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Übervölkertes Land

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Bibliographic data

fullscreen: Übervölkertes Land

Monograph

Identifikator:
1014415187
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-22842
Document type:
Monograph
Author:
Landwehr, Ottokar
Title:
Übervölkertes Land
Place of publication:
Wien
Publisher:
Wilhelm Braumüller Universitäts-Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1923
Scope:
1 Online-Ressource (59 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Übervölkertes Land
  • Title page
  • Contents
  • Die Bevölkerungsverhältnisse der Erde
  • Das Städtewesen
  • Die Malthuslehre
  • Innere Kolonisation
  • Europäische Kolonisation
  • Weltkolonisation
  • Schlußbetrachtung

Full text

2 
Einleitung 
Raum erst schaffen. In den letzten Jahrzehnten vor dem Kriege 
waren ihm koloniale Erwerbungen geglückt. 
Damit war es in den Wettbewerb um überseeische Geltung 
eingetreten und der Konfliktstoff gegeben. 
Dessen letzte Ursache liegt also in der zu zahlreichen Be 
völkerung, deren Versorgung zur Expansion nötigte. 
Ähnliche Verhältnisse bestehen leider auch anderwärts. Viele 
europäische Staaten haben schon aus dieser primären Ursache 
— abgesehen von den sonstigen politischen Verhältnissen — 
Reibungen mit dem Nachbar. Und wenn wir den Blick auf die 
übrigen Weltteile lenken, fallen vor allem China und Indien, 
dann Japan in die Augen, die eine Überzahl an Volk haben und 
bei weiterer Vermehrung desselben auf die Nachbargebiete über 
greifen müßten. 
Überall, wo eine zu zahlreiche Bevölkerung keine ausreichende 
Lebensmöglichkeit mehr findet, tritt der unwiderstehliche Zwang 
nach Expansion und damit der Konflikt mit dem Nachbar auf. 
Wenn in alten Zeiten ein Landstrich so übervölkert war, 
daß er — für die damaligen Verhältnisse — seinen Insassen 
nicht mehr genügte, wanderten ganze Völker in günstigere Ge 
genden aus, die sie sich durch Kampf unterwarfen. 
Die ganze Periode der Völkerwanderung mag recht wohl 
auf solche Ursachen zurückzuführen sein. Irgendein übervölkertes 
Gebiet Zentralasiens gab den Anstoß, der die Nachbarvölker über 
den Haufen warf. Deren Druck pflanzte, sich daun wellenartig 
und auf lange Zeiträume verteilt fort, bis endlich wieder relative 
Ruhe eintrat. 
Heute ist diese primitive Form des Ausgleiches der Be 
völkerungsdichte kaum möglich, außer in Gegenden, die noch 
von Nomaden bewohnt sind. 
Wohl flutet aber in der Form der Einzelauswanderung 
ständig ein Menschenstrom aus den Übervölkerungsgebieten in 
andere Gegenden. Zur Ruhe kommt die Bevölkerungssituation 
eigentlich nie, doch ist diese Bewegung viel zu gering, um der 
Volksvermehrung im Heimatlande das Gleichgewicht zu halten. 
So müssen die in der Heimat Zurückgebliebenen sich von aus 
wärts den Lebensunterhalt verschaffen. Sie brauchen Einfuhr an 
Lebensmitteln und Rohstoffen aus dem Auslande. Diese müssen
	        

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Übervölkertes Land. Wilhelm Braumüller Universitäts-Verlagsbuchhandlung, 1923.
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