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Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

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Bibliographic data

fullscreen: Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

Monograph

Identifikator:
1016274645
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-162307
Document type:
Monograph
Title:
Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Koehler
Year of publication:
1920
Scope:
VIII, 309 S
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens
  • Title page
  • Contents

Full text

— 160 — 
MenfgHen. Es wohnten demnad) 22 Vo der Bevölkerung in den Städhten, 
8,5 % in den Handelsorten und 68,6 0% auf dem Lande. Die jtärkjte 
jtäbtiide Bevölferung haben die Gouvernements Piotriow und War- 
idau, hier wohnen 40,6 bzw. 39,9 % der Bevölkerung in den Städten. 
Sn den übrigen Gouvernements it die [tädtijdHe Bevölferung bei 
weitem geringer, in den Städten wohnen hier nur 8,0 (Stielce) bis 
14,2 0% (Siedlee) der Bevölferung des betreffenden Gouvernements. 
Sm Ileßten Jahrzehnt vor dem Kriege [tammte die beträchtliche 
polni[dje Emigration nad den Vereinigten Staaten von AWmerika vor- 
wiegend aus Kongrekpolen; fie trug ganz deutlid) einen zeitweiligen 
Erwerbscharakter. Mit wenigen Nusnahmen 30g ein jeder diejer Aus- 
wanderer hinaus mit dem fejten Entihluffe, heimzufehren, jobald er 
fig einen Betrag erjpart Haben würde, der ihm unumgänglih nötig 
war, um eine Schuld zu bezahlen, ein Grundjtüd zu erwerben, ein 
neues Haus zu bauen, feinen Biehjtand zu vermehren und dergl. 
An der überfeeildhen Erwerbswanderung durfte angelihts ihrer 
hohen Koften nur derjenige teilnehmen, dem gewijfe Mittel oder ein 
ent/predjender Kredit zur Verfügung jtanden. Bauern, die Keine Mittel 
für die überfeeilde Reife aufbringen und in ihrer Gegend feine oder 
nur fOledht bezahlte Arbeit finden Ionnten, mußten demnad) 3U Feld- 
arbeiten nach verjdhiedenen europäijden Ländern wandern. So entjtand 
die Kontinentale Auswanderung mit ausgeprägtem Saijondharafkter, da 
jie Jid ausfjHlieklidh auf die Dauer der Feldarbeiten, d. h. vom Srüh- 
jahr bis in den Spätherbit, beidhränkte, 
Auf dem europäijdhen Feltlande bildete Polen mit feinen Land- 
arbeitern die wichtigjte Arbeiterbezugsquelle, befonders für Norddeut[dh- 
(and, wohin fidh jährligH ungefähr 300000 Landarbeiter begaben. Ur- 
iprünglid richtete id) die Saijonauswanderung aus Kongreß: 
polen HauptlächlidH nad) der preukijdhen Provinz Sachjen, und deswegen 
wird dieje Auswanderungsbewegung landläufig „Sachjengängerei‘“ ge- 
nannt. Für die preukijde LandwirtfHaft war bisher der jtarfe Zufluß 
von polniiden Saijonarbeitern von großer Bedeutung; ob und in 
weldem Umfange in Zukunft eine Saijonauswanderung nad Preußen 
nod) ftattfinden wird, wird von der fozialöfonomijdhen Entwidlung 
des heutigen polnijden Staates abhängig jein. — Eine verhältnismäßig 
geringe Anzahl von polnijdhen Saijonarbeitern begab fidH au in 
den legten Jahren vor Ausbruch des Weltirieges alljährlid nad) Däne- 
marf, Schweden, in die Schweiz und nad Franfkreid. 
Die Emigration bildete im Wirt[Hafts- und Finanzleben Polens 
eine wichtige Erjheinung. Für die Ausfuhr feiner Arbeitsiräfte er- 
zielte Bolen einen jteten Zufluß baren Geldes in Gefjtalt der von 
den Auswanderern erfparten Mark und Dollars. Dielje Erjparni[fe 
idwollen zu beträctliH hohen Summen an und bildeten für ganze
	        

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Die Wirtschaftliche Zukunft Des Ostens. Koehler, 1920.
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