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Geburtenrückgang u. Sozialreform

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Bibliographic data

fullscreen: Geburtenrückgang u. Sozialreform

Monograph

Identifikator:
1015153682
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-160573
Document type:
Monograph
Author:
Hitze, Franz http://d-nb.info/gnd/118705288
Title:
Geburtenrückgang u. Sozialreform
Place of publication:
M.-Gladbach
Publisher:
Volksvereins-Verl.
Year of publication:
1922
Scope:
244 S
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Geburtenrückgang u. Sozialreform
  • Title page
  • Contents

Full text

Hipe, SGeburtenrüdgang und Sozialreform 
geben. Mad) Vollendung des 16. Lebensjahres kann der Minderjährige 
8 fei.„ in Empfang nehmen, aber audh für diefen Fall fönnen die Eltern 
oder der Bormund verlangen, daß der Arbeitgeber e& ihnen einhänbdiat. 
Die Bedeutung liegt darin, daß fo der Minderjährige kein neues Arbeits- 
verhältnis ohne Zujtimmung des Vaters oder Vormundes eingehen kann. 
Dieje Borfchrift muß dahin erweitert werden, daß das Arbeitsbuch 
itets nur an den Vater oder VBormund oder nur mit defjen ausdrüd- 
!lider jedesmaligen Zuftiimmung an den Minderjährigen ausgegeben 
wird. Dann jollten in dem Arbeitsbuch die Eltern ausdrüclidh auf den 
3wed diefer Borjchrift, d. H. auf ihr Recht, fo den Abichluß des zukünftigen 
YArbeitsvertrags von ihrer Zuftimmung abhängig zu madhen, Hingewiefen 
werden. Weiterhin müßte die Zuftimmung der Eltern bzw. des VBor- 
mundes auch bei allen andern Arbeitz® und Dienitver 
irägen gefeglidh geforbert werden. Dann würden die Eltern immer 
wiflen, wo ihr Kind befchäftigt ift und auch hei Feltfekung der Arbeits- 
bedingungen mitfpredjen fönnen. Soweit eine Abänderung des Inhalts 
des von den Eltern genehmigten Arbeitsvertrags: Erhöhung des Lohnes, 
Wechfel der Arbeitsftellung im Betrieb ufw.. in Frage kommt, würde es 
genügen, wenn den Eltern das Necht gegeben würde, jederzeit Auffchluß 
vom Arbeitgeber zu verlangen und gegebenenfalls auf eine Wänderuna 
zu drängen oder zu Kindigen. > 
Prinzipiell ift das Necht der Eltern bezüglid des Arbeitsvertrags ihrer minder. 
‘ährigen Kinder im Bürgerligen SGefegbuch ($ 106—112) zweifel8irei feitgelent. 
Diefes Recht wird aber praktijdh [ehr eingefdhränkt und in feiner Durchführung in Frage 
geftellt durch die Beltimmung ($ 118 Abf. 1): „Ermächtigit der gefeblidhe Vertreter 
"Water oder Vormund) den Minderjährigen, in Dienit oder in Arbeit zu treten, fo it 
der Minderjährige für foldje RedHtsgefhäfte unbefhränkt ge 
IOäftsfähig, welde die Eingehung vder Aufhebung eines Dienit- oder Arbeits. 
derhältniffes der geftatteten Art oder bie Erfüllung der [ich aus einem folden BVer- 
Jältniffe ergebenden Verpflichtungen betreffen.“ Danad) it der Minderjährige, 
menn er einmal bie Erlaubnis oder Aufiorberung zur Eingehung eines Arbeits ober 
Dienftverhältniffeß erhalten Hat, ohne weitere berechtigt, nun Arbeit oder Dienft zu 
juchen, wo und wie er will. Allerdings kann die Ermächtigung jederzeit von dem Vater 
oder Vormund „zurüdgenommen ober eingefdhränkt werber“ 
8 113 Ubf. 2), aber diefe Berechtigung fennen die Eltern meiften3 nicht oder fie haben 
it die Energie, ihr Recht durdhzufegen, oder aber fie fönnen davon keinen Gebrauch 
nadhen, weil fie gar nidt wiffen, wo ihr Sohn oder ihre Tochter über- 
Jaupt weilt oder in Arbeit ift. Diefe weitgehende Gefchäftsfähigtkeit ft offenbar 
in der Erwägung gegeben, dem Minderjährigen die Erwerbstätigkeit zu erleichtern 
und fo die Eltern möglichft bald von den Sorgen der Unterhaltung zu entlaften. Noch 
mehr werden es die Rüdfichten auf die Bedürfniffe und Wünfche der Indujftrie getwejen 
jein, welde dazu beftimmten, von jeder weitern Mitwirkung der Eltern abzufehen. 
In beiden Beziehungen Haben die Erfahrungen in der Zwilchenzeit ergeben, daß diele 
weitgehende Selbjtändigkeit des Minderjährigen von verhängnisvollen Wirkungen ift. 
Berade die Kriegszeit hat die Früchte diefer Freiheit doppelt greil zur Beleuchtung 
vebracht. Zroßg hoher und überhoher Löhne müflen oft, während der Later im Dienfte 
‚00
	        

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Finanzwissenschaft. G. Fischer, 1927.
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