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Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

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Bibliographic data

fullscreen: Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

Monograph

Identifikator:
1016274645
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-162307
Document type:
Monograph
Title:
Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Koehler
Year of publication:
1920
Scope:
VIII, 309 S
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens
  • Title page
  • Contents

Full text

— 115 — 
barftellt, ent/tanden [Hon im 9. Yahrhundert Staatenbildungen durch 
germani[jde Waräjerfürften, welde auf ihren Wikingerfahrien auf dem 
uralten Handelswege aus Skandinavien durd) den Ladoga- und Ilmen- 
jee weiter durd) den Dnjepr nad) dem goldenen Byzanz |trebten. So 
entjtand das alte Großfürftentum Kiew mit feiner gleidnamigen Haupt- 
jtabt, ein rein [Iawilder Staat unter germanijdher "Dynaftie, der von 
Byzanz feine Hriftlide Kultur annahm. Derjelbe entwidelte in 
den nädlten Jahrhunderten nad) Nordoften in die von finnijden Jäger. 
und SHirtenjtämmen dünn bevölferten unermehlichen Waldgebiete der 
[armatijden Ebene Kolonijation. DadurgH entjtanden Moskau und 
Diele andere Fürftentümer, in deren Bevölkerung JiH dur Mijdung 
der finni[d-mongoliiden Stämme mit den zugewanderten |awijdhen 
Kolonijatoren allmählig die großrufjliidhe Mafje entwidelte. Der ge 
waltige Mongolenjturm des 13. Jahrhunderts, der erjt auf den [Ale 
jilden Gefilden bei Liegnig an deut|dhHer Heldenkraft brandete, ver: 
nichtete alle dieje [awijden Fürftentümer der jarmatijden Chene und 
überflutete aud) das Großfürltentum Kiew: es ging unter. In Olt- 
galizien behauptete Jid ein Zweig der Dynaitie, der in Itändiger 
ehde mit den Tartaren der goldenen Horde im Steppengebiet des 
Dnjepr lag und [AHließlidH den Polen erlag, während die Gebiete 
von Weikrukland, Wolhynien und Kiew fihH mit Litauen vereinigten 
und dadurd fpäter gleichfalls an Polen kamen, als fid lekteres mit 
Litauen zujammen[dloß. So ijt die weitlide Ufraine, d. d. WolhHynien, 
Podolien und Kiew, [owie das Cholmgebiet ebenjo wie zuvor Olft- 
galizien unter polnijde Herrfhaft gekommen, die [iH in einem drüden 
den Feudaljyftem geltend machte und in furchtbarer Härte das uftai» 
nijde Bauernvolf der Willfür der polnijdHen ans auslieferte. Um 
fig aus diefer Lage zu retten, flücteten viele Ufrainer nad) Olten in 
die menjdhenleeren tartarijden Steppen und begründeten dort die Ka» 
[afen]dhaft, eine freie Kriegsgenoffen[haft zur Bekämpfung fowohHl der 
polnijden Unterdrüder wie aud zum Kampf gegen die ungläubigen 
Tartaren. Mittelpunit des Kafakentums war die fog. Shit auf 
einer. verfumpften Infel unterhalb der Stromjdhnellen des Dnjepr. 
Bon hier aus haben die Kafaken das Ufrainertum immer weiter nad 
Often über den Dnjepr hinaus getragen. Moskau war unterdefjen 
unter dem mongolilden Joch der Mittelpunkt der großruffijden ftaat- 
lidgen Entwidlung geworden. Seinen SGrokfürften gelang es, das Tar- 
tarenjod) abzuldjütteln, und als das Haus Romanow den Mos- 
fowiterthron beitieg, begann bereits der Kampf mit Polen um den 
Einfluß in der Ufraine. 1654 [Hlok der berühmte Hetman der Ukrainer 
Kafjafen, Bogdan Chmelnizki, einen Vertrag mit Moskau ab, der 
eine Union der beiden Staaten zum Ziele hatte, und der gemeinjame 
Kampf gegen die Polen begann. Die Entwidlung führte aber dahin,
	        

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Lexikon Der Handelsgeographie. Verl. des Bibliogr. Inst., 1882.
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