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Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Monograph

Identifikator:
1014011027
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-25942
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1936
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 240 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
D. Die Wirtschaftlichkeit
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Grundlagen
  • B. Die Menschen im Betrieb
  • C. Die Organisation
  • D. Die Wirtschaftlichkeit
  • Index

Full text

Wesen und Bedeutung. 
195 
worden ist. Nimmt man dazu noch, daß außerbetriebliche Gewinne entstehen 
können, oder daß ein bestimmtes Verhalten bei der Gewinnermittlung den Ge 
winn nach der einen oder anderen Richtung beeinflussen kann, dann wird klar, 
daß praktisch der Gewinn nur mit großer Vorsicht auch als Maßstab der Wirt 
schaftlichkeit des Betriebes angesehen werden kann. Zugleich wird verständlich, 
daß das Bestreben in Wissenschaft und Praxis dahin geht, die Frage zu klären, 
inwieweit der Gewinn der Unternehmung trotzdem als Maßstab der Betriebs- 
Wirtschaftlichkeit brauchbar gemacht werden kann (Verfeinerung der Gewinn- 
hereehnung), sowie zu versuchen, weitere Maßstäbe für die Beurteilung der Be 
triebs-Wirtschaftlichkeit zu finden (wovon unten besonders die Rede ist). 
Wir halten also fest: es ist zu unterscheiden zwischen der Wirtschaftlichkeit des 
Betriebes (Betriebs-Wirtschaftlichkeit) und der Wirtschaftlichkeit der Unter 
nehmung (Rentabilität). Die erstere ist ein Sachbereich für sich (und geschichtlich 
vor der Rentabilität der Unternehmung gewesen). Die letztere ergibt sich aus der 
Kapitalrechnung der Wirtschaft, die nun auch die Betriebs-Wirtschaftlichkeit in 
ihren Bann zieht. Doch geht es nicht an, den einen oder anderen Sachbereich als 
vorgeschaltet oder wertvoller zu bezeichnen. In Wirklichkeit muß sowohl die 
Betriebs-Wirtschaftlichkeit auf die Rentabilität Rücksicht nehmen, wie umgekehrt 
die letztere wieder von der Betriebs-Wirtschaftlichkeit aufs stärkste beeinflußt 
wird. Daß es hierzu noch erforderlich ist, die Gebiete der gesamtwirtschaftlichen 
(politischen) Wirtschaftlichkeit zu beachten, kann im einzelnen Fall die Schwie 
rigkeit erhöhen, die richtigen Maßnahmen zu erkennen oder zu ergreifen. 
Vorsorglich sei an dieser Stelle noch einmal auf das Verhältnis von Rentabilität und 
Gemeinnutz eingegangen (vgl. die eingehende Darstellung im 1. Buch S. 174 und im 2. Buch 
S. 107.) Die Rentabilität bringt zum Ausdruck, daß das Kapital in einer Unternehmung 
(mit Hilfe des Betriebes) wirtschaftlich arbeitet. Da die Rentabilität das Ergebnis eines 
Vergleiches zwischen dem in der Unternehmung verwendeten Kapital und dem während 
eines bestimmten Zeitabschnittes erzielten Gewinn ist, der Gewinn wieder das Ergebnis 
von Aufwendungen und Erträgen darstellt, in diesen Aufwendungen und Erträgen die Vergü 
tungen an die Lieferer der Stoffe und Kräfte und die von den Abnehmern geforderten Preise 
sowie die an die Mitarbeiter gezahlten Entgelte stecken, so entspricht die Rentabilität der 
Forderung des Gemeinnutzes, wenn die Angemessenheit der einzelnen Posten der Gewinn- und 
Verlustrechnung gewährleistet ist. Somit sagt die Geldziffer des Gewinnes (oder des Verlustes) 
noch nichts über das Verhältnis von Rentabilität und Gemeinnutz aus. Zur Angemessenheit 
der Rentabilität gehört ferner — als Ausgleich zu den Risiken — die Bildung entsprechender 
Reserven. Unter Berücksichtigung aller dieser Umstände kann es auch hohe Rentabilitäts- 
ergebnisse geben — im übrigen sorgt dann die Steuerpolitik dafür, daß auch hier die Bäume 
nicht in den Himmel wachsen. 
Wir bemerken im Betriebe einen Bezirk, in dem die Wirtschaftlichkeit eine be 
sondere Rolle spielt: bei der Technik. Wir können unsere Töpfe mehr aus diesem 
oder jenem Stoff, mit dieser oder jener Feuchtigkeitsmenge, dieser oder jener Um 
drehung usw. herstellen und finden, daß das eine oder andere wirkungsvoller ist; 
die technische Wirtschaftlichkeit. Der Techniker pflegt hierfür Wirkungsgrad zu 
sagen. Die technische Wirtschaftlichkeit oder der Wirkungsgrad ist ein Teil der 
gesamten Betriebs-Wirtschaftlichkeit. Die erstere kann einen großen oder ge 
ringen Raum in der Betriebs-Wirtschaftlichkeit einnehmen, je nach der Rolle, die 
die Technik in dem Wirtschaftshetrieb spielt. (Im Bergbau groß, im Handels 
betrieb klein.) 
Heute kommen von dieser Stelle störende und damit bedauerliche Mißverständ 
nisse. Immer mehr gehen die Techniker dazu über, die so treffende Bezeichnung 
Wirkungsgrad in Wirtschaftlichkeit umzutaufen und einfach von Wirtschaftlich 
keit zu sprechen, wenn sie den technischen Wirkungsgrad meinen 1 . Ja, der Tech- 
1 Ein Beispiel für viele (aus jüngster Zeit): In einer Anzeige, die in allen großen Zeitungen 
erschienen ist, heißt es (Autos betreffend): 
Wollen Sie wirtschaftlich fahren ? (Fortsetzung nächste Seite.) 
13*
	        

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Der Wirtschaftsbetrieb Als Betrieb (Arbeit). Verlag von Julius Springer, 1936.
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