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Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

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Bibliographic data

fullscreen: Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

Monograph

Identifikator:
1016729413
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-61429
Document type:
Monograph
Author:
Berghoeffer, Christian Wilhelm http://d-nb.info/gnd/115671919
Title:
Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses
Place of publication:
Frankfurt am Main
Publisher:
Verlag Englert & Schlosser
Year of publication:
1922
Scope:
1 Online-Ressource (272 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses
  • Title page
  • Contents

Full text

101 
Abtragung der Kapitalien. Nun befanden sich aber die Original 
schuldverschreibungen in den Händen des Kurfürsten, und die 
Termine der Kapitalsrückzahlungen verteilten sich auf längere Zeit 
räume. Napoleon erließ daher ein Dekret, wonach es bei Zurück 
erstattung der Kapitalien nicht der Originalschuldverschreibung 
bedurfte. Das hätte aber natürlich noch nicht genügt, um die 
Masse der Schuldner willfährig zu machen. Dazu bedurfte es 
stärkerer Mittel. Und Napoleon, der auf das Niedrige im Menschen 
baute, hatte sich nicht verrechnet, als er auf den schlauen Gedanken 
verfiel, sein und seines Bruders Interesse mit dem der Schuldner zu 
vereinen und die letzteren durch Nachlaß eines Teiles der Leihsumme 
zur Zahlung geneigt zu machen. Jetzt nahmen viele Schuldner, besiegt 
vom Eigennutz, Quittungen auf die Totalsumme an, obgleich sie nur 
einen Teil, oft kaum die Hälfte zurückgezahlt hatten. Unter den 
Herrscherhäusern waren es meist Rheinbundfürsten, die sich auf diese 
Weise mit Napoleon abfanden, u. a. die Häuser Mecklenburg-Strelitz, 
Waldeck, Ysenburg, Löwenstein-Werthheim, Nassau-Usingen. So hatte 
beispielsweise der Herzog Karl zu Mecklenburg-Strelitz im Jahr 1797 
eine halbe Million Rtlr. aus der hessischen Kriegskasse geliehen, die mit 
3 1 /ä ll /o verzinst und in jährlichen Stückzahlungen von 10 000 Rtlrn. 
zurückerstattet werden sollten. Am 27. Mai 1807 erfolgte die letzte 
Zins- und Stückzahlung. Die Restschuld von 400 000 Rtlrn. wurde 
an Napoleon entrichtet unter Zubilligung eines Nachlasses 164 . 
Die Fürsten waren mit verhältnismäßig hohen Summen be 
teiligt, sie bildeten aber nur einen kleinen Teil der Gesamtzahl 
von Schuldnern, mit denen derartige Abkommen getroffen wurden. 
Das Staatsarchiv zu Marburg (Kabinett 111. 51 : Acta Generalia betr. 
1807—1811) bewahrt aus Buderus’ Nachlaß eine Liste, deren Aus 
lieferung in Paris Jakob Grimm vermittelt hatte: Etat des Debiteurs 
de S. A. R. l’Electeur de Hesse, qui ont et6 admis ä se liberer 
de leurs dettes en execution des Decret et Decision du 30. Janvier 1809, 
et 30. 8Irr 1810. Dort sind 222 Schuldner aufgeführt, Herrscher 
häuser, Gemeinden und Private. Bei jedem ist die Ziffer der 
ursprünglichen und der vereinbarten reduzierten Schuld, sowie die 
bezahlte und die noch zu bezahlende Summe angegeben. Die 
Schuldposten, die Napoleon hier in Anspruch nimmt, belaufen sich 
in ihren ursprünglichen Beträgen, alles in Taler umgerechnet, auf 
etwa 6,2 Mill. Natürlich muß ein großer Teil dieser Ausstände zu dem 
Tableau der elf Millionen Taler gehört haben, und die Nutznießung
	        

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Meyer Amschel Rothschild, Der Gründer Des Rothschildschen Bankhauses. Verlag Englert & Schlosser, 1922.
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