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Geburtenrückgang u. Sozialreform

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Bibliographic data

fullscreen: Geburtenrückgang u. Sozialreform

Monograph

Identifikator:
1015153682
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-160573
Document type:
Monograph
Author:
Hitze, Franz http://d-nb.info/gnd/118705288
Title:
Geburtenrückgang u. Sozialreform
Place of publication:
M.-Gladbach
Publisher:
Volksvereins-Verl.
Year of publication:
1922
Scope:
244 S
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Geburtenrückgang u. Sozialreform
  • Title page
  • Contents

Full text

Hiye, Geburtenrücdgang und Soziakreform 
lafjen, die diefe Mehrausgaben durchaus rechtfertigen. Meijtens werden 
bieje Sinder jpäter ja auch bei diejfen Werken wieder ihre Arbeitskraft 
m Dienft ftellen. Aber auch in HNeinern Betrieben gibt e& mandHerlei Wege 
der befondern Berücjichtigung: Bevorzugung der KHnderreichen Familien 
bei Bejegung befferer Arbeitsftellen, bei Zuteilung der Arbeit, Zuwendung 
günftigerer Wtforde bzw. Höhere Bemefjung des Tagelohns, Übertragung 
'odnender Überarbeit, foweit [oldhe einerfeitz notwendig, anderfjeitZ gefund- 
Jeitlih unbedenklich ift, jHonende Rückjicht auf die Gefundheit bei der 
Arbeit, Bevorzugung in Annahme der ([Hulentlafjenen) Kinder zur Arbeit 
ufip. Außerdem follte aber auch eine befondere Kaffe beitehen, oder 
der Arbeitgeber Mittel zur Verfügung ftellen, um 3. B. zur Weih- 
nachtözeit, bei befondern Anläffen freudiger oder trauriger Art (z. B. 
Wochenbeit, Krankheit) den Hnderreiden Familien außervrdentlihe Zu- 
mwendungen zu gewähren. Diefe Bunen nach einen objektiven Maßitab 
—.je nach Zahl ‚der (nicdhtverdienenden) Kinder — bemejfen werden, und 
das hat den Vorzug, daß damit EiferJucht und Mikirauen ausgefchlojjen 
jt und der Charakter eines Almofens vermieden wird. Wenn dagegen 
den bejondern Bedürfniffen in den einzelnen Familien mehr Nennung 
getragen werben foll, dann {ft jedenfalls die Mitwirkıng von Vertrauens 
verjonen der Arbeiter — des Arbeiterausihujfes — bei der Verteilung 
erforderlich. 
Wo noch mehr perfönliche Beziehungen zwifden Arbeitgebern und Arbeitern beitehen, 
namentlich in den MNeinern Seirieben und auf dem Laude, wird gewiß auch die Frau 
des Arbeitgebers es als Pflicht und Bedürfnis empfinden, den Kranken, Wöchnerinnen, 
Rindern ufw, ihrer Arbeiter ihre perfönlide Teilnahme dur gelegentlide Befuche, 
Gewährung von Kranfkenkojt, Wein u{w. zu bekunden. Gewiß, dabei ift Lorficht und 
Heingefühl erforderlidh. Der moderne Arbeiter ijt beforgt und wacht eiferfüchtig ob 
jeiner Freiheit und Würde, er „wilk fidh nicht? [Henken laffen“. Diefes Gefühl ift be 
techtigt und muß gefchont werden, aber es gibt eine natürlidje Güte und Bornehmheit 
der Gefinnung und des Auftretens, die diefe KMuft leicht übermindet — und das if 
der Ichönjte Triumph, deffen fich eine Arbeitgeberfran freuen darf. Um erlten führi 
der Weg über die Herzen der Kinder (Weihnachts, Kommunion: und Konfirmations: 
zefdenfe, gelegentliche Kinderfelte) zur Mutter und von diefer zum Vater. Gemein: 
lame Jugenderinnerungen, religiöfe und hHeimatlidhHe oder vaterländijhe Felte ul. 
zrleichtern den Weg. Die Arbeiter Haben ein fehr feines Gefühl dafür, ob das alles 
der Ausfluß einer natürlidhen [ozialen Empfindung und Teilnahme ift, oder ob Eitelkeit 
und Berechnung dahinter fieden, und fie werden je nachdem ihr Urteil und Ver- 
halten einr'dhten. 
Die Fubrikwohlfahrtöpflege hat immer mehr oder weniger den Cha: 
cafter des ‚Zufälligen, des Berjönlidhen. Legteres ift ein Vorzug, fanı aber 
aud) von Nachteil fein. Perfönlichtfeiten wechjeln. AYußerdem fteht die Fa: 
SrilwoHlfahrtäpflege nur zu leicht unter dem Verdacht, daß eigenfüchtige 
Beweggründe und Ziele des Fabrikherrn mitjpielen. Deshalb wird jeder 
meitjichtige und Hochherzige Arbeitgeber gern mit Nat und Tat bereit fein, 
gemeinfame Organifationen zu Ihaffen, die unabhängig von 
x»
	        

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Geburtenrückgang U. Sozialreform. Volksvereins-Verl., 1922.
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