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Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

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Bibliographic data

fullscreen: Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

Monograph

Identifikator:
1016274645
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-162307
Document type:
Monograph
Title:
Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Koehler
Year of publication:
1920
Scope:
VIII, 309 S
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens
  • Title page
  • Contents

Full text

83 — 
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nicht als rehr reichlid bezeidhnet werden fann. Wefentlid ungünitiger 
geitaltete jid) die Lage der früheren gutsherrlidgen Bauern, denen in 
jehbr vielen Fällen nicht einmal das gefamte, vor der Emanzipation 
von ihnen genußte Land überlafjen wurde. Der Gejamtdurchjnitt 
(für das Europäijde Rukland) der Größe der einzelnen Höfe war 
geringer als bie Hälfte des der früheren Staatsbauern, nämlich 
3,2 Dekjatinen, eine für tujjijhe Iirtihaftsverhältnijfe zweifellos viel 
zu geringe Ausdehnung für eine lebensfähige Bauernwirt[daft. Gleich 
zeitig aber waren Die im Interejje der Gutsbeliger fejtgejegien L0s« 
Faufszahlungen jo außerordentlid Hoc normiert, daß in vielen Fällen 
tatlädlig die von den Bauern zu zahlenden Steuern und Losfaufse 
zahlungen mehr als den vollen Ertrag feines Anteillandes ausmadten, 
und fein Seelenanteil ihm fomit nur eine Lajt, von der er fig 3u bes 
freien [uchte, bildete. Im nur wenig frudtbaren Nidt/Hwarzerdegebiet 
war der Durcdhjhnitt des Seelenanteils ein wenig größer, 4,2—5 
Dehijatinen, fank aber dafür im Schwarzerdegebiet ganz bedeutend 
unter den DurdHjHnitt, im allgemeinen auf 2,2 Dekjatinen. Während 
in der Folgezeit der Umfang des Gemeindelandes im allgemeinen 
nicht wejentlid zunahm, jtieg bie Bevölkerungszahl und damit die 
Zahl der Anteilsberedhtigten jehr jtark. Dieje Entwidlung führte natur 
gemäß 3u einem jtändigen Sinken der Größe der einzelnen Seelenanteile, 
Während der Gejamtdurchjhnitt für die von der Bauernbefreiung 
berührten Gebiete des Europäijden Rußland im Sahre 1862 nodh 
4,8 Debijatinen betragen hatte, war er im Sahre 1880 auf 3,5 und 
im Sahre 1900 auf 2,6 Dekßjatinen gelunfen. Das find Zahlen, die 
eine beredie Sprache reden. 
No anjdhaulidher werden diefe unerfreulihen Verhältnifje durch 
Folgende Angaben, die nad) den Gejidhtspuniten der Produktions- und 
Konfjumtionsnorm zujammengeftellt find, iMNuftriert. Als Ezxijtenzminie 
mum wird für Rußland allgemein für den Kopf der Bevöllerung eine 
Menge von 19 Pud (etwa 310 kg) Getreide angenommen. Für den 
DurchjHnitt der neunziger Yahre ijft nun von rullijdhen Agrarjtatie 
jtifern berechnet worden, dak in 18 von 50 Gouvernements des CEuro- 
pätihen Rußland der Ertrag unter dem Ezxijtenzminimum blieb; 3wölf 
erzielten einen ausreidenden Ertrag (19—22 Bud), neun einen mähigen 
(22-—27 Bud) und elf einen befriedigenden Mehrertrag (über 27 Bud). 
Sm Durchihnitt des ganzen Reiches blieb die Verjorgung mit Nahı- 
rungsmitteln aus den Erträgen des Unteillandes um 17 %, mit Futter« 
mitteln um 41 0% inter der erforderliden Norm zurüd. Cbhenfalls 
viel zu Hein war das Anteilland im Berhälltnis zu der zur Berfügung 
jtebenden Arbeitsiraft, fo daß Ddieje Keine volle Verwendung in der 
Landwirtihaft finden und [ih Nebenbejhäftigungen zuwenden mußte, 
Es itanden nun den Bauern zwei Wege offen, um die Schäden
	        

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Die Wirtschaftliche Zukunft Des Ostens. Koehler, 1920.
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