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Geburtenrückgang u. Sozialreform

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Bibliographic data

fullscreen: Geburtenrückgang u. Sozialreform

Monograph

Identifikator:
1015153682
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-160573
Document type:
Monograph
Author:
Hitze, Franz http://d-nb.info/gnd/118705288
Title:
Geburtenrückgang u. Sozialreform
Place of publication:
M.-Gladbach
Publisher:
Volksvereins-Verl.
Year of publication:
1922
Scope:
244 S
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Geburtenrückgang u. Sozialreform
  • Title page
  • Contents

Full text

D. Bekämpfung des Geburtenrüdganges 129 
der Meichsgefeßgebung (GO, BGB ufjw.) Handelt, während die gejeb- 
ide Einführung von Jugendämtern und die Regelung ihrer Zuftändigkeit 
und Aufgaben (val. oben S. 109 f) wohl der Landesgefeggebung zufallen 
würde. Der Weg der Verordnungen empfiehlt fich deshalb, weil fie fich 
leichter den befondern Anfhauungen und BVerhältnijjen des einzelnen 
Randes over Bezirkes anpajfen und auch leichter je auf Grund der Er- 
fahrungen abändern laffen. | 
Viel weiter geht die Forderung des Ubmiralitätsrats Dr. Felifch. Er verlangt ein 
ıllgemeines deutfhes Yugendgefeb, das „Iidenlos das gefamte Sffentlidhe und bürger- 
liche NMecht der Jugend einfohließlidh aller Verfahrensarten und Bollzugsmaßnahmen, 
auch derer der Verwaltungsbehörden enthält“. Ein folch weitgeftedtes Ziel erfcheint 
ung undurhführbar. 
Schr. Mar[Halkkv. Biebher jtein tritt für den Sparzwang ein, aber mit dem 
{peziellen Zwede der VBorforge für die WohHnungzbefgaffung in der 
Ehe!) Die Spareinlagen im Betrage von 10 Prozent des Lohnes follen vom Arbeit. 
geber ähnlich wie hei der Invalidenverficdherung durch Einkflebung von Marken erhoben 
werden. Freiwillig kan der Arbeiter den Betrag erhöhen und auch nach der Volljährig- 
feit die Einzahlung fortfegen. Die Gemeinde foll die Marken ausgeben und die Trägerin 
der ganzen Organifation bilden. v. Marfchall [Häbt den Betrag des Sparguthabens 
je nach Höhe des Lohnes nach fieben Jahren auf 500—900 KM. Er meint, daß die ge 
jamten Spargelder der männlidhen Jugend fich jährlich auf etwa 78 und für die weiblidhe 
zuf 22 Millionen Mark belaufen würden, und hofft, daß die Gemeinden [ih mit gleiden 
Beträgen beteiligen würden, und fo durh BaugefellfhHaften, in denen die Sparer, 
Semeinden und Private zu je einem Drittel der Aktien vertreten [ind, der Wohnungs- 
bau im großen Stile gefördert werden Könnte. Intereffant ift, daß auch der fozialbemo- 
trati[dhe Wbnreordnete und SGenoffenjhaftzführer Pe u 8?) den gefebliden Sparziwang 
zum Zmwede des Erwmerb3 einer „Heimftätte“ (Haus und Garten) befürtwortet, Auch 
jhon bevor der Gefekeszwang eingeführt ift, [oll die Jugend durch den felbjtaufgelegten 
Zwang der Organifation zum Sparen angehalten werden. Wirkungsvoll weift er 
darauf hin, daß e8 mit dem Wohnungsbedürfnis ähnlich fteht wie mit den andern 
Lebensbedürfniffen: daß Borgen nicht bloß Sorgen macht, fondern auch teuer ift und 
eine unwirtfchaftlihe Berjdhmwendung darftellt. Er meint, die meiften Menfchen be- 
jigen ihr Nelt nicht (als Eigentum), [ondern fie haben es fich geborgt und borgen es ihr 
ganzes Leben lang. Und fie finden darin gar nicht3. Und doch liegt hierin der Haupt- 
"äclihite Fehler, der abgeftellt werden muß, damit die Wohnungsfrage endgültig 
und ansgezeichnet gelöft wird. Wer borgt, muß Binfen zahlen, und bejonders hohe 
Binfen, menn er Ware horgt. Die einzige Frage ift nım, ob das Borgen überhaupt 
sine Notwenbigkeit ift. Die Konfumvereine haben mit ihrem Zwang zur Barzahlung 
bewiefen, daß durgH Organifation die Borgwirtfdhaft befeitigt werden fanın. Dasfelbe 
ift au möglid bezüglid der Wohnung, und zwar durch zeitige Erfparungen. Dem 
Sparzwang entgeht niemand. Auch der Mieter muß [paren, und zivar bei jeder Miet- 
zahlung, nur daß er dann für die fremde Tafjche fpart, anjtatt für die eigne, Nun i{t 
zuf die eigne Einficht wenig zu redhnen. Auch Moralpredigt Hilft wenig. Deshalb 
fordert Beus einen gefeblidhen Sparzivang zur Sicherung des zukünftigen Wohnungs 
Gedürfniffes. Er weißt hin auf die Arbeiterverficherung, die ja auch eine „folidarifhe 
1) Die Sparpflicht Minderjähriger und die Wohnungsirage. Jena 1914, Filher. 
Bol. auch „Der Tag“ vom 24, Juni 1916. 
2) Ywangsfparkaffen und genoffenfhaftlide Gartenjtadt, Leipzig 1915. 
Dige, Geburtenrüdgang und Sozialreform 2
	        

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Geburtenrückgang U. Sozialreform. Volksvereins-Verl., 1922.
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