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Gleichberechtigung von Kapital und Arbeit

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Bibliographic data

fullscreen: Gleichberechtigung von Kapital und Arbeit

Monograph

Identifikator:
1014334349
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-41140
Document type:
Monograph
Author:
Piechottka, Erwin
Title:
Gleichberechtigung von Kapital und Arbeit
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Hans Robert Engelmann
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (64 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Entstaatlichung von Post und Eisenbahn
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Gleichberechtigung von Kapital und Arbeit
  • Title page
  • Die deutsche Wirtschaft am Scheidewege
  • Die Arbeit als Werteinlage
  • Der Sozialindividualismus in der Wirtschaft
  • Die Kapitalisierung der Arbeit
  • Die Arbeitsaktie
  • Der Arbeiter als Mitunternehmer
  • Ausführungsmöglichkeiten
  • Die Beteiligungssysteme
  • Unter dem Druck der Reparationen
  • Die Steueraktie
  • Entstaatlichung von Post und Eisenbahn
  • Ausblick

Full text

59 
als in der allgemeinen Wirtschaftskonstruktion nur die Wahl offen 
stand zwischen privatkapitalistischer und staatskapitalistischer 
Wirtschaft. Erst in der neuen Wirtschaftsform, die den 
Staat in der gesamten Volkswirtschaft als Mitunter 
nehmer verankert, ist es möglich, auch die großen Staats 
betriebe in eine andere Betriebsform zu überführen. Die Ver 
waltung muß ohnehin grundlegend geändert werden. Hier aber 
hätte der Staat die Möglichkeit, ohne daß er seinen Einfluß 
verlöre, Post und Eisenbahn zum Verkauf zu stellen, einer Aktien 
gesellschaft zu übergeben, die ihm dank der Beteiligung durch die 
Steueraktie niemals entgleiten könnte, und man kann gegenwärtig 
noch gar nicht ausdenken, welch ungeheuren Einfluß auf die Ge 
sundung der Reichsfinanzen die allgemeine direkte Finanzierung 
von Post und Eisenbahn ausüben würde. Das wäre namentlich 
dann nicht mehr zu vermeiden, sobald das Problem der Währ ungs- 
regulierung in die Hand genommen wird. Man sollte es sich 
wenigstens unter dem Gesichtswinkel der neuen Wirtschaftsform 
ernstlich überlegen, ob nicht durch Aktienausgabe auf Post und 
Eisenbahn der starke Geldbedarf des Reiches dauerhaft befriedigt 
werden kann. An der Ertragsfähigkeit der Betriebe würde sich da 
durch sehr Wesentliches ändern und die Entwicklung unter Aus 
nützung und Einsatz aller Initiative der Privatwirtschaft 
kann nur günstig beurteilt werden. Das Reich verlöre eine große 
Sorge, wie es das sich gegenwärtig immer vergrößernde Defizit 
decken soll und erhielte statt dessen außer einer dauernden Steuer 
einnahmequelle ein so mächtiges Kapital in die Hände, das auch 
bei den ungeheuren Summen, die gegenwärtig erforderlich sind, von 
allgemein ausschlaggebender Bedeutung wäre. Daß die Einzel 
gesellschaften, die den Betrieb fortsetzen würden, nicht mindestens 
ebensogut wirtschaften könnten wie der Staat, daran wird um so 
weniger ein Zweifel möglich sein, als in zunehmendem Maße die 
alte Pflichttreue der Beamten und Staatsarbeiter, die frühere Grund 
lage der Staatsorganisation im Absterben ist und die Aufsicht über 
die Betriebsführung nicht ausreicht, um einen wirtschaftlichen 
Betrieb zu gewährleisten. Daß die Minderleistungen sich so er 
schreckend gerade in den Staatsbetrieben zeigen, ist vielleicht ein 
gar nicht zu unterschätzendes Anzeichen dafür, daß die 
staatliche Wirtschaft sich überlebt hat und in der heutigen 
Zeit nicht mehr ihre notwendigen Grundlagen findet. Je mehr 
man anerkennen muß, daß Krieg und Revolution auch den Men 
schen geändert haben, und bei dem allgemeinen Suchen nach neuen
	        

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Gleichberechtigung von Kapital Und Arbeit. Verlag von Hans Robert Engelmann, 1921.
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