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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

F. I. Abschnitt. Die Einkommensteuern. 
449 
classis“ angeführt. Die im Jahre 1849 eingeführte Einkommen 
steuer ist auch keine eigentliche Einkommensteuer. Österreich 
führte im Jahre 1893 die Personaleinkommensteuer ein. 1 * * ) die mit 
Novelle vom Jahre 1914 reformiert wurde. Das Existenzminimum, 
das bisher 1200 Kronen betrug, wurde auf 1600 Kronen erhöht. 
Der Steuerfuß, der bisher bis 5 Prozent stieg, erreicht gegenwärtig 
bei 6,7 Prozent sein Maximum. Die Novelle führt einen Aufschlag 
für minderbelastete Haushalte (fälschlich sogenannte Junggesellen 
steuer) ein. Es werden Steuerermäßigungen mit Kücksicht auf den 
Familienstand und die Leistungsfähigkeit beeinträchtigende Um 
stände gewährt. Der Einkommensteuer unterliegen bloß physische 
Personen. Dem Einkommen des Vorstandes einer Haushaltung wird 
das Einkommen aller Angehörigen der Haushaltung zugerechnet. 
In Ungarn wurde die Einkommensteuer im Jahre 1909 einge 
führt, aber erst im Jahre 1915 teilweise ins Leben gerufen. Zur 
Fatierung des Einkommens ist jeder verpflichtet, dessen Einkommen 
über 2000 Kronen beträgt. Der Steuerfuß steigt bis 5 Prozent 
(im Weltkriege auf 6 Prozent erhöht). Existenzminimum 800 Kronen. 
Tatsächlich ist aber bisher die Einkommensteuer bloß auf Einkommen 
über 10000 Kronen ausgedehnt. Die Besteuerung geschieht nach 
Haushaltungen. 
Eine eigentümliche Form der Einkommensteuer repräsentierte 
die italienische „imposta sulla ricchezza mobile“ (1864). Sowie die 
französische impöt personnel läßt sie das Einkommen aus Immobilien 
unberührt und beschränkt sich auf das aus Arbeit, Kapital, Unter 
nehmung stammende Einkommen. Sie zeigt einige Ähnlichkeit mit 
der englischen income tax, die ja ihr Vorbild war, wie es die eng 
lischen Institutionen überhaupt für Cavour waren. Wie dort die 
Einkommen in fünf Klassen geteilt werden, werden sie hier in vier 
Klassen geteilt. In die Klasse A gehören die Einkommen aus 
Kenten, Kapitalzins, Darlehen, Zehnten usw.; in die Klasse B ge 
hören die Einkommen aus Industrie und Handel; in die Klasse C 
gehören die bloß aus Arbeit stammenden Einkommen, die Einkommen 
aus Handwerk, Kunst, Wissenschaft, die Besoldungen; in die Klasse D 
gehören die Staats- und Selbstverwaltungsbeamten. Der Steuerfuß 
war ursprünglich 13,20 Prozent und wurde später auf 20 Prozent 
erhöht; dieser Schlüssel wird aber bloß auf die Klasse A total an 
gewendet; die Klasse B zahlt bloß e / 8 (9,90 Prozent), die Klasse C 
s / 8 (8,25 Prozent), die Klasse D 4 / 8 (6,60 Prozent). Das steuerfreie 
i) Über den Einfluß der politischen Verhältnisse auf das neue Steuersystem 
siehe Steinitzer, Die jüngsten Reformen der veranlagten Steuern in Österreich 
(Leipzig 1905). 
Földes, Finanzwissenschaft. ^
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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