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Geburtenrückgang u. Sozialreform

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Bibliographic data

fullscreen: Geburtenrückgang u. Sozialreform

Monograph

Identifikator:
1015153682
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-160573
Document type:
Monograph
Author:
Hitze, Franz http://d-nb.info/gnd/118705288
Title:
Geburtenrückgang u. Sozialreform
Place of publication:
M.-Gladbach
Publisher:
Volksvereins-Verl.
Year of publication:
1922
Scope:
244 S
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Geburtenrückgang u. Sozialreform
  • Title page
  • Contents

Full text

Hige, Geburtenrüdgang und Soztalreform 
lebhaft bekämpft mwurbe, die im übrigen feine fozialen Beftimmungen billigten. Der 
langandauernde Krieg Hat mande Bauernhöfe durch Abtwefenheit, Invalidität und Lod 
ihres Befigers in Bedrängnis gebracht und wird auch noch in diefer Nichtung weiter 
verhängnisvoll nacdhwirken. Das ftellvertretende Generaltommando des 9. Armee: 
forp8 Hat infolgedeffen im Einvernehmen mit den Zivilbehörden VBerkäufefoldher 
Güter verboten und die zwangsweife BewirtfhHaftung verfügt, um die vor. 
:ilige Güterzer[Alagung und die wucherifche Ausnugung der Notlage durch die Güter 
(dlächter zu verhüten. Diefe Erfahrungen beweifen, daß die Wiedereinbringung des 
preußifdhen Gefegentwurfs in einwandireier Form dringlich ift und daß hier auch die 
Tandwirt[Haftskammern wichtige Aufgaben zum Schuge der Invaliden und Hinter- 
bliebenen, aber auch im Interefje der Erhaltung diefer Bauernhöfe zu erfüllen haben. 
Mit der Erhaltung der beftehenden Örundbefibverteilung ft e8 nicht 
zenug, vielnıehr bedarf e3 einer zielbewußten 
2. Mehrung und Stärkung des bäuerligen Grund. 
befißes und der bäuerlidhen Anfiedlung. Und das {ft 
die Aufgabe der fogenannten „innern Kolonifation“. Dieje hat Heute 
befondere Bedeutung gewonnen. Was von der Landwirtjchaft überhaupt 
gilt, trifft Hier in verftärktem Maße zu. Zunächit vom Standpunkt der 
nationalen Ernährung. Der Heine Befiber, der felbjt mit feinen Familien» 
angehörigen den Boden bearbeitet, die Saat und Ernte perfönlich mit Liebe 
und Sorge Hütet, das Vieh mit eigner Hand pflegt, rinat dem Boden weit 
größere Erträge ab als der Befiber, der auf Lohnkräfte angewiefen ift. 
3 ijt nicht Zufall, daß 3. B. ein Viertel unferer Schweinezucdht auf die Be- 
iriebe unter 2 Hektar und drei Viertel auf f[olde unter 20 Hektar entfallen.D) 
Eine umfafjendere Eigenproduktion von Kartoffeln, Gemüfe, Fett, Seil, 
Eiern, Mild) ujw., insbejondere auch feitenZ unjerer Arbeiter, würde nicht 
öloß das perfönlide Durchalten im Falle von Krankheit, vorübergehender 
Arbeitslofigfeit u]. wefentlidh erleichtern, fondern auch für unfere Zukunft 
eine umfichtige Vorratswirtfchaft für den Kriegsfall (dur Auffpeidherung 
von Getreide, Hüljenfrüchten und fonjtigen unverderbliden Lebensmitteln) 
auf8 befte ergänzen. Und was noch wichtiger {ft als die Vorratswirtjhaft 
an Qebenämitteln — auch bezüglich der Vorforge von Menichen gilt: 
wer eine Kuh oder Ziege im Stalle hat, wer auf eignem Grund und Boden 
die dringendjten Nahrungsmittel gewinnt, jelbit ein Schwein {Hlachtet, 
lich mit Milch und Eiern verforgt weiß, wer nicht ängltlidH mit den Wohn- 
räumen zu tednen braucht, wird auch einem Zuwachs der Familie 
freudiger entgegenfehen, alz wer alles gegen bar faufen und voll Sorge 
auf den Hausbefiger Nücficht nehmen muß. Da hat der vertrauensvolle 
Spruch noch Geltung: Wo fünf Kinder am Tijche figen, ft auch noch für 
ein jechjtes und mehr Plas. In Harter Arbeit geftählt, nimmt die Mutter 
freudig die Opfer auf [ich, die Schhwangerfchaft und Geburt und die Pflege 
der wachlenden Kinderichar mit fich bringen, die aber auch in der Liebe 
170 
) Sigung des Preußbifchen Abgeordnetenhaufe8 vom 25, Oktober 1912, 7211.
	        

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Der Historische Materialismus. Buchh. für Arbeiterliteratur, 1928.
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