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Aktive Währungspolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Aktive Währungspolitik

Monograph

Identifikator:
1015587658
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-32066
Document type:
Monograph
Author:
Frankfurth, Ernst http://d-nb.info/gnd/125271093
Gesell, Silvio http://d-nb.info/gnd/118538934
Title:
Aktive Währungspolitik
Edition:
2. Auflage
Place of publication:
Erfurt
Publisher:
Freiland-Freigeld-Verlag
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (80 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Privat- und volkswirtschaftliche Bedeutung der Preisschwankungen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Aktive Währungspolitik
  • Title page
  • Contents
  • Der sogenannte Wert und die Währungspolitik
  • Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Geldes
  • Der Bedarf an Geld
  • Das Maß des Geldbedarfes
  • Wie man den Geldbedarf nicht mehr messen soll
  • Der Rückfluß der Banknoten - eine Notwendigkeit der Stückelung und der industriellen Brauchbarkeit des Goldes
  • Der Goldbestand der Emissionsbanken kein Maß der Notenausgabe
  • Privat- und volkswirtschaftliche Bedeutung der Preisschwankungen
  • Währungstechnische Vorschläge für die Sicherung der nationalen und internationalen Währung
  • Internationale Währungsverständigung
  • Ausblick
  • Die Geldtheorie zur aktiven Währungspolitik

Full text

4? 
Wenn die Preise sinken. 
Weizen, der Spiritus, die Kohle 100 oder 200 kostet, ist dem Staate 
einerlei,- er berechnet immer denselben Frachtsatz. Und so kommt es, daß die 
Fracht, die bei der Hausse etwa nur 50% des Preises ausmachte, jetzt bei 
der Baisse 60—7O°/ 0 beträgt. Auch die Löhne gehen nicht sofort herunter. 
Die Arbeiter streiken — lieber, als das; sie sich einen Lohnabzug gefallen 
lassen. Zwar geht ja der Lohn mit der Zeit auch herunter,- aber in der 
Zwischenzeit muß der Unternehmer einen Lohn bewilligen, der nicht dem er 
zielbaren Verkaufspreis des Produktes entspricht — oder aber den Betrieb 
einstellen. 
Dieses Benehmen der Arbeiter ist ein Produkt der heute vorherrschenden Lohntheorte, laut 
welcher die Lohnhöhe weniger ein Produkt der Marktverhältntffe als ein solches der sogen. Lohn 
kämpfe sein soll. Darum sucht der Arbeiter zu kämpfen, d. h. zu streiken und zu hungern. Doch 
endet in der Regel dieser sonderbare Kampf (Hungerkunst) mit ganz prosaischem Handeln und 
Feilschen. 2m Grunde ist dieser sogenannte Lohnkampf nichts mehr als ganz gewöhnlicher Kuh 
handel, und das Resultat des selbstmörderischen Kampfes hängt viel mehr von den Marktverhält- 
niffen resp. den Emissionsbanken ab, als von der Fähigkeit der Arbeiter, dem Hunger zu widerstehend 
Atlch die Steuern, sowohl die Staats- wie die Gemeindesteuern, bleiben 
unverändert,- der Steuerbeamte kümmert sich nicht um die Preise der Produkte. 
Die Pacht oder Miete für das Grundstück und Gebäude wird von jedem 
vorsichtigen Unternehmer regelmäßig auf längere Zeit kontraktlich abgeschlossen. 
Gehen nun die preise herunter, so müßten auch Pacht und Miete herunter 
gehen, damit das Gleichgewicht zwischen Erlös und Kosten erhalten wird. 
Aber was kümmert den Besitzer die Sorge seines Pächters. Er besteht auf 
seinem Schein und tröstet höchstens den Pächter mit der Aussicht, die ja die 
Erfahrung wahrscheinlich macht, daß, wenn sich die Baisse ausgetobt, die 
Zeit für eine neue Hausse kommen wird. 
Es ist die Regel, daß fast alle Unternehmer, ähnlich wie die Kaufleute^ 
mit fremdem Geld arbeiten. Sie stecken fast alle bis tief an den Hals in 
Wechselschuldcn, Oblkgatkonenschulden, Kommanditschulden, Hypothekenschulden 
usw. — und alle diese Schulden sind Geldschulden. Hat der Unternehmer für 
Zins und Tilgung jährlich 10 000 zu zahlen, so bleibt die Summe gleich, 
wenn durch Rückgang der Preise der Erlös der Produkte von 100 000 etwa 
auf 80 000 zurückgeht. Die Gläubiger kümmern sich da nicht um die Waren 
preise, sie verlangen ihr Geld zurück auf Heller uud Pfennig, den vollen 
Betrag. Und wer wird ihnen solches übelnehmen, nachdem sie unter der vor 
angegangenen Hausse schwer gelitten hatten? 
Das Produkt des Unternehmens sei 
1000 Ballen Zeug zu 100 gleich 100 000 
Produktionskosten: 
Pacht oder Miete 5000 
Frachten 5000 
Steuern 1000 
Zinsen 9000 
Von den Konjunkturen unberührte Produktionskosten 20 000 20 OOO 
Bleiben dem Unternehmer 80 000
	        

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Aktive Währungspolitik. Freiland-Freigeld-Verlag, 1921.
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