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Geburtenrückgang u. Sozialreform

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Bibliographic data

fullscreen: Geburtenrückgang u. Sozialreform

Monograph

Identifikator:
1015153682
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-160573
Document type:
Monograph
Author:
Hitze, Franz http://d-nb.info/gnd/118705288
Title:
Geburtenrückgang u. Sozialreform
Place of publication:
M.-Gladbach
Publisher:
Volksvereins-Verl.
Year of publication:
1922
Scope:
244 S
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Geburtenrückgang u. Sozialreform
  • Title page
  • Contents

Full text

172 Site, Geburtenrüdgang und Sozialreform 
Diefe Gefahr droht nicht bloß im Often, fondern au im Weften; nicht Moß 
in der Landwirtihaft, fondern auch in der Induftrie und im Bergbau. 
Sie trifft nicht bloß die Beteiligten, fondern die ganze nationale Güter- 
geminnung. Dazu kommt, daß auch unfere heimkehrenden Krieger, die 
in der langen Kriegszeit der Geimat und ihren engen Berhältniffen entfrem- 
bet worden find, vielfach der Verfucdhung nicht widerftehen werden, eben]o 
wie nad) dem Kriege von 1870, in großer Zahl entweder in die Stadt 
zu ziehen oder aber ganz ausSzuwandern, um in einer neuen 
Welt, unter günftigern Konjunkturen, eine neue Lebensitellung zu erobern. 
Da gibt’8 vor allem eine Lodung, die {tark genug wäre, dem entgegen» 
zuwirken — die Ausfiht auf eine eigne Heimftätte, 
Die ZaHl der allein auf Grund befonderer Legitimation befhäftigten ausländijdhen 
Arbeiter betrug 1912 beinahe 400 000. Dagegen hat [ih die Zahl der Heimifhen Land- 
arbeiter jtetig gemindert, und zwar: & 
1895 1907 
Anecdhte und Mägde .......... 1719000 1 388 000 
Arbeiter und Zagelöhner mit eignem ober 
gepachtetem Lande ......... 888 000 260 000 
Eoldhe ohne Land. ......... + 1445310 1579 759?) 
Befonders bedauerlich ijt die Abnahme der landbefigenden Arbeiter, Diele Ent 
midlung hat fi in den leßten 10 Jahren jedenfalls nicht verbeifert. 
Über auch für die induftriellen Arbeiter i{t die Anfäffigleit von 
hervorragender wirtjhaftlidher und fozialer Bedeutung. Sie bietet zu- 
gleich das befte Gegengewicht gegen die einfeitige induftrielle Befdhäftigung. 
Die Landarbeit Hält gefund, füllt die freie Zeit aus, gibt der Familie Gelegen- 
Beit zu gemeinjamer Betätigung in frijdher Luft. Die mit eigner Hand 
gewonnenen NahrungSmittel Hmeden und bekommen doppelt gut. Die 
Familie verwächft mit Boden und Nachbarfhaft und erhält einen Konfer- 
vativen Einfchlag. 
Mehr als eine Million Arbeiter und fonjtige unfelbitändbige Perfonen in der In- 
duftrie erfreuten fidh nad) der Betriebszählung von 1907 eines Heinen lanbwirtichaft- 
lien Befibes, fei e& an eignem Land, fei es al8 Bachtland. € gab alfo doppelt 
ioviel Induftriearbeiter als Landwirte, bie über ein Stüd LXanb verfügten.) 
Was nun die bisherigen 
3. Leifiungen der innern Kolonifation anbdelanat, 
(0 fommt in Preußen vor allem die Tätigkeit der KöniglidHen An- 
iiedlungskommiffion für Wefltpreußen und ofen in Betracht. 
Hier hat der Staat mehr als eine Milliarde Mark gegen geringe Verzin- 
lung fpeziell zur Anfiedlung von Kolonijten deutjdher Nationalität zur VBer- 
Aigung geftellt. € find bis 1914 21 683 Heinbäuerlidhe Anfiedlerftellen 
zeldhaffen, außerdem 1495 Meinfiedlungsitellen (unter 2 Hektar). Pro- 
jeffor Sering [Häßt die Zahl der Angefiedelten auf etwa 130—140 000 
Menichen mit etwa 350 000 Hektar Land.?) Leider, daß diefes gewaltige 
') Die Landwirtihaft 83. %) Ebd. 55; 3 Erhaltung 174.
	        

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Geburtenrückgang U. Sozialreform. Volksvereins-Verl., 1922.
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