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Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Monograph

Identifikator:
1014011027
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-25942
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1936
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 240 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
A. Die Grundlagen
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Grundlagen
  • B. Die Menschen im Betrieb
  • C. Die Organisation
  • D. Die Wirtschaftlichkeit
  • Index

Full text

Die Stoffe und Kräfte. 
27 
und Verwendung ganz andere Bedingungen haben. Eine Fülle von Pflanzen und Tieren sind 
als Öl- und Fettlieferer gewissermaßen der Rohstoff dieser Industrie. Pflanzliche Öle können 
zunächst nach dem Grad ihrer Jodaufnahmefähigkeit unterschieden werden als trocknende 
(Leinöl, Mohnöl, chinesisches und japanisches Holzöl, Sonnenblumen- und Walnußöl), als 
halhtrooknende (Baumwollsaatöl, Leindotteröl, Mais-, Kürhiskern- und Bucheckernöl, Rüböl, 
Senföl, Sojabohnenöl)und als niohttrocknende Öle (Oliven- [Baum-] öl, Erd- und Haselnußöl, 
Oliven- und Aprikosenkemöl, Mandelöl u. a.). Unter den Pflanzenfetten sind als wichtigste 
das Kokosnuß- und Palmkernfett, der chinesische und Malahartalg, das Japanwachs zu nennen 
und von den Tierfetten einerseits die der Landtiere (Klauen- und Knochenfette, Rind- und 
Hammeltalg, Schweineschmalz, Butterfett) und andererseits der Seetiere (als welche Robben-, 
Walfisch-, Haifischtrane, Herings- und Dorschlehertrane erwähnt werden sollen). Flüssige 
und feste animalische Wachse (Bienenwachs, Insektenwachs u. a.) und vegetabilische Wachse 
vervollständigen die Reihe. 
Der Fettgehalt der Ölsaaten und Früchte ist von 18—25% bei der Baumwollsaat bis zu 
48—65% beim Walnußkern verschieden, was allein schon für den Einkauf von Wichtigkeit 
ist. Aber auch die Gewinnung der pflanzlichen und tierischen Fette und Öle ist sehr unter 
schiedlich, obwohl die Enderzeugnisse in der chemischen Zusammensetzung nur wenig, in 
ihren Eigenschaften allerdings mehr voneinander abweichen — vor allem im Schmelz- und Er 
starrungspunkt, im Hinblick auf die Verseifung (Ranzigwerden) und die Jodaufnahmefähigkeit 
(trocknende oder niehttrocknende Fette und Öle). Die pflanzlichen Fette werden durch Aus 
pressen und Extrahieren, die tierischen durch Ausschmelzen gewonnen. Ebenso stark unter 
schiedlich ist die Weiterverarbeitung, die zur Margarine- und Seifenherstellung, zur Farben-, 
Lack- und Firniserzeugung, zur Benutzung im Haushalt als Speisefett wie zur Hersellung von 
Buchdruckfarben führen kann. Kaum ein Gebiet der Industrie wird durch die notwendige 
Umstellung auf heimische Erzeugnisse stärker berührt als die Industrie der pflanzlichen und 
tierischen Öle. Die Verwendung heimischer Ölquellen (Lein u. a.) bedingt Schwierigkeiten im 
wirtschaftlichen Ausgleich zwischen der öl- und Faserausbeute, die Einfuhr stärker ölhaltiger 
Früchte (Kopra, Palmkern, Erdnuß) hat einen verminderten Ölkuchenanfall zur Folge, der in 
der Futtermittelbewirtschaftung fehlt. 
3. Die Arbeitsverfahren und Arbeitsmittel. Es würde sicher eine reizvolle und 
auch im Rahmen dieser Darstellung wertvolle Aufgabe sein, zu verfolgen, wie die 
Entwicklung von der Seite der Stoffe her auf die Herstellungsverfahren und 
Arbeitsmittel der einzelnen Erzeugnisse gewesen ist; doch fehlt hierzu leider der 
Raum. 
Fest steht, daß heute für den gleichen Zweck eine große Zahl von Stoffen be 
nutzt werden kann. Wer sich wirtschaftlich betätigen will durch Erstellung 
eines Gutes oder einer Dienstleistung mit Hilfe der Technik, der muß sich zu 
nächst entscheiden; einerseits, ob er ein bestimmtes Erzeugnis herstellen will, etwa 
Salzsäure, Soda, Stickstoffverbindungen u. a., ein Rundfunkgerät, einen Kraft 
wagen, eine Werkzeugmaschine, ein Fördermittel, oder andererseits, ob er einen 
bestimmten Zweck erzielen will, etwa eine Sprengung, einen Rostschutz, eine 
Färbung, eine Erhitzung, eine Pressung, einen Schlag, eine Lochung, einen Kraft 
antrieb oder eine Verbindung. In beiden Fällen ist die Verfahrenstechnik sehr 
unterschiedlich: im ersteren Falle können je nach dem zur Anwendung kommenden 
Verfahren die Ausgangsstoffe sehr verschieden sein, doch müssen sie eine be 
stimmte Zusammensetzung haben, soll das gewünschte Erzeugnis hergestellt wer 
den können. Im zweiten Falle spielt diese Stoffzusammensetzung oft keine Rolle, 
wenn nur der Zweck erreicht wird — und zwar „wirtschaftlich“ erreicht wird. 
Daraus ergeben sich die vielfachen Wege zum gleichen Zweck, die eine scharfe 
Auswahl unter den Mitteln und Verfahren nötig machen. Diese Auswahl erfordert 
natürlich eine genaue Kenntnis der Gesamtzusammenhänge zwischen den Wün 
schen der Abnehmer, den Lieferanten der verschiedenen Stoffe und Einrichtungen, 
den geldlichen und technischen Möglichkeiten des eigenen Betriebes, vor allem 
aber die Kenntnis der verschiedenen Verfahrensarten und Arbeitsmittel. 
Vom Kraftantrieb bis zum kleinsten Niet sind Mittel und Verfahren für die 
Erreichung bestimmter technischer Zwecke in mehrfacher und zum Teil grund 
sätzlich verschiedener Weise vorhanden. Nicht nur der Techniker muß alle Mög
	        

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Der Wirtschaftsbetrieb Als Betrieb (Arbeit). Verlag von Julius Springer, 1936.
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