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Geburtenrückgang u. Sozialreform

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Bibliographic data

fullscreen: Geburtenrückgang u. Sozialreform

Monograph

Identifikator:
1015153682
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-160573
Document type:
Monograph
Author:
Hitze, Franz http://d-nb.info/gnd/118705288
Title:
Geburtenrückgang u. Sozialreform
Place of publication:
M.-Gladbach
Publisher:
Volksvereins-Verl.
Year of publication:
1922
Scope:
244 S
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Geburtenrückgang u. Sozialreform
  • Title page
  • Contents

Full text

D. Bekämpfung des Sehurtenrüdganges 189 
Die Verwaltungen von Neich, Einzeljtaaten und Gemeinden miütfjfen tun- 
lichft für Arbeitsgelegenheiten Sorge tragen. Wenn und joweit aber alle 
diefe Maßnahmen nicht ausreidhen und, wie zu befürchten fteht, trogdem 
die Arbeit31o0fjigkeitin umfänglidhem Maße eintritt, dann dürfen 
wir die VBerforgung der Familien nidHt einfad den 
SGemeindenüberlaffen. Die jtark induftriellen Gemeinden Können 
beim beiten Willen die Laften nicht tragen. Das Vorbild hat uns auch hier die 
Krieg8zeit gegeben in der Fürjorge für die dırdh die Kriegsereignifje arbeit3- 
lo8 gewordenen Arbeiter der Textil und Lederindujtrie u{w. So müffen auch 
jür die Übergangszeit und vielleicht dauernd für die Lommenden Friedenz- 
jahre vom Reich und von den Einzeljtaaten Hilf3fond3 zur Unterftigung 
der Arbeitslojen bereitgeftellt werden. Die Arbeitslofigkeit wechjelt je nach 
Konjunktur, tednifher Entwidlung und Mode, je nad) den einzelnen 
Sndultrien, je nach Ort und Zeit; diefe lokalen und zeitlichen Berjchieden- 
heiten der Laften bedürfen des Ausgleichs und jtärkerer Zräger, als die 
Gemeinden e8 find. ES ijt eine Forderung der Gerechtigkeit gegenüber 
den einfeitig belafteten Gemeinden; e3 ift aber auch dringend nötig im In- 
terelfe des fozialen Friedens. € darfdenrücdkehrenden Sol 
daten, und namentlid) den Invaliden oder den kinderreidhen 
Samilienvätern nidt mehr die ShHmadH angetan 
werden, daß Jie von einer Gemeinde in die andere 
abgeidoben werden und um die paar Mark der entehrenden 
Armenunterftügung fämpfen müfljen wegen der Streitfrage des Unter- 
{tügungswohnfiges. Und welch einen Hohn auf alle politijde Weisheit 
und Gerechtigkeit würde es darftellen, wenn man den Mann, der Leib und 
Leben fürg Vaterland eingejegt Hat. und vielleicht infolgedeffen gerade 
jeine ganze Erijtenz verloren hat und nun nach Rückkehr aus dem Felde 
in der Heimat nicht gleich Arbeit findet, nicht bloß die Hägliche Unter» 
itübung erft erbetteln und erfämpfen ließe, fondern ihn deshalb auch noch 
des hHöchften politijdHen Rechtes des Mannes: des Wahlrecht, ver. 
{uftig erflären wollte ! 
Sewiß, auch die Unterftüßung durch Reich und Staat i{t des freien, 
jeToftberwußten Mannes wenig würdig. Der angemejjene und richtige 
Weg zumal für normale Zeiten i{t die BerfidHerung. Während Reich, 
Staat und Gemeinden bisher volljtändig verfagt Haben, Haben die SG e- 
werkfchaften auf diefern Gebiete Großes geleiftet, Sie Haben bewiefjen, 
daß auch der Weg der SelbithHilfe und freien Organijation wenigjtens 
unter normalen Verhältnifjen zum Ziele führt. Auch fonft Haben fie [ich 
in diejem Kriege glänzend bewährt, fo daß auch diejenigen, weldhe ihnen 
bisher Fehde [chiworen, jekt wohl mit ihrem dauernden Beijtande rechnen 
und einfehen, daß fie {ih mit ihnen abfinden miüffen. SGewiß, die Gemwerk- 
Schaften unteritüben nicht bloß die unverichuldete Arbeitsloliakeit, fondern
	        

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Geburtenrückgang U. Sozialreform. Volksvereins-Verl., 1922.
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