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Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Monograph

Identifikator:
1014011027
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-25942
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1936
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 240 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
C. Die Organisation
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Grundlagen
  • B. Die Menschen im Betrieb
  • C. Die Organisation
  • D. Die Wirtschaftlichkeit
  • Index

Full text

180 
Die Organisation. 
Gründen eine geringere Beweglichkeit. Dagegen weist sie als Vorzug große Einfach 
heit, klare Abgrenzung der Pflichten und Rechte, leichte Aufrechterhaltung der 
Zucht und Ordnung und Durchsetzung der Befehle auf. 
In größeren Betrieben geht jedoch trotz aller Vorzüge der einheitlichen Befehls 
erteilung die sachgemäße Durchführung und der notwendige Überblick über die 
einzelnen Aufgaben verloren. Es werden darum —■ ausgehend von den Taylorschen 
Vorschlägen für den technischen Betrieb — unter möglichst weitgehender Trennung 
der Aufgaben und Aufgabenelemente vor allem hinsichtlich der Bereitstellungs 
und Durchführungsarbeiten alle gleichwertigen Verrichtungen zusammengefaßt 
und einem Fachmann zur Erledigung übertragen, der dann für alle Fragen seines 
Gebietes zuständig ist. Das bedeutet aber eine so starke Zersplitterung der 
Befugnisse und auch eine Erschwerung der Kompetenzverteilung, bei weitgehen 
der Durchführung oft auch eine so ungesunde fachliche Absonderung, daß dieses 
System restlos nicht durchführbar ist, obwohl es die „höchstmögliche Ausnutzung 
der Fähigkeiten des einzelnen Gliedes 1 “ verbürgt. Es ist von Taylor 2 entwickelt 
und auch in die Praxis umgesetzt worden, allerdings vorwiegend in großen 
Fertigungsbetrieben (Maschinenfabriken) im Bereich der technischen Arbeit; 
Fayol lehnt es ab, da es „eine Verneinung des Prinzips der Einheit der Auftrags 
erteilung“ bedeutet, das nicht „ungestraft verletzt werden kann“ 3 . 
Dagegen ist als Mittellösung heute überall — mit Ausnahme vielleicht der 
kleineren Betriebe, bei denen sich die Ausbildung eines Stabes nicht lohnt ■— die 
mehr oder minder stark nach der einen oder anderen Seite neigende Aufteilung 
der Befugnisse nach dem „Stab-Linien-System“ 4 durchgeführt. Dieses System 
der Ausbildung von „Stäben“ wird stufenweise durchgeführt; der Direktionsstab 
als Hilfe, Verstärkung oder Erweiterung der Kraft, Urteilsfähigkeit und Zeit des 
Generaldirektors kann ganz verschiedenes Aussehen und verschiedenen Umfang 
haben: Sekretäre, Fachreferenten (Ingenieure, Juristen, Finanzleute, Statistiker, 
Selbstkostenrechner usw.) oder Beiräte, Ausschüsse, Studienabteilungen (u. U. in 
Form selbständiger Gesellschaften), Laboratorien u. ä.; auch die Fremdbeauf 
tragung oder die nur zeitweilige Verwendung ist denkbar 5 . Die Weiterbildung 
dieses Stabes ist in den „Zentralabteilungen“ der großen Betriebe sichtbar, die 
außer ihrem eigenen Aufgabenkreis bestimmte Beratungs- und Entscheidungs 
funktionen bei den Abteilungen haben, welche der unmittelbaren Durchführung 
der betrieblichen Zweckaufgaben dienen. Im technischen Betrieb selbst sind dann 
die Werkzeugmachereien, die Auftragsabteilungen, Terminbüros, Kontrollabtei- 
lungen wiederum dem eigentlichen Abteilungsleiter unterstellt und vorbereitend 
und beratend tätig. 
Die Verteilung der Kompetenzen ist nun derartig denkbar, daß 
a) die Stäbe den Betriebs-(Linien-)Abteilungen gleichgeordnet sind und nur zur Unter 
stützung und Beratung des Betriebsleiters zur Verfügung stehen; sie haben also keininstan- 
zielles Potential; 
b) die Stäbe nur den nächst untergeordneten Dienststellen gegenüber instanzielle Befug 
nisse haben, deren Kompetenzen jedoch genau abgesteckt sind; 
c) die Stäbe volle Instanzen vertreten, d.h. neben den Linien-Betriebs-Leitern im Bahmen 
ihrer sachlichen Kompetenzen volle Befehlsgewalt haben; 
d) die Stelle des Stabes von einem Ausschuß gebildet wird, welcher aus den geeignet er 
scheinenden Linien-Instanzen sich zusammensetzt und entweder von Zeit zu Zeit Zusammen 
tritt oder laufend tagt; er kann allgemeine Kichtlinien festlegen, die dann von den Linien 
abteilungen selbst ausgearbeitet und durchgeführt werden, oder aber er hat einen Mitarbeiter 
stab dauernd zur Verfügung, ein Büro, das nach seinen Angaben arbeitet. 
Fast alle Großunternehmungen sind heute instanziell nach dem Stab-Linien- 
System aufgebaut, dabei sind oft innerhalb eines Betriebes alle hier genannten 
1 Alford-Prölich: S. 384. 2 Siehe Taylor-Wallichs: Die Betriebsleitung. 
3 Payol: S. 64/65. 4 Alford-Prölich: S. 384ff. 5 Payol: S. 51.
	        

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Der Wirtschaftsbetrieb Als Betrieb (Arbeit). Verlag von Julius Springer, 1936.
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