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Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Monograph

Identifikator:
1014011027
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-25942
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1936
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 240 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
C. Die Organisation
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Grundlagen
  • B. Die Menschen im Betrieb
  • C. Die Organisation
  • D. Die Wirtschaftlichkeit
  • Index

Full text

168 
Die Organisation. 
betriebe sind aus natürlichen geologischen Verhältnissen heraus immer zur Mehr- 
ghedrigkeit vorbestimmt — sofern sie eine bestimmte Größe annehmen wollen. 
Das bedeutet an sich zwar nur eine rein örtliche Dezentralisation, womit jedoch 
keineswegs auch eine sachliche Dezentralisation verbunden ist; im Sinne der 
Erhaltung eines einheitlichen Arbeitsvollzugs und Ertragsträgers ist vielmehr 
gerade bei örtlicher Dezentralisation die sachliche Zentralisation zwingend ge 
boten. Es zeigt sich also, daß auf die räumliche Zentralisation die Betriebsgröße 
oft maßgebenden Einfluß hat 1 , doch ist dieser Einfluß in den einzelnen Geschäfts 
zweigen nicht gleich: Banken können sowohl zentralistisch (Reichskreditgesell 
schaft, Berliner Handelsgesellschaft) als auch dezentralistisch (Filialbanken) als 
Großbanken bestehen; die Art der Geschäfte (ob Groß-, Mittel- oder Kleinkredite, 
Emissionen usw.) und die Art der Geldbeschaffung spielen hier eine große Rolle. 
Überall, wo eine große Anzahl von kleinen Geschäftshandlungen über ausgedehnte 
Gebiete vorgenommen werden soll, ist das Bestreben zur räumlichen Dezentrali 
sation vorhanden (Warenhäuser, Massenfilialunternehmungen, Fabrikverkaufs 
stellen u. a.). Doch zeigt auch auf diesem Gebiet das Beispiel des Versandgeschäfts 
die starke Abhängigkeit von der Geschäftstechnik. Ein scharfer Schnitt zwischen 
räumlicher und sachlicher Vereinheitlichung ist also nicht zu führen. 
Vielmehr spitzt sich die räumliche Zentralisation auf die Frage der optimalen 
Betriebsgröße zu, hängt also letztlich auch von der Kostengestaltung ab. Aus 
technischen Gründen streben Fertigungsbetriebe bis zu einem gewissen Grade, 
der nach der Branche verschieden ist 1 2 , zur räumlichen Einheit. Die Zusammen 
schlüsse und Angliederungen in Form von Konzernen, d. h. die Zusammenfassung 
mehrerer räumlich verteilter Betriebe oder Unternehmungen unter eine gemein 
same und einheitliche Leitung verwirrt jedoch auch diese Entwicklung. Der Kon 
zern stellt immer eine räumlich dezentrale, sachlich aber mehr oder minder zen 
trale Organisationsform dar. Der Grad der Zentralisierung kann dabei von so gut 
wie allen betrieblichen Bedingungen abhängen 3 : von der örtlichen Verteilung an 
sich und der Größe der Entfernungen, von den Personen, von der Branche, von der 
Fertigungs-, Verwaltungs-, Einkaufs- oder Absatztechnik, von der Art und der 
Wertigkeit des Erzeugnisses, von der Finanzierung usf. Immer werden die Geld 
politik und als Mittel dazu das Rechnungswesen, ferner die Beschäftigungsvertei 
lung, die Investitionspolitik und in vielen Fällen auch die Beschaffungspolitik 
zentral geleitet 4 . Dabei ist es natürlich nicht notwendig, daß all diese Stellen auch 
örtlich zentral liegen; vor allem Einkauf, Verkauf und Rechnungswesen können 
größtenteils räumlich verteilt, etwa bei den Werken, liegen; dies zum Beispiel 
dann, wenn es sich um verschiedenartige Erzeugnisse handelt, bei denen eine 
innige Zusammenarbeit zwischen erzeugenden und verkaufenden Stellen not 
wendig ist 5 (vgl. auch die Zusammenfassung der syndizierten Erzeugnisse der 
Vereinigten Stahlwerke in besonderen zentralen Verkaufsgesellschaften (s. S. 159), 
während der Verkauf der Spezial-Werkstättenerzeugnisse bei den Werken ver 
blieb). Wenn heute starke Gründe der verschiedensten Art, zum Beispiel Gegen 
geschäfte, Ausnutzung aller Preismöglichkeiten und Erfahrungen, planmäßige 
Forschung u. ä. für die Einkaufszentralisierung angeführt werden, so geht daraus 
deutlich die Neigung zur Zentralisierung bei steigenden Schwierigkeiten hervor. 
1 Walb: Kaufmännische Betriebswirtschaftslehre, S. 20. 
2 Siehe hierzu Beste: Die optimale Betriebsgröße, der auf S. 55—69 eine Darstellung der 
Branohenversohiedenheiten in dieser Hinsicht gibt, die sich vorwiegend auf die Ergebnisse des 
Enquete-Ausschusses stützt. 
3 Beste: Verwaltungsaufbau und betriebliches Rechnungswesen. Festschrift Schmalen- 
baoh, S. 110/11. 
4 S. hierzu Bergmann: Festschrift Sohmalenbach: S. 293ff. 
5 Dinkelbach: S. 1147.
	        

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Der Wirtschaftsbetrieb Als Betrieb (Arbeit). Verlag von Julius Springer, 1936.
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