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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1016274645
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-162307
Document type:
Monograph
Title:
Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Koehler
Year of publication:
1920
Scope:
VIII, 309 S
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

386 
Drittes Buch. Der Liberalismus. 
Tode —: großartig und scheinbar unerschütterlich. Es ist dies die Periode, 
die, vom französischen Gesichtspunkt aus, unter dem Namen der Periode 
des zweiten Kaiserreichs zusammengefaßt wird, die Zeit, in der die liberale 
klassische Schule glaubte, ihre beiden alten Gegner, den Sozialismus 
und den Protektionismus, endgültig besiegt zu haben. Mit Hinsicht auf 
den Sozialismus schreibt Reybaud im Dictionnaire d’Economie 
Politique im Jahre 1852: „Heute vom Sozialismus sprechen, heißt, 
eine Leichenrede halten.“ Was den Protektionismus anlarigt, so hatte 
er in England durch die Abschaffung der Getreidezölle die Schlacht ver 
loren und sollte in Frankreich und in Europa überhaupt bald den Ver 
trägen von 1860 erliegen. Der klassischen Nationalökonomie schien 
daher die Zukunft gesichert: sie sah nicht voraus, daß 1867 das „Kapital 
erscheinen würde, daß 1872 der Kongreß von Eisenach zusammentreten 
sollte, und daß um die gleiche Zeit die Verträge von 1860 gekündigt 
werden würden. 
Benutzen wir daher diese kurze Spanne ihres Ruhmes, um die Ge 
setze darzulegen, die sie lehrte, — und zwar so gedrängt, wie möglich, 
da dies keine nationalökonomische Abhandlung ist —: dabei wollen wir 
uns auf die Doktrinen beschränken, die damals als endgültig angesehen 
wurden, und die noch heute von denen, die der liberalen Schule treu g e ' 
blieben sind, für endgültig gehalten werden. 
§ 1. Die großen Gesetze. 
Die Existenz natürlicher Gesetze war stets die charakteristische 
Behauptung der klassischen Schule. Ihr zufolge sind sie das Postulat, 
ohne das keine Gesamtheit von Kenntnissen auf den Namen Wissen 
schaft Anspruch erheben kann. Diese Gesetze haben nicht mehr wie 
bei den Physiokraten und Optimisten jene Charakterzüge des providen- 
tiellen, normativen und teleologischen >): sie sind ganz einfach „natür 
lich“, ganz so wie die physischen Gesetze und folglich amoralisch; sie 
können nützlich oder schädlich sein: dem Menschen liegt es ob, sich ihnen, 
so gut er kann, anzupassen. Die Nationalökonomie eine ’ „gefühllose 
Wissenschaft“ zu nennen, weil sie nachweist, daß dieses oder jenes Gesetz 
unheilvolle Folgen für den Menschen haben kann, ist ebenso absurd, 
0 Die natürlichen Gesetze waren jedoch schon von Dupont de Nemours e _ 
gut und in dem gleichen Sinne, wie von der klassischen Schule, definiert . w , 0I ^jieS 
„Die natürlichen Gesetze sind die wesentlichen Bedingungen, denen gemäß sic ‘ . 
in der vom Schöpfer der Natur eingerichteten Ordnung vollzieht... Was uns anbe ^ 
sind es die wesentlichen Bedingungen, denen die Menschen unterworfen sind, um _ 
alle Vorteile, die die natürliche Ordnung ihnen gewähren kann, zu verschaffen 
troduction aui Güuvres de Quosnay, S. 21).
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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