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Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Monograph

Identifikator:
1014011027
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-25942
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1936
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 240 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
D. Die Wirtschaftlichkeit
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Grundlagen
  • B. Die Menschen im Betrieb
  • C. Die Organisation
  • D. Die Wirtschaftlichkeit
  • Index

Full text

232 
Die Wirtschaftlichkeit. 
Vollzug der Wirtschaft erheblich geändert: die Wettbewerbsbedingungen wurden 
viel schärfere, dementsprechend mußten die unternehmerischen Handlungen viel 
genauer und auf ihre Wirkungen auf die Wirtschaftlichkeit durchüberlegter sein. 
Der Voranschlag ist hierbei ein brauchbares Mittel, um die Betriebszusammenhänge 
aufzudecken und durch die Herbeiführung einer Übersichtlichkeit des Wirtschafts 
betriebes die Wirtschaftlichkeit zu fordern. Somit muß dem Übersichtlichkeits 
zweck der Voranschlagsrechnung die größte Bedeutung zuerkannt werden. 
Als Mittel mengenmäßiger Betriebsführung steht und fällt der Wert des Vor 
anschlags mit der Genauigkeit der Abschätzung des zukünftigen Absatzes. Hier 
liegt der Angelpunkt des Voranschlages. Ein allgemeines Urteil zu fällen, ist jedoch 
unmöglich. Es wird sicherlich in vielen Geschäftszweigen möglich sein, die Ab- 
satzentwioklung des einzelnen Unternehmens genau abzuschätzen, weil die Ver 
hältnisse klar, in ursächlichem Zusammenhang stehend sind und die Entwicklung 
in ruhigen Bahnen verläuft. Auf anderen Gebieten sind diese Voraussetzungen 
nicht gegeben: neue Erfindungen, politische Ereignisse o. ä. beeinflussen den Markt, 
so daß eine Abschätzung meist auf dem Papier bleiben muß. Von Vorteil wäre, 
wenn statistische Unterlagen in größerem Umfang zur Verfügung stehen würden, 
wie dies beispielsweise in den Vereinigten Staaten der Fall ist. Dazu kommt die 
Schwierigkeit der Konjunktur vor her sage. (Jedoch ist andererseits darauf hinzu 
weisen, daß durch ein erprobtes Voranschlagssystem die Entwicklung der Kon 
junktur schneller erkannt und der Betrieb darauf umgestellt werden kann.) Was 
die heutigen deutschen Verhältnisse anbetrifft, so kann gesagt werden, daß mit 
dem Eintreten klarer politischer Verhältnisse die Möglichkeiten der Voransohlags- 
rechnung gesteigert worden sind, daß andererseits in der ungewissen Gestaltung 
des deutschen Exports, der in vielen Geschäftszweigen eine große Rolle spielt, ein 
starker Unsicherheitsposten vorhanden ist. 
Die Schwierigkeiten, die dem Voranschlag in der ungewissen Absatzgestaltung 
entgegenstehen, können vermindert werden, wenn die Rechnung genügend wand 
lungsfähig und dehnbar aufgebaut und geführt wird. Es darf kein Gebilde auf 
gebaut werden, das dem Etat des Staates mit seiner Starrheit nachgebildet ist! 
Gerade das Budget soll dazu erziehen, die veränderten Umstände schnell zu er 
fassen und den Wirtschaftsbetrieb darauf umzustellen und anzupassen. 
Auch die untersten Glieder des Wirtschaftsbetriebes müssen von diesem Sinn 
des Voranschlags überzeugt sein. Die Zahlen des Voranschlags sollen für sie keine 
unbedingten Vorschriften sein, die eingehalten werden müssen, sondern lediglich 
als Richtschnur und Anhaltspunkt für ihre Handlungen dienen. Der einzelne Mit 
arbeiter darf sich nicht als Sklave des Voranschlags fühlen, sondern seine Hand 
lungsfreiheit muß gewahrt bleiben. Die Versuche, die Abweichungen von den Soll 
zahlen zur Grundlage der Entlohnung zu machen, sind daher nur äußerst vorsichtig 
und von erfahrener Hand vorzunehmen. Für die Gefahren, die in einer zu starren 
Bindung an den Voranschlag bestehen, seien nur einige Beispiele angeführt: einem 
Vertreter ist die Äbsatzmenge vorgeschrieben. Wenn es ihm nicht gelingt, diese 
Menge einzuhalten, wird er entweder lustlos und gleichgültig oder er versucht, seine 
Waren auf eine, dem Unternehmen schädliche Weise abzusetzen, sei es, daß er an 
zahlungsschwache Kunden verkauft, oder daß er seine Kundschaft zu größeren Käu 
fen als von diesen beabsichtigt, nötigt: beides Wege, die dem Vertreter zwar die 
Innehaltung seiner Voranschlagsziffern erbringen, für die Unternehmung aber 
schädlich sind. Oder: einer Produktionsabteilung ist im Voranschlag nur eine be 
schränkte Menge an Schmieröl vorgeschrieben. Die Abteilung hält sich an die zu 
niedrig bemessene Sollziffer und schmiert ihre Maschinen zu wenig, oder streckt, 
wie dies verschiedentlich vorgekommen ist, das Schmieröl mit Wasser. Auch hier 
ist die Unternehmung die Geschädigte. Umgekehrt: die Sollziffern für den Ver
	        

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Der Wirtschaftsbetrieb Als Betrieb (Arbeit). Verlag von Julius Springer, 1936.
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