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Geburtenrückgang u. Sozialreform

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Bibliographic data

fullscreen: Geburtenrückgang u. Sozialreform

Monograph

Identifikator:
1015153682
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-160573
Document type:
Monograph
Author:
Hitze, Franz http://d-nb.info/gnd/118705288
Title:
Geburtenrückgang u. Sozialreform
Place of publication:
M.-Gladbach
Publisher:
Volksvereins-Verl.
Year of publication:
1922
Scope:
244 S
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Geburtenrückgang u. Sozialreform
  • Title page
  • Contents

Full text

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C. Gründe des Geburtenrücdganges 17 
Mary hat diejes „ehHerne Lohngejeß” nicht anerkannt, dagegen Ipricht 
zr um jo {härfer von einer „relativen Übervölkerung“, der 
iogenannten „indufjfiriellen Refervearmee“. SIede neue Er 
Ändung, jede Neueinftellung‘ von Mafcdhinen part, erjegt MenfHenkräfte; 
die jo „Freigefebten“ Arbeitsiräfte bilden eben jene „Rejervearmee“, die 
mit ihren Angeboten immer wieder auf den Arbeitsnrarft drüct und fo 
den Aufitieg der Klalje hemmt. 
Alle diefe Aufitellungen: das Malthusihe Bevölferungsgeleß, das 
„eherne Lohngefeß“, die Theorie der „indujtriellen Refervearmee“, gehen 
auf den gleichen Gedanken hinaus, daß die große Kinderzahl die Urjache 
der wirtjchaftliden Notjtände und inzbejondere der Niederhaltung des 
Arbeiterjtandes bilde. Gewiß, der Gedanke erjdeint jo einleuchtend: der 
Grund und Boden und der damit gegebene Nahrungsjpieltaum als Di- 
pidend it eine gegebene Größe; je größer nun der Divijor, d. h. die Bahl 
derer, die davon leben wollen, it, defto Heiner wird der Anteil, der auf den 
einzelnen entfällt. Nicht minder leuchtet ein, daß mit. dem {teigenden An- 
gebot der Hände, jei e& infolge der Vermehrung der Geburten, jei es durch 
„SFreifeßung“ von Arbeitern, der „Preis“ der Arbeit — der Arbeitslohn — 
jinfen muß. So war e& nicht zu vermwundern, wenn die ftark anwachjende 
jozialijtiiche Bewegung Lajjallejdher wie Marzicher Ridtung in Reden, 
Qiteratur und Preile mit Feuereifer diefe Lehren vortrug und die Ein- 
Idhränkung der Kinderzahl auch als eines der wichtigijten Mittel im Emanzi- 
pationsfampf der Arbeiter gegen das Kapital betrachtete. € war nicht 
bloß ein Wortipiel, wenn fie mit dem „Gebhurtenftreif” drohte 
und wenn in den legten Jahren noch der VBerjuch der Mehrheit des Neihs- 
tag zur Ginfghränkung der Verbreitung der Antikonzeptionzmittel als 
„SGebärzwang“ geftentpelt und als ein bewußter Anjhlag der befigenden 
Raflen gegen die Arbeiter Hingejtellt wurde, zu dem Zwede, dem „Alnfjen- 
jtaat“ „Kanonenfutter“ und den Arbeitgebern billiges Ausbhenutungsmaterial 
zu liefern.) Die Wirkungen diefer Auffalfungen find denn au nicht aus- 
geblieben. Sie haben fidh in den von der Sozialdemokratie beherrichten 
Gegenden und Mailen fo (tark geltend gemacht, daß in den legten Jahren 
auch Hier eine gefunde Reaktion eingefebst Hat, indenı die ernitern Führer 
doc {tubig geworden find und mit Nachdruck jede Gemeinjchait des 
Soziakiamus mit dieflen Beitrzebungen ablehnten. 
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) Gegen den ftaatlihen Gebärzwang. Reden und VBerfammlungsbericht. Hannover, 
1918, Bolksbhuchhandlung. — Die offizielle Anerkennung des SGeburtenitreif3 als 
proletariihen Kampfmittel8 der Partei wurde bekämpft z. B. im „Borwärts” vom 
31. Sarli und 1. Auguft, vom 14. September 1913 (KXautsty), in den Verhandlungen 
ber jozialijtifichen Frauenkonferenz („VBormwärts“ vom 18. November 1913), in den 
„Sozialiftiichen Monatsheften” (3. B. Nr. 25, 1913). Leider daß dabei die tatfächliche 
SGedurtenbeichränkung innerhalb der Arbeiterjchaft immer wieder Hrinzibiell und 
Yraktiich nerechtfertiat oder doch entichuldiat wird. 
Üite. eburtenrüdaung und Sozialreforut ?
	        

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Geburtenrückgang U. Sozialreform. Volksvereins-Verl., 1922.
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