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Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

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Bibliographic data

fullscreen: Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

Monograph

Identifikator:
1016274645
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-162307
Document type:
Monograph
Title:
Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Koehler
Year of publication:
1920
Scope:
VIII, 309 S
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens
  • Title page
  • Contents

Full text

231 — 
hier Gegenjäge zum Austrag fommen mußten, wenn folge zwijdhen 
Schweden und Moskowien vorhanden waren. Tatlächlih find zwijden 
Heiden Mächten zahlreide Fehden ausgefämpft worden, um die Vor-- 
Herrichaft an der Oftfee, in denen die eingeborenen Finnen mit groHer 
Tapferkeit ihre heimatliche Scholle verteidigt Haben. Hierdurch, und 
infolge der räumliden Irennung dur den Bottnijden Meerbufen 
erhielt die Kolonie des fHwedijHen Staates ihre Eigenart, die aud) 
im Titel „SGroßfürftentum Finnland“ bereits aud im Mittelalter Sffent- 
fig vom Mutterlande anerkannt ward. In den durch die Iahrhunderte 
mährenden Kämpfen war befanntlid im Jahre 1809 das KRKRubkland 
Peters des Großen Sieger geblieben. Zar Alexander I. übernahm das 
SGrokfürjtentum von der Krone Schwedens „wie es ging und ftand“ 
und [Hlug es als autonomes Staatswelen zum ruflilden Reid. 
Bis in die 90er Iahre des vergangenen SZahrhunderts konnte 
das eigenartige Staatswefen, das vom finnijdjen Staat, alfo von 
finnländijden Bürgern verwaltet wurde, fi felbjtändig weiter ent- 
mideln. Die Finnländer Hatten ihre eigene Münze und ihr Zoll- 
inftem, Gerichtsbarkeit, eine Schule, die den an Zahl immer mehr 
zunehmenden Bürgern finnijdher Nationalität gleidhfalls die Ausbildung 
bis in die HochfHhule in ihrer Mutter/prahe bot. Endlid) ein eigenes 
finnländijhHes Heerwejen. Was Finnland mit dem rujliidhen Reid) ver- 
Band, war ein Vertrag, den zU halten die Finnländer für ihre heilige 
Pflicht erachteten, Jolange Die andere Seite, d. h. die Regierung des 
Zaren ihren Pflidten nadfam. Erjt gegen Ende des Sahrhunderts 
wurde Har, daß das mächtige Rußland danad ftrebte, das Heine 
Finnland zu unterdrüden, ZU fnechten, ihın feine Geredhtjame zu nehmen, 
das blühende Wirtjhaftsleben zu Hwächen und das autonome Staats- 
mejen in eine rullijde Provinz zu verwandeln. Der Grund dafür lag 
in den gewaltigen Anftrengungen und Rüfjtungen, die Rußland in 
Borbereitung zum Weltiriege traf. Als Vorwand diente die FurdGHt, 
Finnland könne im Falle eines Krieges dem Feinde VBorfhub leilten. 
Rein Wunder, daz während des Weltkrieges die Gefühle der Finn- 
[änder dorthin geridtet waren, wo im Süden der Oftjee „der Sachje“ 
wohnt. (Sakla heißt in finnijder Sprache der Deutihe.) Lagen doc 
dort in Deutidland die alten Hanfejtädte, deren Kaufleute im 20, Jahr- 
Hundert nicht weniger als im tiefen Mittelalter SHandelsverfehr mit 
den Finnländern pflogen. Aus dem Herzen Deutjdlands war den 
Finnländern die Lehre Luthers gekommen, und zahlreiche Bande geiftiger 
Art waren feitdem hinüber und Herüber gejponnen worden; während 
des Krieges erfreuten [id die Finnländer in weiten Teilen des Deut- 
iden Reiches lebhaftejter moralilder Unterjtügung im Kampfe um 
ihre Sreibeit.
	        

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Die Wirtschaftliche Zukunft Des Ostens. Koehler, 1920.
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