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Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

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Bibliographic data

fullscreen: Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

Monograph

Identifikator:
1016274645
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-162307
Document type:
Monograph
Title:
Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Koehler
Year of publication:
1920
Scope:
VIII, 309 S
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens
  • Title page
  • Contents

Full text

_— 302 — 
In der Stadt Odelja lebten etwa 12000 DeutidHe; aud) in an- 
deren Städten diejes Gebiets find Deutjche anzutreffen; bejonders 
ijt die Stadt Alezandrowik (im Gouvernentent Yekaterino] law) zu nen- 
nen. Die überwiegende Mehrzahl der Schwarzmeerbeutichen find aber 
Bauern. 
Am dichtejten find die deutjdHen Siedlungen im weiten Umfreis 
um Obdelja und um die Landenge von Berekop, die auf die Halbinlel 
Krim führt, 
Vor 100 Jahren war der Landbelig im Schwarzmeergebiet vor- 
nehmlid) in Händen von Latifundienbefigern, die id) um ihre Be: 
jigungen wenig fümmerten; bie Wirtichaftsform war auf ihnen primi- 
tive Schafzucht. Bon diefen Ländereien padteten und kauften die Kolo- 
niften im Lauf der Zeit einen beträchtliden Teil und verwandelten fie 
in Kulturland. Fleiß und Tüchtigieit Iohnten reidlidh in dem von Natur 
jo gejegneten Lande. Viele Enkel der eingewanderten Bauern faHen 
als wohlhabende Herren auf großen Landgütern und trugen den wirt- 
ichaftligen Fortjdhritt weit ins Land hinaus. 
Dak das Schwarzmeergebiet zur Kornklammer Rußlands und Euro- 
pas wurde, ift durch deutliche Arbeit qelhehen, ilt das Werk der deutichen 
Kolonijten. 
Trog der Dieljeitigen Entwidlungsmöglidhfeiten, die das Land 
im Norden des Schwarzen Meeres bietet, und troß des weiten Wir- 
fungsfeldes, das hier gegeben wäre, hat dog aud) aus diejem Gebiet 
jdon eine deutjde Wuswanderung jtattgefunden, meijt wohl in andere, 
vor allem benadjbarte Gegenden des rujjijhen Reichs, aber aud) nad) 
Überjee. Neben dem deutiden Hang zum Wandern haben Die voliti- 
idhen BVerhältnijje das ihre dazu beigetragen. 
Ein deutidhes Wanderziel ijt |Hon lange Kaufkaljien. Dort 
gab es vor dem Kriege in dem bunten Durcheinander der verjdhiedenen 
Völker und VBoltsjtämme 70 bis 80000 Deutjdhe, etwa 4000 davon 
in Baku, 3000 in Tiflis, die große Mehrzahl aber auf dem Lande in 
deutjden Bauerndörfern. Das dünn bevölferte Nordkaukajlien war feit 
der Mitte des vorigen Jahrhunderts ein Ziel für aus der Wolga- 
gegend und aus dem nördlidhen Schhwarzmeergebiet abwandernde Kolo- 
niften. In kurzer Zeit entjtanden hier eine größere Zahl neue deutjche 
Kolonien — ohne ftaatlide Fürforge — aus eigener Initiative der 
Kolonijten gegründet, Dieje deutjhe Wanderung war no) im vollen 
Zuge, als der Weltirieg ausbrad. 
Älter, aber an Kopfijtärke weit geringer, [ind die ShHwaben-Kolv- 
nien in Transkaukafien (etwa 13 bis 15000 Seelen). Die Gründung 
der erften [Hwäbijhen Stammfkfolonien fällt in den Anfang des vorigen 
Xahrhunderts (1817 und 1818). Der Wirtichaftszweiqg, dem Diele
	        

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Die Wirtschaftliche Zukunft Des Ostens. Koehler, 1920.
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