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Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Monograph

Identifikator:
1014011027
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-25942
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1936
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 240 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
B. Die Menschen im Betrieb
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Grundlagen
  • B. Die Menschen im Betrieb
  • C. Die Organisation
  • D. Die Wirtschaftlichkeit
  • Index

Full text

triebes an den Sozialabgaben sowie 3. die Kosten für die Abführung der Abzüge 
an die öffentlichen Kassen. 
Aus einer Berechnung der oben erwähnten Erhebung über die Einkommen der Bank 
angestellten geht hervor, daß sich der Unterschied zwischen dem, was der Angestellte tatsäch 
lich erhält (Reineinkommen) und dem, was der Betrieb insgesamt aufzuwenden hat, nicht we 
niger als 29% des als Durchschnitt ermittelten monatlichen Reineinkommens in Höhe von 
242 RM (nach Abzug des 13. Monatsgehalts nur 220 RM) beträgt. Den letzteren Betrag er 
hält der Angestellte ausbezahlt, wohingegen dem Bankbetrieb insgesamt 311 RM an Auf 
wendungen im Durchschnitt erwächst. Hierin sind die Kosten für die Einbehaltung und Ab 
führung der Abzüge nicht enthalten. 
5. Anhang: Der Lohn des Arbeiters. Obwohl im Rahmen dieses Buches mehr die 
kaufmännische Seite des Wirtschaftsbetriebes zur Darstellung kommt und die Ausführungen 
über das Entgelt demnach die Bezahlung der kaufmännischen Mitarbeiter behandeln, ist es 
doch notwendig, an dieser Stelle einiges über die Entlohnung der technischen Mitarbeiter, 
insbesondere der Handarbeiter, zu sagen. Dies ist nicht nur deshalb erforderlich, weil die 
Arbeitslöhne in der gesamten Industrie einen oft entscheidenden Teil der Kosten ausmachen, 
sondern vor allem, weil die Kenntnis ihrer verschiedenen Arten und Formen für die kaufmän 
nische Leitung im Hinblick auf die Art der Kostenzusammensetzung, auf das Verhältnis zur 
Leistung des einzelnen und zur Leistung im ganzen, auf die Organisation der Abrechnung 
und damit des gesamten Betriebes, nicht zuletzt aber auch auf die Stimmung und damit die 
Leistungswilligkeit der Gefolgschaft wichtig ist. 
Für den Wirtschaftsbetrieb gilt es, die Lohnform zu finden und anzuwenden, die jedem 
einzelnen die Möglichkeit und den Anreiz zur Hergabe seiner Höchstleistungsfähigkeit gibt, 
ohne daß körperliche oder seelische Schäden auftreten. So einfach und klar jedoch diese 
Forderung lautet, so schwierig und ungewiß ist ihre Verwirklichung. Zwar ist die Arbeit im 
technischen Betriebe, die hier behandelt wird, vorwiegend Arbeit von Hand oder an einer 
Maschine und als solche einer genauen (mengenmäßigen) Leistungsmessung weit eher zugäng 
lich als die stark geistig untermischte Tätigkeit im kaufmännischen Betrieb, insbesondere die 
hier vorhandene Grundarbeit. Die völlige Trennung von Denk- und Handarbeit im Verfolg 
der Arbeitsteilung ist jedoch bisher keineswegs gelungen und vor allem wohl nur in sehr unter 
schiedlichem Ausmaß überhaupt möglich, so daß also auch zur Ausführung der Handarbeit 
mehr oder minder große Kenntnisse, Erfahrungen und Überlegungen notwendig bleiben. 
Abgesehen aber davon stecken im Lohn zu viele Bestimmungsgründe, deren rechnerische Er 
fassung schwierig, ja teils unmöglich ist, als daß eine unmittelbare Kopplung mit der Leistung, 
die für den Betrieb am zweckmäßigsten wäre, durchgeführt werden könnte. 
Die Gründe liegen einmal in der unterschiedlichen Leistungsfähigkeit des Arbeitenden 
selbst, in seiner beruflichen Ausbildung (gelernt ■— ungelernt), seinen persönlichen Verhält 
nissen (Geschlecht, Alter, Familienstand, Kinderzahl), seinen Ansprüchen im Hinblick auf den 
Lebensunterhalt (Existenzminimum, angemessene Lebensweise), seinem mittel- und unmittel 
baren Arbeitsaufwand (Verbrauch an Nahrung, Kleidung, Nerven) u. a. Sie liegen ferner in 
der Art der Arbeit begründet, die ganz verschiedene Grade von körperlicher und geistiger An 
strengung, Geschicklichkeit und Aufmerksamkeit, aber auch von Opfern an Freizeit (Nacht 
arbeit, Sonntagsdienst), an natürlicher Lebensweise (Bergbau, Tunnelbau, Wasserbau), ja sogar 
an Gefahr für Gesundheit oder Leben erfordert. Ferner spielt die Güte der gelieferten Arbeit 
und die dazu benötigte Arbeitszeit, nicht zuletzt aber auch der erzielte Geschäftserfolg durch 
die Erzeugnisse der Arbeit, der letztlich vom Markt bestimmt wird, eine ausschlaggebende 
Rolle. 
Je nach der stärkeren Betonung oder Vernachlässigung dieser oder ähnlicher Bestimmungs 
gründe in Verbindung mit dem Bestreben des Betriebs, Höchstleistungen an Menge, Güte und 
Wert zu erzielen, haben sich die gebräuchlichen Lohnformen entwickelt; die wesentlichsten 
sollen im folgenden kurz beschrieben und beurteilt werden. 
Alle bestehenden Lohnformen gehen letztlich in ihrer Berechnung auf Lei 
stung in der Zeiteinheit zurück; das gilt vom sog. Stücklohn und ebenso von den 
reinen Zeitlöhnen. Während jedoch beim Zeitlohn nur der Lohnsatz je Zeitein 
heit fest ist, und die in dieser Zeiteinheit vollbrachte Leistung lediglich durch die 
unterschiedliche Höhe des Lohnsatzes bewertet wird, wird beim Stücklohn un 
mittelbar für die Leistung in der Zeiteinheit ein fester Geldbetrag angesetzt, so 
daß also der Lohnsatz je Zeiteinheit nur über die in dieser Zeit vollbrachte Lei 
stung, die Stückleistung, zu erkennen ist. Es ist klar, daß die letztere Art der Ent 
lohnung, die je Stück, nur dann anwendbar ist, wenn die für die Leistung aufzu 
wendende Zeit in möglichst festen und engen Grenzen ein für allemal bestimmt 
Prion, Die Lehre vom Wirtschaftsbetrieb. III. 6
	        

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Der Wirtschaftsbetrieb Als Betrieb (Arbeit). Verlag von Julius Springer, 1936.
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