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Staatspapierkurs und Versicherungsgesellschaften

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Bibliographic data

fullscreen: Staatspapierkurs und Versicherungsgesellschaften

Monograph

Identifikator:
1015153682
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-160573
Document type:
Monograph
Author:
Hitze, Franz http://d-nb.info/gnd/118705288
Title:
Geburtenrückgang u. Sozialreform
Place of publication:
M.-Gladbach
Publisher:
Volksvereins-Verl.
Year of publication:
1922
Scope:
244 S
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Staatspapierkurs und Versicherungsgesellschaften
  • Title page
  • Contents
  • Kap.I. Die bisherigen staatlichen Bestrebungen, den Kurs der Staatspapiere zu bessern
  • Kap. II. Vergleich des Kursstandes der Staatspapiere der verschiedenen Kulturstaaten
  • Kap. III. Gründe für den Kursrückgang der Staatspapiere
  • Kap. IV. Staatliche Maßnahmen zur Hebung der Staatspapierkurse
  • Kap. V. Die Erstreckung des Kapitalanlagezwanges auf die privaten Versicherungsgesellschaften
  • Kap. VI. Die schädlichen Folgen des Kapitalanlagezwanges
  • Kap. VII. Bereich der staatlichen Maßnahmen für eine Besserung der Rentenkurse
  • Kap. VIII. Förderung des Finanzpolitik des Staates durch die privaten Versicherungsgesellschaften
  • Kap. IX. Schlußzusammenfassung

Full text

Die störende Wirkung der Reparationen für die Empfangsländer, 79 
preisen und Ertragspreisen 1), bis diese Verlagerung endlich einen derartigen Grad 
erreicht, daß es in England usw. zum Zusammenbruch der Konjunktur „mit ge- 
borgtem Mut‘ kommt. Und dann, wenn alle Geschäfte schlecht gehen, der Zins und 
die Renten in England sinken, sodaß man. sich um gute langfristige Anlage und 
um relativ hohe Rente angesichts des Überflusses an schlecht rentierenden und zu- 
sammenbrechenden Anlagen in England usw. gradezu „rauft‘“, wird man sich gegen- 
seitig unterbieten, sein Geld bei uns investieren zu dürfen; dann werden wir zu 
billigsten Sätzen langfristige Kontrakte im Übermaß angeboten erhalten. Hier zeigt 
sich, daß wir in diesem Zinskampf die innere Frontlinie haben, Die Frontilinie 
muß verteidigt werden von den deutschen Wirtschaftspraktikern und Wirischafts- 
theoretikern aller Dienstgrade. Von den Praktikern halten sich diejenigen, welche 
für eigne Rechnung und Gefahr wirtschaften, also die Privatwirtschaft, bereits sehr 
tapfer, was nicht weiter verwunderlich ist, weil sie mit ihrem eigenen Vermögen 
für die Kontrahierung sinnloser Zinsen büßen; die Beanspruchung von Auslands- 
kapital für private Betriebe ist — abgesehen von der in diesem Zusammenhang .un- 
schädlichen Aktienemission. — zurückgegangen. Um so unbeherrschter gehen die 
Praktiker, welche nicht für eigne Rechnung und Gefahr, sondern auf Kosten der 
Steuerzahler und dazu meist in Monopolstellung wirtschaften, also die Betriebe der 
öffentlichen Hand ins Geschirr; sie leisten dem Feinde in diesem Kampfe gradezu 
Vorschub und erlauben ihm, sich zu unberechtigt hohen Zinsen der deuischen 
Anlagen zu bemächtigen. Die Unbekümmertheit, mit der die Leiter der öffentlichen 
Betriebe unsere Kinder und Kindeskinder mit Zinsen belasten, deren Höhe man in 
vergangenen Jahrzehnten als vollendeten Wucher bezeichnet hätte und die 
volkswirtschaftlich nicht berechtigt sind, schwächt unsere Kampfkraft ganz un- 
geheuerlich, Damit ist zugleich die Aufgabe der Wirtschaftstheoretiker genügend 
gekennzeichnet; wenn unser Untersuchungsergebnis nicht auf fundamentalen Irr- 
tümern beruht, dann müssen sie geschlossen in die Frontlinie einrücken und jeder 
nach seiner Art und in seinem Wirkungskreis den Zinskampf kämpfen, aber nicht 
so, daß sie nach Art kleinlicher Literaten sich durch übertriebene oder unnötige 
Kritik von Einzelheiten oder terminologischen Divergenzen mit Lorbeer schmücken 
und in Wirklichkeit als Defaitisten, auf gut deutsch als Flaumacher wirken, 
Zusammengefaßt ist zu sagen, daß es den sogenannten deutschen Barzahlun- 
gen für das Empfangsland vollkommen an volkswirtschaftlicher Effektivität ge- 
bricht, ihre Wirkung ist nur eine psychologische, indem sie den verantwortlichen 
Staatsleitern in Frankreich, England usw. Mut machen zu Umsätzen in ihrer In- 
{andswirtschaft, welche sie ohne die Fiktion der Barzahlungen entweder 'unter- 
Jassen oder — und hier ist die Achillesferse der Ententepolitiker — auf Steuern 
nehmen müßten. Die Folge der psychologischen Mutverstärkung sind steigende 
Preise und Aushöhlung der Einkommen einerseits und eine nicht freiwirtschaft- 
lich, sondern zwangswirtschaftlich vorgetriebene Konjunktur, Es kann unmöglich 
anders sein, denn die sogenannte Barzahlung besteht nur aus kaufmännischen 
Buchungen und Korrespondenzaktionen in den Kontoren der internationalen Bank- 
welt. Im Ganzen handelt es sich mithin um eine vollendete weltwirtschaftliche 
Mystifikation. 
Sobald die ehemals ersparten Steuerbeträge sich in deutscher Anlage nieder- 
geschlagen haben, ist für die zugrunde liegende Vermögensmasse gewissermaßen 
1) Die von mir als «- und P-Sekundäreffekt herausgearbeitete Erscheinung des Kon- 
junkturablaufs; siehe Mahlberg, Konjunkturbeeinflussung durch Kalkulations- ünd Kredit- 
politik, a. a, 0.
	        

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Reparations-Sabotage Durch Die Weltwirtschaft. Gloeckner, 1928.
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