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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

350 
4. Buch. V. Teil. Die Steuern. 
ilukte, Fabrikate belasten; oft regelt der Staat sogar die Menge 
der zu produzierenden Waren, bestimmt die zu verwendenden Roh 
produkte usw. ; die Produktion wird oft an gewisse Zeiten gebunden; 
die Kontrolle ist Tag und Nacht tätig; der Staat bestimmt die 
Art und Weise der Inverkehrssetzung, den Zeitpunkt, die Wege, 
die Quanten, die Art und Weise, wie dieselben in Verkehr zu bringen 
sind, wo sie zu verschleißen sind, unter welchen Bedingungen usw.; 
er schreibt die Art und Weise der Führung der Geschäftsbücher usw! 
vor; fordert alle möglichen Nachweise, Statistiken, Mitteilungen usw.; 
mit einem Wort, das finanzielle Moment prägt auf diese Unter 
nehmungen seinen Charakter auf und verändert gänzlich die Natur 
derselben, es entsteht ein Gemisch von Staats- und Privatunter 
nehmen, gewissermaßen ein Mittelding beider. Aber auch die Natur 
des Verbrauches wird wesentlich beeinflußt, der Erwerb gewisser 
Waren wird erschwert, was, namentlich wenn es sich um Gegen 
stände des ersten Lebensbedarfes handelt, seine Wirkung tief emp- 
iinden läßt, selbst in der Gestaltung der Lebensverhältnisse der 
Massen: Gesundheit, Lebenskraft, Lebenslust, Wohnung, Ein- und 
Auswanderung, Mortalität usw. weisen ihre Spuren auf. 
Infolge dieser Umstände lenken die indirekten Steuern die 
Produktion, den Verkehr, die Konsumtion oft in falsche Richtungen, 
begünstigen oft die Großindustrie, die mit großen Kapitalien arbeitet, 
demzufolge die Kosten der vom Staate geforderten kostspieligen 
Einrichtungen leichter tragen kann; oft entstehen Disparitäten 
zwischen der inländischen und ausländischen Produktion, die sich 
nicht leicht ausgleichen lassen und oft die Konkurrenz des Inlandes 
dem Auslande gegenüber unmöglich machen; bei ungünstigen Ver 
hältnissen wird die Überwälzung vom Produzenten auf den Kon 
sumenten unmöglich, was die Produktion erschwert usw. 
Endlich müssen wir noch folgender Nachteile der indirekten 
Steuern gedenken: a) In der Regel ist die Verwaltung der in 
direkten Steuern sehr kostspielig, in dieser Beziehung ist nur dann 
das Verhältnis günstiger als bei den direkten Steuern, wenn diese 
bei kleinen Leuten eingetrieben werden müssen, die indirekten 
Steuern hingegen bei wenigen Großproduzenten; b) die indirekten 
Steuern versagen oft eben in Zeiten großer Staatsbedürfnisse (Kriege); 
c) die Einnahmen aus indirekten Steuern sind schwieriger zu prä- 
liminieren, was aus budgetären Gründen ein Nachteil ist, aber auch 
den Staatshaushalt ungünstig beeinflußt, mag es sich um Defizit 
oder Überschuß handeln; dieser Nachteil zeigt sich natürlich mehr 
bei Luxussteuern als bei Gegenständen des ersten Lebensbedarfes; 
so betrug in Österreich im Dezember 1889 infolge der Influenza
	        

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Geburtenrückgang U. Sozialreform. Volksvereins-Verl., 1922.
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