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Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Monograph

Identifikator:
1014011027
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-25942
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1936
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 240 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
B. Die Menschen im Betrieb
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Grundlagen
  • B. Die Menschen im Betrieb
  • C. Die Organisation
  • D. Die Wirtschaftlichkeit
  • Index

Full text

56 
Die Menschen im Betrieb. 
Bilanz. Insbesondere die letztere Vorschrift soll bewirken, daß sich Vorstand und 
Aufsichtsrat in der (gegenseitigen) Bemessung ihrer Bezüge den besonderen Ver 
hältnissen ihrer Unternehmung (Leistungen, Gewinn, Mitarbeiter) anpassen und 
auch in der Öffentlichkeit den auf sie entfallenden Anteil am Gewinn rechtfertigen 
können. 
Eine besondere Entwicklung haben die Entgelte für die Vorstandsmitglieder 
der Aktiengesellschaften in der Nachkriegszeit angenommen. Bei der Neufest 
setzung der Bezüge nach der Inflation ist es weitverbreitete Übung gewesen, die 
festen Bezüge in die Hohe zu schrauben, vielfach auch mit Rücksicht darauf, 
daß die Gewinnmoglichkeiten nur schwer übersehbar waren. So sind in großem 
Umfang ehemalige Tantiemen in feste Bezüge umgewandelt worden (übrigens 
nicht nur bei privaten Unternehmungen, sondern ebenso auch bei öffentlich-recht 
lichen Unternehmungen), was sich in grotesker Weise bemerkbar machen sollte. 
Während hierdurch die Bezüge in der (Schein-) Hochkonjunktur bis 1929 ganz be 
trächtlich (durch hohes Gehalt und hohe Tantieme) anwuchsen, blieb das Gehalt 
auch in der darauffolgenden Krise hoch, zu einer Zeit, wo die Aktiengesellschaften 
schon mit Verlust abschlossen und Millionen von Angestellten und Arbeitern 
schon arbeitslos waren. Es bedurfte dringender Hinweise und schließlich des 
unmittelbaren Druckes von seiten der Regierung, um die Vorstände der Aktien 
gesellschaften zu veranlassen, ihre Gehälter herabzusetzen. Insbesondere geschah 
dies im Zuge der Notverordnung vom I. Dezember 1931, die die Kürzung der 
Gehälter der Beamten vorsah. Auch die oben erwähnten Bestimmungen der am 
19. September 1931 erlassenen Aktienrechtsnovelle sollten diesem Zwecke dienen. 
Zusammenstellungen über die Höbe der Voretandsgehälter je Person oder nach Art der 
Gesellschaft (Größe, Geschäftszweig), nach dem Verhältnis zum Kapital, zum Gewinn, zu den 
Löhnen und Gehältern insgesamt, dem Umsatz, den Abschreibungen u. ä. liegen bisher nicht 
vor. Eine Durchsicht der Geschäftsberichte der letzten Jahre läßt jedoch erkennen, daß nicht 
nur die Höhe der Bezüge dieser Art sehr schwankt, sondern auch ihr Verhältnis zu allen vor 
genannten Bezugsgrößen. So sind jährlich Bezüge von 6000—8000 BM je Kopf des Vorstan 
des bis zu weit über 100 000 BM festzustellen. Im allgemeinen steigt die Ziffer mit der Größe 
der Gesellschaft, d. h. mit dem Aktienkapital, der Arbeiterzahl, dem Umsatz; doch sind inner 
halb der einzelnen Wirtschaftszweige die Unterschiede sehr groß. Auch die Tatsache, ob 
öffentliches oder privates Kapital die Gesellschaft beherrscht, spielt offenbar eine Bolle. 
Bei Gesellschaften kleineren Umfangs ist das Verhältnis der Bezüge von Vorstand und 
Aufsichtsrat zu der Gesamtsumme der Löhne und Gehälter im allgemeinen erheblich höher 
als bei großen Unternehmungen; trotz der geringen Höhe der Ziffer an sich machen sie oft 
20—25% der Löhne und Gehälter aus, während große Unternehmungen nur etwa 0,6—2% 
der Löhne und Gehälter als Vorstands- und Aufsichtsratsbezüge ausweisen. 
Ein Vergleich mit dem Gewinn ist ebenfalls wenig ergiebig; der Gewinn ist großenteils das 
Ergebnis bilanzpolitischer Erwägungen; um zu besseren Ergebnissen zu kommen, müßten 
zum mindesten die Abschreibungen und deren Verhältnis zum Anlagenbuchwert mit berück 
sichtigt werden. Je nach dem Jahresergebnis schwankt der Gewinn sehr stark, so daß sich 
für die Vorstandsgehälter Ziffern von 2-—100% des Gewinns ergeben können, ohne daß damit 
ohne genauere Untersuchung des Einzelfalls etwas ausgesagt wäre. 
Als wichtigste und aufschlußreichste Bezugszahl wäre der Umsatz zu nennen, obwohl auch 
hier die gleichen Vorbehalte zu machen sind wie bei den Löhnen und Gehältern, allerdings 
in abgeschwäohtem Maße. Leider werden die Umsätze in den Geschäftsberichten der deutschen 
Gesellschaften nur sehr spärlich angegeben. Bei den Industriegesellsohaften halten sich die 
Aufwendungen für Vorstand und Aufsichtsrat fast durchweg unter 1% des Umsatzes, stellen 
oft sogar nur 0,1—0,2% des Umsatzes dar; doch können sie bei kleineren Gesellschaften leicht 
mehrere Prozent des Umsatzes erreichen. Die Art des Unternehmens, der Kreis der Aktionäre 
(ob Familien- oder freier Kapitalbesitz) u. a. spielen dabei eine Bolle. 
Zudem ist bei den in der Bilanz angegebenen Ziffern zu beachten, daß sie die Gesamtbezüge 
des Vorstandes und des Aufsichtsrats darstellen. Bezüglich des Vorstandes können die Be 
züge der einzelnen Mitglieder, insbesondere in den Großunternehmungen, recht erhebliche 
Unterschiede aufweisen, so daß der auf den Kopf berechnete Durchschnitt leicht ein falsches 
Bild von den Höchstsätzen geben kann. Immerhin ist zu erkennen, daß die Bezüge wohl auf 
der ganzen Linie (im Zusammenhang mit der Krise) eine wesentliche Herabsetzung erfahren 
haben.
	        

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Die Geplante Erhöhung Der Brausteuer Für Das Norddeutsche Braugewerbe Und Deren Folgen. Buchdruckerei Gebr. Unger, 1906.
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