genauigkeit, die das Kennzeichen 
zeitgemäßer Organisation sind, können sie jedoch nicht erfüllen. 
Doch auch die Prüfungen sind nicht ohne Mängel, was deutlich an den einfach 
sten Verfahren der körperlichen Geschicklichkeits-und Kraftleistungsuntersuchun 
gen des Personals nachgewiesen werden kann. Abgesehen von den Prüfungs 
umständen und der Erscheinung der Prüfungsbefangenheit stellt die Zeit einen 
Umstand dar, der kaum je richtig eingesetzt werden kann. Hinzu kommen die 
Schwierigkeiten geeigneter Einrichtungen, die den tatsächlichen Betriebsverhält 
nissen und ihren Anforderungen gerecht werden, ferner die oft nur unvollkommene 
Möglichkeit, die tatsächlichen Betriebsbedingungen auch der Prüfung zugrunde 
zu legen, und endlich — aber wohl am bedeutungsvollsten — die Hemmungen, 
die aus den seelischen Antrieben herrühren. Zu allen Körperproben müssen daher, 
um auch nur ein einigermaßen glaubwürdiges Bild zu gewährleisten, Ausdrucks 
beobachtungen verarbeitet werden 1 , welche jedoch bisher noch nicht genügend 
1 RKW-Veröff. Nr. 87, S. 240.
	        

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Der Wirtschaftsbetrieb Als Betrieb (Arbeit). Verlag von Julius Springer, 1936.
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