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Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

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Bibliographic data

fullscreen: Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

Monograph

Identifikator:
1016274645
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-162307
Document type:
Monograph
Title:
Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Koehler
Year of publication:
1920
Scope:
VIII, 309 S
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens
  • Title page
  • Contents

Full text

112 — 
fogda und Wiatka, Lein und Teer aus dem Gouvernement Arhangelft, 
ferner Fijde, Iran und Seehundsfelle. Auch mit Norwegen beitand 
siit Iebhafter Handelsverkehr; es wurden dorthin Weizenmehl, Roggen, 
Bretter, Segeltud, Tauwerk, Viehhäute u.a. m. ausgeführt. 
Sehr behindert war jedod) der Ausfuhrhandel über Argangelit 
dur) die ungünftigen Witterungsverhältnijfe. Schon Ende Oktober 
bededt fid die Mündung der Düna mit Eisidhollen und Ende November 
muß jede Schiffahrt eingeftellt werden; erft Ende Juni kann fie wieder 
»oll aufgenommen werden. Aud) ijt die Schiffahrt wegen der jtarfen 
Strömungen und vielen Untiefen im Weiken Meer überaus gefähr- 
lid. Einigermaken gefahrlos für die Schiffahrt it bloß die Kurze Zeit 
don Ende Juni bis Ende Augult. 
Alle diefle Schwierigleiten regien den Gedanken an, an der eis- 
jreien Murmanfküfjte einen Hafen 3zU jhaffen, der das runde Sahr der 
Schiffahrt zur Verfügung tebt. So wurde im Yahre 1899 dort der 
Hafen Alexandrow[k angelegt, der aber, weil er durch weite unwirtlidhe 
Gebiete vom übrigen Rukland getrennt war, feine rechte Bedeutung 
zrlangen Ionnte. 
Eine wefjentlidH erhöhte Bedeutung gewann der Handelsverfehr 
über das Nördlide Eismeer im Jahre 1914 nad Ausbruch des Welt- 
frieges. Durd) die Sperrung der Ditjee und des Schwarzen Meers 
jür den Aukenhandel war Rußland volljfändig von jeglicher Ver: 
bindung mit feinen Alliierten dur die europäiflden Gewäljer, bie 
bisher den Handelsverfehr vermittelt hatten, abgejdOnitten. €s mubkte 
daher der Verfuch gemacht werden, die Häfen des Nordgebietes fülr 
die Zwede der Verforgung des zujfijden Heeres mit Kriegsbedarf 
nugbar zu maden. Es wurde fofort zu einem Yusbau des Hafens 
von Arhangeljt gefhritten und verhältnismäkig große Warenmengen 
dort eingeführt. YWber die überaus geringe Leijtungsfähigfeit der ein: 
aleifigen Bahnlinie. nad Wologda hatte zur Folge, daK die Waren 
ih in Argangeljt anjtauten und night an ihren Bejtimmungsort ge 
jhafft werden Konnten. Gleichzeitig wurde mit fieberhafter Eile der 
Bau einer direkten Bahnverbindung von Petersburg Zur Murmankülte 
nad) Aezandrowft in Angriff genommen und bis 1916 auch) fertig- 
geftellt. Ob Ddiefer Hafen in normalen Zeiten, wenn der ungehinderte 
Warenverfehr durch die Oftfeehäfen wieder möglich ijt, eine groke Be- 
deutung haben wird, Lleibt abzuwarten.
	        

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Die Wirtschaftliche Zukunft Des Ostens. Koehler, 1920.
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