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Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Monograph

Identifikator:
1014011027
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-25942
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1936
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 240 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
D. Die Wirtschaftlichkeit
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Grundlagen
  • B. Die Menschen im Betrieb
  • C. Die Organisation
  • D. Die Wirtschaftlichkeit
  • Index

Full text

198 
Die Wirtschaftlichkeit. 
im Betrieb wie in der Gesamtwirtschaft zu beachten. Diese Zusammenhänge 
werden vielleicht deutlicher, wenn wir die Drage der Wirtschaftlichkeit an einigen 
Beispielen erläutern. 
Ein gutes Beispiel für die Wirtschaftlichkeitsüberlegungen bei einem einzelnen Vorgang 
bietet die Anschaffung eines Lastkraftwagens (vgl. Frkft. Ztg. vom 12. 2. 33). Hierbei 
ist zunächst die Möglichkeit der Verwendung verschiedener Größenklassen ins Auge zu fassen. 
Welche Größenklasse soll gewählt werden, soll das Einwagen-, das Anhänger- oder das 
Schlepperprinzip vorgezogen werden ? Hier spielt das Transportgut, die Transportzeit sowie 
der Transportweg eine Rolle: Sperrig oder Massengut, lange Auf- und Abladezeiten, Weg- 
besohaffenheit, Kippmöglichkeit. Ist der Wagen zu groß, so sind die Transportkosten bei 
ungenügender Ausnutzung zu groß, da die toten Gewichte zu hoch sind. Die Kosten für den 
Kilometer sinken nicht nur mit der Anzahl der gefahrenen Kilometer, sondern auch mit der 
Höhe der transportierten Gewichte und der benötigten Zeit, also mit der Tonnenkilometer 
leistung. Die günstigen Zahlen sind aber nur bei Vollast erzielbar; bei Halblast sind sie wieder 
ganz anders. Dazu kommt dann noch die Eigenart des Geschäfts, die es bei stoßartiger Be 
schäftigung vielleicht zweckmäßiger erscheinen läßt, mehrere leichte, statt eines schweren 
Wagens zu wählen; möglicherweise kann ein besonderer Grund wie die Werbung, die Auswahl 
einer Größentype beeinflussen. 
Nach Erwägung dieser Umstände ist die Marke auszuwählen, wobei wieder Qualitätsüber 
legungen angestellt werden müssen, die auf die Art des Transportes Rücksicht zu nehmen 
haben. Dann erst spielen der Preis, die Möglichkeit der Ersatzteilbeschaffung, der Kunden 
dienst (Reparaturen) eine Rolle: wie man sieht, eine große Zahl sehr knifflioher Überlegungen, 
die angestellt sein wollen, bevor die Entscheidung über den Kauf dieses oder jenes Kraftwagens 
fällt. Natürlich haben vorher schon Erwägungen darüber stattgefunden, ob und in welcher 
Höhe die erforderlichen Geldmittel zur Verfügung stehen. 
Für eine Steigerung der Wirtschaftlichkeit in einem Industriebetriebe bringt Hummel 
(Das Rentabilitäts- und Wirtschaftlichkeitsproblem) ein Beispiel: In verschiedenen Bunt 
webereien war die Leistung der einzelnen Webstühle im Verhältnis zur möglichen Leistung 
gering. Der Weber mußte sich das Sohußgarn selbst abholen, ebenfalls wie er selbst die 
Ablieferung des fertigen Stückes vollziehen und der Prüfung beiwohnen mußte. In der erforder 
lichen Zeit blieb der Webstuhl stehen. Nunmehr wurde eine besondere Hilfskraft mit dem 
Zubringen des Materials und der Ablieferung der Stücke betraut, wodurch der Ausnutzungsgrad 
der einzelnen Webstühle von 75—80 auf 80—90% gesteigert wurde. Das bedeutet, daß 
die Gesamtleistung anstieg, ohne daß neue Einrichtungen nötig waren; diesem Erfolg sind 
jedoch die Aufwendungen gegenüberzustellen, die durch den neuen Hilfsarbeiter erforderlich 
wurden. 
Wie in einem Einzelhandelsbetrieb die Wirtschaftlichkeit gesteigert werden kann und 
welche Überlegungen dabei anzustellen sind, dafür bringt Seyffert eine Fülle von Bei 
spielen in seinem Buche: Der Mensch als Betriebsfaktor. 
Über Wirtschaftlichkeit im Reichsbahnbetrieb berichtete Leibbrand (auf einer Stu 
dienkonferenz der Reichsbahn): Eine grundsätzliche Umgestaltung des Sohienennetzes ist 
finanziell nicht möglich. Die Verbesserungen müssen dort einsetzen, wo mit geringen 
Mitteln eine große Wirkung erzielt wird. Im Güterverkehr ist hohe Fahrgeschwindigkeit 
nur für einen kleinen Bruchteil aller Frachten erforderlich; die Geschwindigkeitssteigerung 
hat aber infolge des schnelleren Umlaufs von Mannschaften und Fahrzeugen zu einer jähr 
lichen Ersparnis von 30 Mill. im Güterzugdienst geführt. Deshalb hat die Reichsbahn 
mit besonderem Nachdruck die Bangiertechnik und die Organisation der Güterzugbildung 
entwickelt. 
4. Die Gewährleistung der Wirtschaftlichkeit. Im (Wirtschafts-) Betrieb kommt 
es darauf an, das Prinzip der Wirtschaftlichkeit so vollkommen wie nur möglich 
zum Zuge kommen zu lassen. Es gehört dies zur Kunst der besten Betriebsführung, 
was nicht ausschließt, daß der Gedanke der Wirtschaftlichkeit auch schon in den 
der Wirtschaftstätigkeit vorausgehenden planenden Überlegungen (Wirtschafts 
plan) Platz gefunden haben kann. Doch ist es mit diesen Überlegungen und Maß 
nahmen allein nicht immer getan. In den meisten Fällen wird es erforderlich sein, 
den Betrieb oder einzelne Teile und Vorgänge desselben daraufhin zu prüfen, ob 
und inwieweit die Wirtschaftlichkeit auch verwirklicht worden ist, weil sich erst 
in der Ausführung der getroffenen Maßnahmen sichere Anzeichen für diese oder 
jene Feststellung ergeben. Es gibt Wirtschafter, die den allergrößten Wert auf ein 
ständiges und eingehendes Nachspüren der Wirtschaftlichkeit Wert legen, sozu
	        

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Der Wirtschaftsbetrieb Als Betrieb (Arbeit). Verlag von Julius Springer, 1936.
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