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Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

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Bibliographic data

fullscreen: Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

Monograph

Identifikator:
1016729413
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-61429
Document type:
Monograph
Author:
Berghoeffer, Christian Wilhelm http://d-nb.info/gnd/115671919
Title:
Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses
Place of publication:
Frankfurt am Main
Publisher:
Verlag Englert & Schlosser
Year of publication:
1922
Scope:
1 Online-Ressource (272 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses
  • Title page
  • Contents

Full text

152 
mit Nominalobligationen, sowie 1 Kasten mit Zinskupons. Delbrück 
hatte mehrere Wagen. Der Bagagewagen wurde von 6 Pferden 
gezogen, bei Steigungen und im Morast sogar von 8 bis 10 Pferden. 
Die Last, die er führte, und die doch nach der Stückzahl und dem 
Inhalt zu schließen zum größeren Teil auf Obligationen und Kupons 
entfiel, läßt sich hiernach bemessen. Man darf pro Pferd durchschnitt 
lich 8 Zentner rechnen. Wenn nun im Frankfurter Bankhaus noch 
außerdem eine verhältnismäßig große Zahl von Obigationen und 
Kupons — in der Regel handelte es sich bei den Partialobligationen 
um Stücke ä 1000 fl — aufbewahrt waren, so fragt man mit Recht, 
wo denn diese Effekten hergekommen sein sollen, und aus welchem 
Grunde der peinlich besorgte geizige und mißtrauische Kurfürst 
einen so großen Teil seiner Wertpapiere bei Rothschild ließ, während 
es ihm doch gar nicht an Gelegenheit fehlte, alles an sich zu 
ziehen. Meyer Amschel hatte, wie wir oben sahen, einen Teil der 
Effekten von Hamburg nach Prag geschafft. Sein Sohn verkehrte 
regelmäßig mit dem Kurfürsten und bediente sich dabei eines 
Wagens, der ein Geheimfach enthielt. Es wäre völlig unverständlich, 
daß der Kurfürst nicht wie in allen anderen Fällen (s. o. S. 74—76) 
die bei Rothschild befindlichen Obligationen wenigstens nach und 
nach in sein Refugium hätte bringen lassen. Ich behaupte demnach 
mit guten Gründen: Der Kurfürst hat bei seiner Flucht 
Meyer Amschel Rothschild nicht sein Vermögen, auch 
nicht einen Teil desselben, zur Aufbewahrung über 
geben, und das Haus Rothschild verdankt nicht einem 
derartigen Zufall, wie alle Welt bisher angenommen 
hat, seinen Reichtum und seine Macht, vielmehr ist 
dessen Wachstum wie auch seine Vertrauensstellung 
beim hessischen Fürstenhaus nur langsam und durch 
zähe Ausdauer gefördert worden. Nicht vor, sondern 
während der Exilzeit haben die Rothschild durch ihre Treue, 
Anhänglichkeit und Leistungsfähigkeit dasjenige Maß von Ver 
trauen beim hessischen Fürstenhaus erworben, das auch die 
Legende ihnen zuschreibt 231 . 
Es fragt sich noch: wie erklären sich die zunächst auffallend 
erscheinenden Bemerkungen Nathan Mayers? Uns will es scheinen, 
daß der betreffende Passus ironisch aufzufassen ist. Die tatsächliche 
Grundlage der Erzählung bildet der oben geschilderte allmähliche 
Ankauf von englischen Konsols für den Kurfürsten, und wenn die
	        

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Meyer Amschel Rothschild, Der Gründer Des Rothschildschen Bankhauses. Verlag Englert & Schlosser, 1922.
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