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Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

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Bibliographic data

fullscreen: Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

Monograph

Identifikator:
1016729413
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-61429
Document type:
Monograph
Author:
Berghoeffer, Christian Wilhelm http://d-nb.info/gnd/115671919
Title:
Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses
Place of publication:
Frankfurt am Main
Publisher:
Verlag Englert & Schlosser
Year of publication:
1922
Scope:
1 Online-Ressource (272 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses
  • Title page
  • Contents

Full text

197 
sich um keine Geschäfte. Einige weitere zuverlässige Mitteilungen bieten 
die Bücher der Belli-Gontard. Nachdem diese Schriftstellerin den Tod ihrer 
Mutter erzählt hat, fährt sie folgendermaßen fort: „Ich hatte den Garten 
geerbt. Kurz nachdem ward ich durch einen Makler beinahe täglich ge 
peinigt, den Garten an Amschel Rothschild zu verkaufen, dessen Nachbarn 
wir geworden waren. Der Mann sagte mir sogar, wenn Rothschild seinen 
Wunsch nicht erfüllt bekäme, wäre er im Stande, in Geschäften unserer 
Handlung zu schaden. Darauf ging ich sogleich zu der Mutter Rothschilds, 
ich bat sie, mit ihrem Sohne zu sprechen. Die alte Dame tadelte das Be 
tragen Rothschilds und versprach, Alles zu ordnen; sie hielt redlich Wort. 
Von da an besuchte ich sie, nach ihrem Wunsche, beinahe jede Woche, 
sie war eine gute, gescheidte Frau und blieb ganz klar bis in ihr hohes 
Alter. Doctor Stiebei war ihr Arzt, sie hielt viel von ihm. Einst klagte sie 
ihm körperliche Schwäche, und er antwortete: Ja, übe Frau Baronin, jünger 
kann ich Sie nicht machen. Ach, antwortete sie schnell, jünger will ich ja 
auch nicht werden, aber älter, älter sollen Sie mich machen.“ „Die alte 
Baronin von Rothschild aß niemals außer Hause, auch bei keinem ihrer 
Söhne; gab Baron Amschel kein diplomatisches Mittagessen, so erschien 
sie nach Tische einige Zeit im Garten, sie liebte dort spazieren zu gehen- 
Einmal tat sie es, von mir geführt, sie klagte über ihre Gesundheit, sie 
sagte: Wissen Sie, ich habe zu viele Kinder gehabt; schöpft man doch den 
tiefsten Brunnen aus. — Sie hatte die Eigenheit, ihre Rechnungen auf das 
Comptoir zu senden, die Söhne mußten Alles bezahlen. Mit ihrem Gelde 
mochten diese aber auch speculieren, sie gab nichts aus; sie sparte stets; 
von den Söhnen begehrte sie Geschenke, diese ließen ihr Schmuck und 
Hauben von Paris kommen von kostbaren Spitzen, und mit blaßrothen 
Rosen verziert. Anders trug sie sie nicht. Den Schmuck hob sie auf, ohne 
etwas davon zu benutzen.“ „Rothschilds Gattin starb am 7. Mai 1849 bei 
nahe 96 Jahre alt. Sie hatte ihren Mann 37 Jahre überlebt. Trotz allem 
Glanz und Reichtum, die sie umgaben, blieb sie bis an ihr Ende in der 
Judengasse wohnen; sie war sehr wohltätig, viele Tränen geleiteten sie 
zum Grabe.“ (Belli-Gontard, Maria. Lebenserinnerungen, 1872, S. 238, 283; 
Dies. Leben in Frankfurt a. M., Bd. 10, 1851, S. 10.)
	        

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Meyer Amschel Rothschild, Der Gründer Des Rothschildschen Bankhauses. Verlag Englert & Schlosser, 1922.
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