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Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

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Bibliographic data

fullscreen: Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

Monograph

Identifikator:
1016274645
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-162307
Document type:
Monograph
Title:
Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Koehler
Year of publication:
1920
Scope:
VIII, 309 S
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens
  • Title page
  • Contents

Full text

110 — 
der nomabdilierenden Benölferung nährt, ijt in der legten Zeit infolge 
ihwerer Epidemien, die die Bejtände der Herden ftarf verminderten, 
jehr zurüdgegangen. Die Renntierzücter führen ein fümmerlides Daflein, 
und für den Export fommen die Produkte der Kenntierzucht Faum in 
Betracht. 
Ungefähr beim Bolarkreis beginnt die Zone der Wälder, und 
hier find, wie erwähnt, aud) Mderbau und Viehzucht möglidh. Im 
Gouvernement Wologda find bereits 89,8 % der Bevölkerung in der Land- 
wirtihaft bejhäftigt, gegen NUr 3 0% in der Indultrie. VBorherr{hend ij 
hier die Dreifelderwirt] haft, angebaut wird Hauptjächlid Roggen. Das 
Wologdafdhe Gouvernement zeichnet [id insbejondere durch gute Weiden 
zus, und daher hat au die Viehzucht hier eine immer zunehmende 
Bedeutung gewonnen. Im Jahre 1911 wurden hier 720 000 Stüd 
Srokvieh, 420000 Schafe, 59000 Schweine und 212000 Pferde ge 
zählt. Immerhin ijt der Prozentiak des Kulturlandes im VerhHältnis 
zum Gejamtareal ein äußer]t geringer. Ahnlidh liegen die Verhältnijfe 
im Gouvernement Olonez, wo gegen 8 0% der Fläche in Üder, Wielen 
und Weiden verwandelt jind. 
Die Indujirie jpielt im gejamten Nordgebiet, mit Ausnahme der 
Holzbearbeitung, DON der nody die Rede fein mird, eine ganz unter- 
geordnete Rolle und arbeitet beinahe aus[lieklidh für die Dedung 
des örtlichen Bedarfes. 
Ten wichtigjten Reidhtum bilden zweifellos die Iüälder, die den 
größten Teil der jüdliden Hälfte des Gouvernements ArhHangeli£, 
jowie Der SGouvernements Wologda und Olonez bededen. So nehmen 
die Wälder im Gouvernement Wologda gegen 80 %o und im Gouverne- 
ment Oionez gegen 63 %o der Gejamtfläce ein. Während das Holz 
aus dem Gouvernement Olonez und dem Südwelten des Gouverne- 
ments Wologda auf den MWajferwegen nad) Betersburg geflößt werden 
tann, geht die Ausfuhr aus den übrigen Teilen längs den nach Norden 
jliebenden Flülfen, Hauptjächlidh auf der nördliden Düna (Dwina), 
nad) Arghangeljt. Dort wird es zum größten Teil auf den großen 
Sägemühlen zu Brettern gefägt und dann ausgeführt, HauptJädlid 
nad) England. Da die Holzausfuhr nur längs den Flukläufen m5g- 
li war, wurde in deren Nähe ein [Hädlicdher Raubbau getrieben, und 
die Anfuhr des Holzes an die flökbaren Flüjle mit der Zeit immer 
{hwieriger. Ein weiterer Umitand, der auf eine rationelle AWusbeute 
des Waldreidhtumes lähmend wirkte, war, daß ein großer Teil des 
Waldes [idH im Staatsbefiß befand (Jo im Gouvernement Wologda 
28,6 Millionen Dekjatinen DON insgejamt 29,4 Millionen) und die 
Erlangung von Konzeflionen zum Holzfällen und deren AYusnußung 
dur) bureaufratijdhes Berhalten der Behörden zu den Unternehmern 
>ridhwert wurde.
	        

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Die Wirtschaftliche Zukunft Des Ostens. Koehler, 1920.
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