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Wie Deutschland seine Schulden bezahlen kann!

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Bibliographic data

fullscreen: Wie Deutschland seine Schulden bezahlen kann!

Monograph

Identifikator:
1014015472
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-24472
Document type:
Monograph
Author:
Ladendorf, Friedrich
Title:
Wie Deutschland seine Schulden bezahlen kann!
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag Otto Elsner Verlagsgesellschaft m.b.H
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (64 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
2. Teil. Kritik des geltenden Steuerwesens
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Wie Deutschland seine Schulden bezahlen kann!
  • Title page
  • Contents
  • 1. Teil. Allgemeine Grundsätze der Steuerpolitik
  • 2. Teil. Kritik des geltenden Steuerwesens
  • 3. Teil. Das neue System
  • 4. Teil. Zusammenfassende Kritik des neuen Systems

Full text

29 
können. Was zunächst die erstgenannte Forderung anlangt, so wird 
unser geltendes Steuerwesen ihr nicht im entferntesten gerecht. Das 
beweist schon das fieberhafte Bestreben der Regierung, immer neue 
Wege der Besteuerung aufzufinden. Wir haben das betrübende Er 
gebnis zu verzeichnen, daß eine ganze Reihe unserer Steuern in ihrem 
Ertrage weit hinter den seitens der Regierung gehegten Erwartungen 
und amtlichen Veranschlagungen zurückgeblieben ist, was sich eben aus 
der Verkehrtheit des geltenden Steuersystems erklärt, das das Kapital 
zu sehr belastet. Folgendes, in den Zahlen selbstredend über 
triebenes, im Prinzip jedenfalls richtiges Beispiel möge dies ver 
anschaulichen: Angenommen ein Jnlandsdeutscher hätte einen ganz 
großen Diamanten, den er an das Ausland für 30 Milliarden ver 
kaufen kann. Er fragt bei der Regierung an, welche steuerlichen 
Folgen das für ihn hätte, und diese würde nach der heutigen Steuer 
politik folgende Antwort erteilen: „Zunächst mußt du 6 Prozent Ausfuhr 
steuer und 15 Prozent Luxussteuer entrichten, sodaß sich 24 Milliarden 
ergeben. Dann mußt du außerdem noch 20 Milliarden Einkommen- 
und Vermögenssteuer abführen; es werden dir also 4 Milliarden ver 
bleiben." Selbstverständlich wird der Besitzer unter solchen Umständen 
auf den Verkauf verzichten und versuchen, den Stein ins Ausland 
zu schmuggeln, so daß der Regierung die ganzen Steuern entgehen. 
Das mag staatsbürgerlich verwerflich sein, ist aber tatsächlich so und 
schließlich ja auch verständlich, und nur Tatsachen entscheiden hinsicht 
lich des Steuerertrages. Volkswirtschaftlich richtig hätte die Regierung 
m. E., so unglaublich es zunächst klingen mag, dem Manne sagen 
müssen: „Wenn es dir gelingt, den Diamanten für 30 Milliarden 
an das Ausland zu verkaufen, so nehmen wir dir nicht nur nichts 
weg, sondern wir geben dir noch eine Belohnung von 2 Milliarden, 
denn unsere Volkswirtschaft würde ja durch die dann sofort erfolgende 
Steigerung des Mark-Kurses jeden Monat Milliarden ersparen. Daß 
du dagegen mit einem Male 32 Milliarden besitzest, tut unserer 
Volkswirtschaft nichts, denn du bist ja unfähig, diesen ungeheuren 
Betrag zu verzehren, und es kann uns nur recht sein, wenn dein 
Kapital die Blutmenge unseres Wirtschaftskörpers vermehrt." Bei 
dieser Betrachtung sei auf die in Deutschland aus Steuerangst ge 
hamsterten Juwelen und wertvollen Luxusartikel, wie Teppiche, Bilder 
und dgl., hingewiesen. Angenommen, daß der Wert dieser Gegenstände 
heute 30 Milliarden beträgt, so könnte man sich auf den Standpunkt
	        

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Wie Deutschland Seine Schulden Bezahlen Kann! Verlag Otto Elsner Verlagsgesellschaft m.b.H, 1921.
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